Radsport

Tour de France fasziniert Uwe Monheimius auch heute noch

Auch im reifen Alter immer noch topfit. Uwe Monheimius feiert an diesem Donnerstag seinen 80. Geburtstag. Foto: UW
+
Auch im reifen Alter immer noch topfit. Uwe Monheimius feiert an diesem Donnerstag seinen 80. Geburtstag.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

Der Remscheider Radsportler Uwe Monheimius wird 80 Jahre alt.

Von Andreas Dach

An diesem Donnerstag wird Uwe Monheimius 80 Jahre alt. Wie gerne hätte er den runden Geburtstag groß gefeiert. „40 bis 45 Personen wären bestimmt zusammengekommen“, sagt der radsportverrückte Mann aus Ostpreußen. Was nicht verwundert: Der nach der Flucht im Alter von fünf Jahren schon früh in Remscheid sesshaft gewordene Sportler hat eine große Familie. Aus der Ehe mit seiner geliebten Rosemarie sind fünf Kinder hervorgegangen. Mittlerweile sind sieben Enkel dazugekommen. „Aus allen ist etwas geworden“, stellt Monheimius nicht ohne Stolz heraus.

Das Corona-Virus verhindert, dass alle mit ihren Familien ins schnuckelige bergische Schieferhaus nach Ehringhausen kommen können. Auch Freunde und langjährige sportliche Wegbegleiter werden sich größtenteils mit Anrufen begnügen müssen - die Gesundheit geht vor. So wird „nur“ ein kleiner Kreis von Gratulanten direkt vor Ort sein. Und auf ein rundum zufriedenes Geburtstagskind treffen. „Ich fühle mich sehr, sehr gut und habe keine Beschwerden“, stellt der gelernte Dachdeckermeister heraus. „Ich hatte immer viel Glück in meinem Leben.“

Dabei schien beileibe für ihn nicht immer nur die Sonne. Im Januar 1945 flüchtete er mit der Mutter und zwei jüngeren Brüdern bei Kälte und Schnee mit dem Zug aus Ostpreußen. Man kam bei den Großeltern in der Wilhelmstraße in Remscheid unter. Die Eltern starben früh. Alle Verantwortung lag bei den Großeltern. „Ich hatte eine schöne Kindheit“, sagt Uwe Monheimius. Trotz allem.

Mit dem Drei-Gang-Rad fuhr er nach Witten

Während seiner Ausbildung zum Schreiner in Witten lebte er die meiste Zeit bei Gasteltern. Und verspürte schon Mitte der 50er-Jahre eine besondere Affinität zum Radsport. Samstags ging es heim nach Remscheid, montags in aller Frühe zurück nach Witten. Jeweils mit einem Drei-Gang-Rad. Von Frühjahr bis Herbst fuhr er die 38 Kilometer regelmäßig.

Monheimius gab auch als Fußballer eine gute Figur ab. Aber irgendwann setzte er - inzwischen Dachdeckermeister - komplett auf den Radsport. Der wurde zu seinem Elixier, zu seiner Leidenschaft. Aktiv (Er nahm an diversen Rund- und Fernfahrten teil) und passiv (Er gründete den RTC 77 Remscheid und später die RSG Lüttringhausen). Damit einher gingen tolle Veranstaltungen in der Stadt. Daran erinnert nicht nur er sich gerne. Alles Vergangenheit. Aber schöne Vergangenheit.

Inzwischen ist Uwe Monheimius zum stillen Beobachter der Radsportszene geworden und hat ihr trotz vieler Querelen und Dopingskandale die Treue gehalten.

Beweis gefällig? Seit 1967 reist der gebürtige Danziger jährlich zur Tour de France. Für einige wenige Tage nur. Immer an andere Stellen. Aber die genießt er umso mehr. Auch in diesem Jahr wird er wieder beim größten Radrennen der Welt mitfiebern. Diesmal wird er sich gemeinsam mit einem der Enkel in der Jura positionieren. Zwei oder drei Tage nur. Aber die reichen ihm. Zumal er zelten wird. Gleich an der Strecke in dem Alpenkamm. Wie es viele andere auch tun.

So ist Monheimius. Gerne mittendrin statt nur dabei. Er ist einer, der sagt, was er denkt. Wissend, dass er damit auch manchmal aneckt. Aber damit ist er gut gefahren. So gut, dass er sagt: „Ich bin zufrieden. Dazu hat auch mein Glaube als Christ viel beigetragen.“

Einen Traum hegt er noch. Monheimius würde gerne Israel bereisen und in die Geschichte des Landes eintauchen. „Ob ich das noch schaffe, weiß ich nicht.“ Erst einmal hat er Geburtstag. Den tollen 80..

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach Wendler-Fall: Laura Müller – letzter Ausweg Dschungelcamp?
Nach Wendler-Fall: Laura Müller – letzter Ausweg Dschungelcamp?
Nach Wendler-Fall: Laura Müller – letzter Ausweg Dschungelcamp?
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare