Mein Sportmoment 2022

Diese Momente haben die RGA-Sportredaktion bewegt

Justus Ueberholz führte die Panther zum Heimsieg über den TuS Spenge.
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Justus Ueberholz - hier auf einem Archivbild - landete für die Panther einen Treffer für die Geschichtsbücher.

Es gab viele bewegende Momente im lokalen Sportjahr 2022. Glücklich machend, traurig stimmend – die Palette der Emotionen war einmal mehr sehr breit gestreut.

Die Sportredaktion des Remscheider General-Anzeigers, bestehend aus Peter Kuhlendahl, Fabian Herzog und Andreas Dach, pickt sich bewusst einzelne Spiele, Situationen und/oder Besonderheiten heraus und schildert, weshalb sie sehr aufwühlend gewesen sind. ad

VfB: Groteskes Szenario

fabian.herzog@rga.de

Von Fabian Hezog

Das Saisonfinale der Fußball-Bezirksliga, genauer gesagt der Gruppe 3, hielt im Juni dieses Jahres eine Schlusspointe bereit, die auch Monate danach noch fassungslos macht. Als der VfB Marathon den SC 08 Rade am letzten regulären Spieltag in Reinshagen empfängt, ist die Anspannung spürbar. Speziell bei den Gastgebern, die sich im Kampf um den Klassenerhalt eine Woche zuvor schon im Ziel wähnten, ehe sie erfuhren, dass ein Einspruch des Konkurrenten Union Velbert noch nicht verhandelt und groteskerweise für den Dienstag nach diesem Ende der Spielzeit angesetzt wurde. So verwundert es auch kaum, dass die Remscheider irgendwie mental nicht bei der Sache waren, eine 2:0-Führung verspielen und den Radern anschließend zum Verbleib in der Klasse gratulieren müssen. Sie selbst können nur bangen, was aber auch nicht von Erfolg gekrönt ist. Velbert bekommt sein Wiederholungsspiel, gewinnt dies eine Woche später gegen ein schon auseinandergefallenes Schlusslicht aus Essen – und schickt den VfB zurück in die Kreisliga A.

Sport ist so viel mehr

andreas.dach@rga.de

Von Andreas Dach

Sportler haben oft eine raue Schale. Der Kern ist aber meist weich. Als am 12. Oktober zwei Benefizspiele in der Sporthalle Neuenkamp ausgetragen werden, bei den denen es darum geht, Gelder für die Familie des im Alter von nur 54 Jahren gestorbenen langjährigen Handballers Jörg „Woody“ Weiss einzuspielen, wir das hyperdeutlich. Der Abend ist von Empathie geprägt, von Herzlichkeit. Mehr als 400 Besucher sind gekommen, um sich einzubringen. Um ihr Mitgefühl auszudrücken. Auf pekuniäre Weise, vor allem aber in Form von Gesten, Umarmungen, Gesprächen, Blicken. Spätestens in dem Augenblick, als zwischen den beiden Spielen eine Gedenkminute eingelegt und die Halle abgedunkelt wird, schimmern die Augen vieler Freunde und ehemaliger Teamkollegen feucht. Bei Weiss´ Familie ohnehin. Sport ist so viel mehr als Tore, Weiten, Höhen und Ergebnisse. Sport ist Zusammenhalt, Nähe, Wärme, Freundschaft. Wer ihn auf Schweiß, Sprüche und Oberflächlichkeit reduziert, hat schlicht keine Ahnung.

Das macht Gänsehaut

peter.kuhlendahl@rga.de

Von Peter Kuhlendahl

Alleine schon das dramatische Ende am 18. November dürfte keiner vergessen, der an diesem Abend in der Halle in Köln war. Handball-Drittligist Bergische Panther sicherte sich nach einer Auszeit Sekunden vor dem Ende mit einem Tor mit der Schlusssirene den Sieg beim Longericher SC. Spieler, Trainer und Offizielle stürmten auf den Torschützen Justus Ueberholz zu, der im Mittelpunkt des Siegetanzes stand. Was aber kaum einer in der ausverkauften Sporthalle mitbekommen hatte, war mein Sportmoment des Jahres 2022. Panther-Keeper Robin Eigenbrod war ebenfalls auf Ueberholz losgestürmt. Dann hatte er wohl im Augenwinkel entdeckt, dass der Kölner Torhüter wie ein Häufchen Elend zusammengesackt war. Der junge Mann hatte in der 2. Hälfte das Spiel seines Lebens gemacht und wäre zum Helden des Abends geworden. „Eigi“ stoppte plötzlich und bog zum Longericher ab, legte seinen Arm um dessen Schulter und sprach ihm aufmunternde Worte zu. Er hatte instinktiv ein Gespür dafür, wie eng Freud und Leid beieinanderlagen. Ein Moment mit Gänsehaut.

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