Leichtathletik

Von geplatzten und erfüllten Träumen

Dieser Jubiläums-Röntgenlauf wird in die Geschichte der Veranstaltung eingehen. Als einer mit außergewöhnlich schönem Herbstwetter, mit über 2000 Aktiven, die alles gaben und viel positiver Resonanz von allen Seiten.
+
Dieser Jubiläums-Röntgenlauf wird in die Geschichte der Veranstaltung eingehen. Als einer mit außergewöhnlich schönem Herbstwetter, mit über 2000 Aktiven, die alles gaben und viel positiver Resonanz von allen Seiten.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

20. Röntgenlauf: Was am Tag danach unbedingt noch gesagt werden muss . . .

Der 20. Röntgenlauf ist vorbei. Für uns noch nicht. Wir sind immer noch im Fieber dieser Jubiläumsveranstaltung. Und es gibt einiges, was noch nicht gesagt wurde.

Da wäre die Halbmarathon-Staffel. Arnd Bader, Noah Bader und Mirco Hohmann liefen mit 4:23:25 Stunden eine Fabelzeit und hatten danach alle so ihre eigenen Gedanken. „Ich freue mich tierisch, dass ich gesund bin und Sport treiben kann“, sagte beispielsweise der 56-jährige Arnd Bader. Sohn Noah dachte weit zurück: „Damit geht für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung.“ Und der Freund der Familie, Mirco Hohmann, staunte über seine Zeit von 1:23:52 Stunden, die er im letzten Abschnitt hingelegt hatte: „Ich bin in den letzten sechs Wochen nur 70 Kilometer gelaufen. Das ist nicht gerade viel.“ Platz drei ging übrigens an die französischen Freunde aus Quimper. Bei den Frauen waren die „Glam Girls“ vorne. Diana Pauel, Katja Strünker und Frauke Laghusemann hatten 6:51:42 Stunden gebraucht.

Da wären die Namen aller Jubiläumsteilnehmer. Also derjenigen Läuferinnen und Läufer, die an allen bisherigen Röntgenläufen teilgenommen haben, auf welchen Strecken auch immer: Arnd Bader, Michael Becker, Stephanie Effelberg, Mark Klaas, Martin Menn, Christa Preuß, Carsten Seidel, Mathias Trabitzsch, Ulrike Vogelsang, Nicole Zimmer. Ganz großer Sport.

Da wäre der Blick auf den 10-Kilometer-Lauf. Der Remscheider Martin Bok (40:32 Min.) setzte sich bei den Männern durch. Gefolgt von Julian Lamers (Tri-Club Wuppertal, 43:25) und Martin Fuchs (Röntgen-Gymnasium 44:11). Radsportler Felix Pembaur (Adler, 46:35) wurde Fünfter. Bei den Frauen war die deutsche Spitzenathletin Amelie Klug mit 41:35 Minuten klare Nummer eins. Sie ist Remscheiderin.

Da wären die prima Leistungen über die 5 Kilometer. Der Wuppertaler Matteo Carnielo (17:57 Min.) rannte als Erster über die Ziellinie. Gefolgt von Lukas Eggert (Leibniz-Gymnasium, 18:30) und Jan Ottersbach (Albert-Einstein-Schule, 19:48). Julia Schneider war bei den weiblichen Teilnehmern die Flotteste (Röntgen-Gymnasium, 22:25 Min.).

Da wäre die Verletzung von Peter Ickert. Der Mitorganisator des Röntgenlaufs und Geschäftsführer des Röntgensportclubs war über 63 Kilometer an den Start gegangen und musste schon nach einem Kilometer wieder aussteigen. Eine schmerzhafte Muskelverletzung machte ein Weiterlaufen unmöglich. „Sehr ärgerlich“, sagte Ickert. Er hatte nachts um 2.05 Uhr, 3 Uhr und 4 Uhr die 100-Kilometer-Läuferinnen und Läufer auf die Reise geschickt.

In der Nacht um 2.05 Uhr starteten die ersten 100-Kilometer-Läuferinen und -läufer. Insgesamt kamen 87 in Hackenberg ins Ziel.

