Handball

Tim Merten nimmt früh den Stallgeruch an

Geballte Fäuste: Tim Merten zeigt nach einer seiner gelungenen Paraden im Panther-II-Tor seine Emotionen.  Foto: Moritz Alex
+
Geballte Fäuste: Tim Merten zeigt nach einer seiner gelungenen Paraden im Panther-II-Tor seine Emotionen.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

Tim Merten spielt sich als Torhüter der Bergischen Panther II in den Blickpunkt.

Von Andreas Dach

Andere wären verzweifelt. Ein Kreuzbandriss mit 20 Jahren? Tim Merten erinnert sich noch genau daran. wie es zum bösen Kniefall gekommen ist. „Das war mit den Panthern III in Burscheid beim Spiel gegen den WMTV.“ Passiert im November 2020, als der Torhüter einfach so „weggeknickt“ ist.

Danach ging alles den „normalen“ Weg für den 22-jährigen Hilgener. MRT, endgültige Diagnose, Operation in Köln-Deutz, Reha und Rückkehr ins Handballtor nach einem Dreivierteljahr. „Ich habe schon eine gewisse Eingewöhnungszeit gebraucht“, sagt Merten, der ein duales Studium im öffentlichen Dienst macht und irgendwann als Kreisinspektor bei der Verwaltung in Bergisch Gladbach tätig sein möchte.

Inzwischen steht Merten im Kasten der 2. Mannschaft, die in der Verbandsliga um den Aufstieg in die Oberliga kämpft. Am Sonntag noch, beim deutlichen Sieg gegen den Solinger TB, war der Schlussmann ein Garant für den Erfolg gewesen. In der ersten Halbzeit reihte er Parade an Parade, musste nur achtmal hinter sich greifen. Nach der Pause machte Merten dann Platz für Robert Franz, konnte sich das weitere Geschehen entspannt von Außen anschauen.

Ich bin gut in der Zweiten aufgenommen worden!

Tim Merten, Panther II

„Ich bin gut bei der Zweiten aufgenommen worden“, sagt er. Als vor Saisonbeginn ein Schlussmann gesucht wurde, waren die Verantwortlichen schnell bei ihm gelandet. „Boris Komuczki hat das mit angeleiert und vorangetrieben“, ist der 22-Jährige dem Trainer der Dritten sehr dankbar, der ihn für höhere Aufgaben empfohlen hatte. Merten: „Ich möchte den nächsten Schritt machen.“ Er ist auf gutem Weg. Was er nicht nur gegen den STB unter Beweis stellte, sondern schon während der gesamten Rückrunde, in welcher er immer mehr Einsatzzeiten bekommt: „Das ist schon cool.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das Spitzenspiel in Lintorf. Das ging zwar knapp verloren, „aber die Atmosphäre war toll“.

Merten hat Blut geleckt, will sich etablieren, will weiterhin gute Leistungen abrufen. Er ist ein Handballer von der Pike auf, bekam das Gen quasi schon in den Kinderwagen gelegt. Vater Stefan war Torhüter, hat bei der TG Hilgen, dem TV Witzhelden und dem TuS Rheindorf den Kasten gehütet. Er hat ihn immer in die Halle mitgeschleppt. „In der Halbzeitpausen sind wir Kinder immer zum Spielen aufs Feld gerannt“, erinnert sich Tim Merten. Stallgeruch annehmen nennt sich dieses weit verbreitete Phänomen.

Der Schlussmann der Panther II ist seinen Eltern sehr dankbar: „Sie sind sehr eisern, begleiten uns immer zu den Spielen.“ Uns? Zur Erklärung: Auch sein jüngerer Bruder Magnus spielt Handball, ist Torwart, hält für die Panther. In der abgelaufenen Saison für die A-Jugend in der Nordrheinliga, künftig für die 3. Mannschaft in der Landesliga. Diesen Weg hat auch Tim Merten beschritten. Es scheint ein guter zu sein.

Als die Not im Tor groß war, standen beide unlängst sogar gemeinsam im Kader der Zweiten, kamen auch beide zum Einsatz. Was für ein erhebender Moment. „Wir sind uns vom Typ her ähnlich“, findet der ältere Bruder. „Wir machen beide viel übers Auge.“ Und leben beide ein ganzes Stück weit auch von der Emotionalität. „Da“, findet, Tim Merten, „kommt Magnus auch langsam an mich heran.“

Zur Person

Tim Merten schwärmt, wie viele andere auch, für die Torwartkünste des Niklas Landin (THW Kiel). Genauso aber auch für einen seiner Vorgänger, Mattias Andersson.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Acar Sar ist nicht mehr DV-Coach
Acar Sar ist nicht mehr DV-Coach
Je öller, je döller: Bader steht oben auf Podest
Je öller, je döller: Bader steht oben auf Podest
Je öller, je döller: Bader steht oben auf Podest
Prioritäten sind sehr unterschiedlich
Prioritäten sind sehr unterschiedlich
Prioritäten sind sehr unterschiedlich
Michael Becker ist der Dauer(b)renner
Michael Becker ist der Dauer(b)renner
Michael Becker ist der Dauer(b)renner

Kommentare