Fußball

Transfers: Von Volltreffer bis Fehleinkauf

Armen Shavershyan übernahm beim FCR direkt Verantwortung und ging eindrucksvoll voran. Foto: Michael Sieber
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Armen Shavershyan übernahm beim FCR direkt Verantwortung und ging eindrucksvoll voran.
  • Fabian Herzog
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Die Sommer-Zugänge der Fußball-Landes- und Bezirksligisten in der Analyse

Für die weiterhin unterbrochene Fußballsaison 2020/2021 hatten sich die hiesigen Landes- und Bezirksligisten mal mehr und mal weniger umfangreich verstärkt. Doch nicht immer schlugen die Zugänge auch zu. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die Transfers und gucken, wer in den bisherigen Spielen die Erwartungen erfüllen konnte, von wem sich mehr versprochen wurde und wer schon wieder weg ist.

Die Volltreffer:

Landesligist FC Remscheid hatte eine Menge Mut bewiesen und im Sommer auf dem Transfermarkt in erster Linie in der Youngster-Abteilung zugeschlagen. Der Erfolg gibt den Verantwortlichen aber Recht. Mit 13 Punkten aus sechs Partien führt der FCR die Tabelle an. Unter mehreren Volltreffern bei den Zugängen ragte vor allem Armen Shavershyan heraus. Der 20-Jährige avancierte schnell zum Taktgeber im Mittelfeld, wurde von vielen als „Krieger“ bezeichnet und verdiente sich das Prädikat „unersetzlich“. Das zeigte sich, als Shavershyan gegen Überruhr nach fünf Minuten mit einem Muskelfaserriss ausfiel und von da an fehlte.

Ähnlich eingeschlagen hat auch einer, der den umgekehrten Weg gegangen ist und den FCR verlassen hat. Aleksandar Stanojevic wusste beim SV 09/35 Wermelskirchen auf Anhieb von zu überzeugen. „Er ist ein Unterschiedsspieler“, lobt ihn Trainer Sebastian Pichura. Auch die Bilanz spricht für „Stano“, der als Dauerläufer auf dem Flügel oder als hängende Spitze vier Treffer in fünf Partien erzielte und eine Vorlage lieferte.

Das Tore verhindern ist das Kerngeschäft von Hannes Barth. Dies beherrscht der Schlussmann des Bezirksligisten Dabringhauser TV, der im Sommer vom A-Kreisligisten Hastener TV zum Höferhof gewechselt ist, exzellent. Mit bärenstarken Leistungen hatte der 20-Jährige großen Anteil daran, dass der DTV nach Jahren des Abstiegskampfes zeitweise sogar ganz oben in der Tabelle mitmischte. Vier Mal hielt Barth in acht Partien die Null.

Die Pechvögel:

Einer der jungen Wilden des SC 08 Radevormwald: Levin Deist avancierte zum Pokalhelden im Halbfinale gegen den FCR.

Mit seiner Rückkehr zum SC Ayyildiz Remscheid hatte Michael Röttgen im Sommer 2020 für mächtig Aufsehen gesorgt. Der 52-jährige Kult-Keeper, der zuvor beim 1. FC Solingen als Spielertrainer aktiv war, wollte sich noch einmal einer neuen Herausforderung stellen und in Honsberg für Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten sorgen. Doch wenige Tage vor dem Saisonstart verletzte er sich in einem Freundschaftsspiel mit der Traditionsmannschaft von Fortuna Düsseldorf so schwer an der Schulter, dass er bis heute noch nicht eine Minute wieder auf dem Platz stehen konnte. „In der Tat hat es mich etwas zerrissen“, berichtet Röttgen von anhaltenden Problemen mit der Hand. Immerhin hält die Schulter.

Zu den Pechvögeln muss auch Leon Busch vom FC Remscheid gezählt werden. Er gehörte zu der jungen Garde, die der Landesligist vor der Saison ins Röntgen-Stadion gelockt hatte. Als 19-Jähriger wechselte er aus der A-Jugend der SG Unterrath, wo er Kapitän war und Erfahrung in der Junioren-Bundesliga gesammelt hatte, zum FCR. Doch im Testspiel beim SSV Bergisch Born erwischte es ihn heftig. Busch zog sich einen Bruch des Sprunggelenks zu und verpasste die bisherigen Spiele.

Die Youngster:

Das Motto des Bezirksligisten SC 08 Radevormwald lautete im vergangenen Sommer: Aus der Not machen wir eine Tugend. Oder besser gesagt: eine Jugend. Wegen begrenzter finanzieller Möglichkeiten setzte man am Kollenberg verstärkt auf den eigenen Nachwuchs und beförderte einige A-Junioren in die 1. Mannschaft. Darunter Levin Deist, der das Vertrauen auf spektakuläre Art und Weise zurückzahlen sollte. Im Kreispokal-Halbfinale der Vorsaison – der Wettbewerb wurde coronabedingt in der Sommerpause beendet – traf der Angreifer kurz vor Schluss gegen den FC Remscheid und schaltete diesen völlig überraschend aus.

Auch für Defensivarbeit ist sich 09/35-Zugang Aleksandar Stanojevic nicht zu schade.

Ein bisschen wie Phönix aus der Asche – so lässt sich auch die Entwicklung von Alexander Eicker beschreiben. Der Nachwuchsspieler des SSV Bergisch Born, der noch A-Jugendlicher ist, hatte seinen großen Auftritt am 18. Oktober. Nach starken Leistungen im Training warf Trainer Sascha Odina den seit Samstag 19-Jährigen gegen den SC Werden-Heidhausen ins ganz kalte Wasser, ließ ihn im defensiven Mittelfeld von der Leine und verhalf ihm so zum Bezirksligadebüt. Diese Entscheidung sollte er nicht bereuen. Eicker machte ein tolles Spiel im zentralen Mittelfeld und krönte dieses beim 3:3 direkt mal mit einem Tor.

Die Fehleinkäufe:

Nicht immer schlagen Zugänge direkt ein. Manche benötigen auch eine gewisse Zeit, um sich zu akklimatisieren. Bei Sascha Willms und Dennis Weis war den Verantwortlichen des SV 09/35 Wermelskirchen aber ganz schnell klar, dass die Zusammenarbeit nicht passte. So kam es dann auch nicht mehr überraschend, dass die Trennung nur wenige Monate nach der Verpflichtung erfolgte. „Es hat charakterlich nicht gepasst“, sagt Trainer Pichura über das Duo, das keinerlei Identifikation mit dem Verein erkennen ließ und dauerhaft verletzt ausfiel. Weis bestritt nicht ein Pflichtspiel für den Landesligisten, Willms kam immerhin zum Einsatz.

Die Verhinderten:

Bitter: Zehra Acar (l.) und Patricia Wojarski wechselten zur TG Hilgen, konnten dort aber noch nicht ein Meisterschaftsspiel bestreiten.

Fast schon tragische Züge nahm der Wechsel von Zehra Acar und Patricia Wojarski zum Frauen-Bezirksligisten TG Hilgen an. Weil sich die beiden zu spät beim Kreisligisten SG Hackenberg abgemeldet hatten, mussten sie eine Wechselsperre absitzen. Die endete am 1. November – und damit genau an dem Tag, als der zweite sportliche Lockdown Realität wurde. Immerhin: Im Niederrheinpokal durften beide für ihr neues Team ran – und überzeugten nicht nur Trainerin Monica Rosito: „Das war Bombe. Wir freuen uns sehr auf die beiden.“

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Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die unbedingt eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an.

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