Da wäre Edmund Joska zu nennen. Der Lenneper war um 2.05 Uhr beim 100-Kilometer-Lauf auf die Strecke gegangen. Quasi als Genussläufer. Unfassbar, wenn man weiß, dass der bärtige Gastronom aus der Lenneper Altstadt („König von Preußen“) noch nie eine Strecke dieser Größenordnung zurückgelegt und am Abend zuvor noch geschuftet hat. „Ich will es unbedingt machen“, sagte der 59-Jährige wenige Minuten vor dem Start. Dabei war er zweieinhalb Monate zuvor noch beim Training böse gestürzt und musste mit 14 Stichen am Schienbein genäht werden. Früher war er Handballer und Footballer, dann ist in der Coronazeit seine Laufleidenschaft (wieder) aufgeflammt. Joska nahm 25 Kilogramm ab, trinkt keinen Alkohol mehr, nimmt kein weißes Mehl und keinen Zucker zu sich. Sein großer Traum von den 100 Kilometern sollte sich nicht erfüllen. Joska stiegt nach der Marathondistanz in Hackenberg aus, hatte es soeben noch dorthin geschafft. Wegen der noch bestehenden Probleme mit seinem vor zehn Wochen verletzten Bein hatte er das andere instinktiv zu sehr belastet. Der Oberschenkel machte nicht mit, Edmund Joska musste raus. Ein „König“ ist er trotzdem.

Da wären die Sportlerinnen und Sportler, die sich außerhalb ihrer Läufe mit FFP2-Masken oder medizinischen Masken im Start- und Zielbereich bewegten. Beziehungsweise natürlich auch bei der Pastaparty und bei der Marathonmesse. Corona ist noch immer ein Thema. Gut ist, dass jeder selbst die Möglichkeit hat zu entscheiden, in welcher Form er sich und andere schützen möchte.

Da wäre die Remscheiderin Katharina Schad. Sie hat es nach Österreich verschlagen, wo sie als Sportjournalistin bei der Neuen Vorarlberger Tageszeitung tätig ist. Die 23-Jährige berichtet dort unter anderem über die Fußballspiele des SC Altach, wo ein gewisser Miroslav Klose Trainer und damit regelmäßig ihr Ansprechpartner ist. Wegen Achillessehnenproblemen konnte sie am Röntgenlauf nicht teilnehmen, feuerte stattdessen ihre Schwester Helena an, die beim Halbmarathon knapp unter zwei Stunden blieb. Jetzt freut sich Kathi Schad wieder auf Österreich, auf Wohnort Dornbirn, auf ihren Freund, den sie beim Skifahren kennengelernt hat, auf Trailrunning und Skitouren.

100 Kilometer

Der 100-Kilometer-Lauf stellt eine außergewöhnliche Herausforderung da. Da muss alles passen. Auch und gerade, was den Sicherheitsaspekt in der Dunkelheit betrifft. Dass manche sich in der nächtlichen Phase nicht im sicheren Gruppengefühl vorwärts bewegten, sondern als „Einzelkämpfer“ ihr Glück suchten, sollte sich rächen. Einige verliefen sich.

Stieg vorzeitig verletzt aus: Edmund Joska.
Gute Laune im Laub: Dirk Katthagen.
Röntgenlüöper beim Röntgenlauf – alleine schon vom Namen her eine Selbstverständlichkeit.
Auch viele Kinder hatten ihren Spaß bei der Großveranstaltung. Wie in diesem Falle die des Wermelskirchener TV.
Antje Menn hielt die Läuferandacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

FCR-Malocher verdienen sich Punkt
FCR-Malocher verdienen sich Punkt
FCR-Malocher verdienen sich Punkt
BVB: Der älteste Spieler ist schon 60
BVB: Der älteste Spieler ist schon 60
Die IGR geht im Angriffswirbel unter
Die IGR geht im Angriffswirbel unter
Die IGR geht im Angriffswirbel unter
Schlafmützenstart bringt Matchplan durcheinander
Schlafmützenstart bringt Matchplan durcheinander
Schlafmützenstart bringt Matchplan durcheinander

Kommentare