Uthmann? Der Mann ist gut

Früherer Remscheider Fußballer macht Karriere in Hoffenheim

Auslandsreisen – hier nach Porto – gehören zum Geschäft. Foto: DU
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Auslandsreisen – hier nach Porto – gehören zum Geschäft.
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Er sympathisiert mit dem FC Bayern München. Daraus macht Daniel Uthmann keinen Hehl.

Von Andreas Dach

Er weiß auch noch genau, wie es seinerzeit dazu kam: „Die Bayern waren zu einem Benefizspiel beim FC Remscheid, und ich war als Einlaufkind an der Hand von Mehmet Scholl.“

Mit der A-Jugend der SG Hackenberg wurde Daniel Uthmann (5. v.r., stehend) in der Saison 2008/2009 Kreismeister.

Solche Momente prägen. Gerade in jungem Alter. Und man vergisst sie nicht. Schon gar nicht, wenn man an der Seite eines Nationalspielers ins Röntgen-Stadion geht. Augenblicke für die Ewigkeit.

Von solchen hat Daniel Uthmann schon einige hinter sich. Inzwischen ist der Remscheider, der in Lüttringhausen aufgewachsen ist und im Jahr 2010 am Leibniz-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, ganz eng mit einem anderen Club der Bundesliga verbandelt – mit der TSG 1899 Hoffenheim. Er hat Karriere gemacht.

Zwar nicht als Fußballer, obwohl er immer sehr passabel vor die Kugel getreten hat und dies auch noch immer tut. Nein, als Marketing-Experte.

Sein Lächeln strahlt jede Menge gute Laune aus: Daniel Uthmann hat vor drei Jahren das Vertrauen der TSG 1899 Hoffenheim geschenkt bekommen. Das zahlt der Marketing-Mann täglich zurück.

Als einer, der es versteht, Menschen für eine Sache oder für ein Ereignis zu begeistern. In diesem Fall für alles, was mit der TSG zu tun hat. „Ich bin als Projektmanager ein Teil der Marketing-Abteilung“, verdeutlicht Daniel Uthmann. Ein Traumberuf, oder?

„Es war immer mein Wunsch, im Fußball tätig zu sein.“
Daniel Uthmann

„Der Fußball hat mich mein ganzes Leben begleitet“, sagt der gebürtige Remscheider. „Es war immer mein Wunsch, in der Fußballbranche in einem Verein oder Verband tätig zu sein.“ Den hat er sich erfüllt. Seit Mitte 2017 ist er in einer Festanstellung für Hoffenheim tätig und begleitet unter anderem klassische Marketing-Kampagnen, zum Beispiel für die neue Dauerkarte oder das neue Trikot. Zum Aufgabenbereich gehört auch das Rahmenprogramm an Spieltagen aus der Regie der PreZero Arena und seit dieser Saison zusätzlich das Thema eSports.

Zusätzlich koordiniert er die jährlich rund 130 Veranstaltungen des Event-Trucks und Fanmobils. In Grundschulen, zu Fußballturnieren, öffentlichen Veranstaltungen oder zu den Heimspielen. Überall dorthin, wo Spiel, Spaß, Bewegung und gesunde Ernährung angesagt sind. Dort sorgt das Team regelmäßig für ein großes Hallo. Es wird sehr bewusst wahrgenommen und sammelt reichlich Sympathiepunkte im Sinne des Vereins.

Kurz: Es gibt arg viel zu tun. Uthmann packt die Dinge an – mit viel Herz und Empathie. Das macht ihn sympathisch und seine Hoffnung realistisch, sich dauerhaft in der Branche etablieren zu können. Die Voraussetzungen sind gut: Das Studium zum Sport- und Eventmanager (erst Bachelor, dann Master) mit Auslandssemestern in San Diego (USA) und Madrid (Spanien) hat ihm ein höchst solides Grundwissen vermittelt. Darauf lässt sich aufbauen.

Begonnen hat die Fußballbegeisterung in Lüttringhausen. Wer in der Nähe des Jahnplatzes aufwächst, landet früh beim FC Remscheid. So war es auch bei Daniel Uthmann. Schon sein Vater Jürgen war begeisterter Kicker gewesen, da mochte der Sprössling nicht nachstehen. Von den Bambini bis zum zweiten B-Jugend-Jahr spielte er beim FCR, wechselte dann zur SG Hackenberg. B-Jugend, A-Jugend – Uthmann machte seinen Weg. Fast wäre er in seinem ersten Seniorenjahr wieder zum FCR zurückgekehrt, der mit Zeljko Nikolic als Trainer gerade in die Niederrheinliga aufgestiegen war. Wegen des anstehenden Abiturs entschied sich Uthmann letztlich jedoch dagegen.

So blieb er noch eine Saison bei der SG Hackenberg und landete danach für einige Zeit beim SV Jägerhaus-Linde („Das erste Mal, dass ich den Kreis Remscheid verlassen habe“), ehe ihn das Studium in fernere Regionen zog. Über ein Pflichtpraktikum landete er schließlich bei der TSG, muss dabei wohl einen guten Eindruck hinterlassen haben. Als in seinem Bereich später eine weitere Vollzeitstelle eingerichtet wurde, erinnerte man sich bei den Sinsheimern an ihn. Und bot ihm einen Vertrag an.

Nebenbei schießt er noch Tore beim SV Waldhilsbach

Uthmann lebt seine Kreativität Tag für Tag aus, fühlt sich pudelwohl. Was auch damit zu tun hat, dass seine Eltern gerne vorbeischauen. Und gute Kumpels aus gemeinsamen Fußballzeiten auch schon mal einen Abstecher nach Hoffenheim machen. Florian Grün, Duran Ilbasmis, Damian Schary und Michael Wiesiollek, Slaven Buretic oder Umut Erol – sie alle waren schon bei Daniel Uthmann im idyllischen Neckargemünd. Für ihn ist es der ideale Wohnort: „Nach Heidelberg ist es nur eine Viertelstunde und nach Zuzenhausen, wo die Geschäftsstelle der TSG angesiedelt ist, ebenfalls nur 15 Minuten.“

Er selbst spielt übrigens noch immer Fußball, beim SV Waldhilsbach in der Kreisliga A. „Man tut, was man kann“, sagt der Linksfuß, der im linken Mittelfeld zu Hause ist und nichts von seinen Offensivqualitäten verloren hat, die ihn schon zu Remscheider Zeiten auszeichneten.

Was nicht verwundert: Er hat ja regelmäßigen Anschauungsunterricht bei den Bundesliga-Heimspielen der TSG. Und auch international schon einiges geboten bekommen. „Als die Champions-League-Hymne vor dem Quali-Spiel gegen den FC Liverpool erklang, war das schon ein cooler Moment“, gibt er zu. Auch beim Rückspiel in England durfte er dabei sein – an der legendären Anfield Road.

Gilt es nur noch eins zu klären: Wenn Hoffenheim gegen die Bayern aus München spielt – zu wem hält er dann? „Wenn man in einem Fußballverein wie der TSG arbeitet und die handelnden Personen persönlich kennt, dann wünscht man sich für seine Arbeit und natürlich für die komplette TSG den maximalen Erfolg“, sagt er mit fester Stimme. Sein Arbeitgeber wird das gerne lesen.

Persönlich

Im Juli 2020 wird Daniel Uthmann 30 Jahre alt. Dann kann er schon auf einen spannenden ersten Lebensabschnitt zurückblicken. Er hat es mittlerweile zum Projektleiter Marketing beim Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim gebracht.

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