Wer erkennt wen

Vater der einzigartigen Erfolgsgeschichte

Klaus Fischbach, der Kopf ist eingekreist, leitete viele Jahre die Geschicke der Handballer des TuS Wermelskirchen. Foto: RGA-Archiv
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Klaus Fischbach, der Kopf ist eingekreist, leitete viele Jahre die Geschicke der Handballer des TuS Wermelskirchen. Foto: RGA-Archiv
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In unserer Serie steht der langjährige Manager Klaus Fischbach im Mittelpunkt.

Von Peter Kuhlendahl

Jahrzehntelang waren die Sporthallen sein zweites Zuhause. Vor rund sieben Jahren hatte Klaus Fischbach aber genug. 2013 musste der damalige Handball-Drittligist TuS Wermelskirchen aus finanziellen Gründen die Segel streichen. Übrigens war dies zu einem Zeitpunkt, als die Mannschaft an der Tabellenspitze der 3. Liga stand.

Damit endete eine Erfolgsgeschichte, die in der Region einzigartig war und an der Klaus Fischbach als Manager entscheidenden Anteil hatte. Daran erinnerten sich unsere Leserinnen und Leser, die in unserer Serie „Wer erkennt wen“ Klaus Fischbach ausgemacht hatten.

In der Kreisliga nimmt alles seinen Anfang

„Los ging es vor vielen Jahren in der Kreisliga. Da musste der TuS Niederwermelskirchen damals starten, nachdem man sich aus der Spielgemeinschaft von der TG Hilgen losgesagt hatte“, erzählte Frank Steinhaus am Telefon, der selbst auf dem Foto zu sehen ist.

Klaus Fischbach bei einem der vielen Aufstiege.

Er war vom Lüttringhauser TV zum damaligen Landesligisten gewechselt. „Das war eine super Truppe.“ Die wurde damals von Oliver Schmitt-Unshelm trainiert. Mit dabei waren unter anderem Frank Klaas, Daniel Schnellhardt, Bastian Römmler, Thomas George, Frank Bischzur und auch Vitali Sidorenko.

Daniel Blum hat zudem noch Matthias Volkmann, André Schächinger, Timo Middendorf und seinen Vater Michael auf dem Bild ausgemacht. „Das Foto müsste vor 20 Jahren entstanden sein. Ich war in ganz jungen Jahren regelmäßig als Zuschauer dabei“, schrieb Daniel Blum per E-Mail.

Maßgeblich zusammengestellt hatte die Mannschaft Klaus Fischbach gemeinsam mit Michael Stock (ebenfalls auf dem Bild), der dem Handballgeschäft übrigens bis heute treu geblieben ist. Er ist seit Jahren Sportlicher Leiter beim ambitionierten Drittligisten Eintracht Hagen und will mit den Westfalen in die 2. Bundesliga.

Doch zurück zu Fischbach. „Ihn hat immer ausgezeichnet, dass er auch außerhalb der Halle für die Spieler da war. Er hatte immer ein offenes Ohr und hat dem einen oder anderen auch beruflich geholfen“, berichtete Steinhaus, der aber auch nicht unerwähnt ließ, dass der TuS mittlerweile wieder zurück nach Hilgen „gewechselt“ und dort unter das Dach der Bergischen Panther geschlüpft ist. Eine eigene Identität sei dadurch nun völlig verloren gegangen.

Was viele aber nicht auf dem Zettel haben, ist, dass die sportlichen Funktionärswurzeln vom Fischbach nicht beim Handball, sondern beim Fußball liegen. „Mit Kippdorf ist er 1983 Stadtmeister geworden. Ein Jahr später habe ich ihn dann mit dem CVJM geschlagen, und wir haben uns den Titel geholt“, schrieb Friedhelm Wendel, der sich mit einer unglaublich ausführlichen und sehr pointierten E-Mail an uns gewendet hat.

Darin erinnerte er zum einen an die neun Aufstiege in Folge des TuS. Aber wohl auch an die sportlich schwärzeste Stunde, die Fischbach dann in der Regionalliga erleben musste. „Am letzten Spieltag gab es in der Schwanen-Halle das entscheidende Spiel gegen Schalksmühle/Halver. Ein Sieg und der Aufstieg in die 2. Bundesliga wäre perfekt gewesen. Der TuS war dann aber genau so schwach wie am Dienstag die Fußball-Nationalmannschaft und verlor deutlich. Dabei hatte Fisch alles akribisch vorbereitet.“

„Mittelmaß interessierte ihn gar nicht.“
Werner Röber, Ex-Fußball-Kumpel

Wendel berichtete auch, dass Fischbachs Lieblingsinsel Juist ist. Und von einem geplatzten Traum, die Insel per Flugzeug zu erreichen. Der Flug musste wegen des Wetters verkürzt werden, und für den Rücktransport fuhr Friedhelm Wendel schließlich selbst los. Er wusste außerdem, dass Klaus Fischbach 1985 die Wirtschaftsschule Küster mitgegründet hatte.

„Er hat dann die BSG Küster mit aus der Taufe gehoben“, erzählte Ingo Schwörker am Telefon, der bei der BSG Kox spielte. Das ist viele Jahrzehnte her.

Werner Röber hatte bei der BSG Küster gespielt und erinnerte sich gerne an seinen damaligen Manager: „Sein Motto war: ganz oder gar nicht. Erfolge hatten oberste Priorität bei ihm. Mittelmaß interessierte ihn nicht.“

Auch mit den RTV-Frauen klopfte er an die 2. Liga an

Die Tradition, ein gemeinsames Bierchen nach den Spielen zu genießen, gab es für Ingo Schwörker auch, als Klaus Fischbach sich erste Sporen beim Handball verdiente. „Das war bei den Frauen des Remscheider TV“, erinnerte sich Schwörker, der bei den Heimspielen regelmäßig Gast in der Halle Neuenkamp war – und dabei auch fast den Aufstieg des RTV in der 2. Bundesliga mit Fischbach als Manager erlebt hätte.

Selbst aktiv war Fischbach als Fußballer auch. In Wermelskirchen. Bei den damaligen Teams TuRU und SV 09. Seit dieser Zeit ist Gerhard Schenk mit ihm befreundet. „Wir haben uns später bei unseren sportlichen Aktivitäten gegenseitig in Stadion und Halle besucht“, sagte Schenk am Telefon. Die Freundschaft hält seit Jahrzehnten auch ohne den Sport.

Mittlerweile ist Fischbach Pensionär und nun in seinem Garten fleißig. „Dank der Ideen seiner Frau gibt es dort immer was zu tun. Als erstes Projekt durfte er dort einen Teich anlegen“, berichtete Wendel, der uns allerdings noch eine nette Anekdote aus Fischbachs Berufsleben nicht vorenthalten wollte: „Fisch ist großer Anhänger der Bundesliga-Mannschaft mit dem Geißbock. Und wenn er in der Berufsschule in Wuppertal eine neue Klasse übernahm, war eine Frage in der ersten Stunde, wer Fan des 1. FC Köln sei. Aber seine Schüler waren immer informiert, sodass alle Hände nach oben gingen.“

Wer erkennt wen

Haben Sie auch ein Mannschaftsfoto für unsere Serie? Es muss nur zwei Kriterien erfüllen. Es sollte zum einen mindestens zehn Jahre alt sein. Zum anderen sollte ein Team aus der Region darauf abgelichtet sein. Dann schicken Sie es an: RGA-Sport, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid. Oder per Mail:

lokalsport@rga-online.de

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