Fußball

Thorsten Legat sieht sich als „echter Familienmensch“

Im idyllischen Dreibäumen, gleich in der Nähe des Golfplatzes, findet Thorsten Legat seine Ruhe. Foto: Kathrin Kellermann
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Im idyllischen Dreibäumen, gleich in der Nähe des Golfplatzes, findet Thorsten Legat seine Ruhe.

Das Bergische ist für Thorsten Legat zur Heimat geworden – hier kommt der frühere FCR-Trainer zur Ruhe.

Von Kathrin Kellermann

Im Dschungel hat Ex-Fußballer Thorsten Legat den Begriff „Kasalla“ salonfähig gemacht. 2016, als er einer der Promis war, die in der TV-Realityshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ gemeine Prüfungen absolvierten, und schließlich den dritten Platz belegte. „Kasalla“ ist ein Multi-Begriff, der entweder Ärger ankündigt („Jetzt gibt’s gleich Kasalla!“), oder motivierend wirken soll. Zumindest dann, wenn Legat als Power-Coach für RTL im Dschungel weinerlich jammernde Showteilnehmer wie Model Gisele Oppermann mit „Und jetzt gib Kasalla! Du kannst das“ durch die verschiedenen Ekelprüfungen brüllt.

In welcher Form der RTL-Quotenhit in diesem Jahr stattfindet, ist abschließend noch nicht geklärt, erzählt Thorsten Legat. Fest steht, dass die Show wegen der Corona-Krise zumindest nicht in Australien gedreht wird.

Ob er manchmal versucht ist, Maskenverweigerern „Kasalla“ anzudrohen, wollen wir von ihm wissen. „Es bringt ja nichts, die anzubrüllen“, sagt er achselzuckend. „Das funktioniert nur über Strafen und wenn man den Leuten ans Portemonnaie geht. Dann halten sie sich dran.“

„Es gibt diese Corona-Regeln doch nicht umsonst!“
Thorsten Legat, Ex-FCR-Trainer

Neulich hat Thorsten Legat, der seit 18 Jahren in Wermelskirchen lebt und vor acht Jahren nach Dreibäumen umgezogen ist, in der Innenstadt eine ältere Dame getroffen, die ihre Maske nicht aufgesetzt hatte. „Ich habe sie freundlich angesprochen, ob das nicht besser für sie sei, um sich zu schützen“, erinnert er sich. „Und dann hat sie mich vielleicht angefahren. Ich solle doch die Klappe halten, sie wisse, was sie tue und das sei doch alles Fake. Das macht sogar mich sprachlos“, gesteht er. Für ihn ist ganz klar: „Es gibt diese Corona-Regeln doch nicht umsonst. Es ist eine Einstellungssache, diese Regeln auch zu befolgen, weil wir doch alle wissen, worum es geht. Dass wir damit Menschenleben schützen.“

Bei diesem Thema wird Thorsten Legat, der sonst für seinen Hitzkopf berühmt ist, ganz weich. „Meine Mutter ist kürzlich 84 Jahre alt geworden. Wir sind nicht hingefahren, um kein Risiko einzugehen und sie zu schützen. Auch Weihnachten konnten wir nicht zusammen feiern. Und ehrlich gesagt bricht mir das das Herz.“

Mit großem Einsatz war Thorsten Legat von Oktober 2015 bis Mai 2016 als Trainer des FC Remscheid an der Seitenlinie im Einsatz.

Wer den 52-Jährigen früher in den Fußball-Stadien oder dann in diversen Realityshows als „harten Hund“ gesehen und erlebt hat, traut es ihm vielleicht nicht zu. Aber der gebürtige Bochumer ist ein echter, liebevoller Familienmensch mit riesigem Herzen, der ganz offen zugibt, wie traurig ihn die Situation macht. „Wir sind eine große Sippe, und wir leben Familie“, sagt er. „Normalerweise kommen meine Mama und meine beiden Brüder Weihnachten zu uns, und dann feiern wir alle gemeinsam.“

In diesem Jahr saßen nur er, Ehefrau Alexandra und die Söhne Leon und Nico unter dem Weihnachtsbaum, „weil wir uns an die Kontaktbeschränkungen gehalten haben.“ Aber: „Da leide ich wirklich drunter“, gibt Legat zu.

Traditionell stand bei Familie Legat zu Weihnachten Erbsenpüree mit Gambas in Weinsoße als Vorspeise auf dem Menüplan, danach folgte ein Filetsteak mit Kartoffelgratin und Gemüse. „Und zum Nachtisch wollen die Kinder immer Mousse au chocolat.“

In der Küche lässt sich der ehemalige Fußballprofi an solch einem Tag nicht blicken: „Ich helfe meiner Frau immer gern, putze auch und mache die Wäsche. Aber an dem Tag braucht sie mich in der Küche nicht“, sagt er lachend und verrät: „Ich bin leidenschaftlicher Legat, aber kochen muss nicht sein.“ Obwohl er kochen kann, stellt er klar. „Das habe ich von meiner Mama gelernt und von TV-Koch Frank Rosin, mit dem ich eng befreundet bin.“

Der Ex-Schalker wollte unbedingt aufs Land

Das Familien-Heim in Dreibäumen, das direkt am Ortsausgang liegt und den Blick auf Wälder und Wiesen freigibt, ist für ihn Erholung pur. „Als ich von Schalke weg bin, wollte ich unbedingt aufs Land“, erinnert sich Thorsten Legat. „Ich bin kein Typ, der sich in einer Stadt wohlfühlt. Ich mag das Landleben, weil mir die Natur Ruhe schenkt.“

Einen Wunsch hat er sich für das 2500 Quadratmeter große Grundstück auch erfüllt: einen Aufsitzrasenmäher. Denn: „Männer brauchen Spielzeuge“, sagt er lachend. „Und ich mache alles im Garten selbst. Im Sommer fahre ich mit dem Mäher rum und habe Spaß. Unsere Hecke schneide ich auch selbst.“

Was noch fehlt zur Idylle, ist ein Hund. „Meine Frau und ich wollen unbedingt einen Hund, weil die Jungs aus dem Haus sind. Damit es nicht langweilig wird“, verrät er schmunzelnd. Nur einig sind sich Alexandra und Thorsten Legat noch nicht, welche Rasse es denn sein soll. „Meine Frau möchte eine französische Bulldogge“, sagt er.

Ihn würde es auch gar nicht stören, wenn er mit dem Hund durch die Stadt gehen und die Menschen sagen würden: „Guck mal, der Legat und sein Mode-Hündchen.“ Der frühere Bundesliga-Profi lacht: „Ach, das kann ich ab. Das Problem ist nur, der Hund wäre zu klein. Der würde sich doch im Garten verlaufen.“ Er plädiert deshalb für einen großen Hund. „Eine Alarmanlage sozusagen.“ Einen, der das Ehepaar auf seinen langen Spaziergängen begleiten kann. „Wir sind wahnsinnig gerne draußen in der Natur.“ Hier ein Plausch mit den Nachbarn, da ein freundliches Winken für die Bauern, die vorbeifahren.

Als offener Mensch trifft er auf einige Sturköpfe

In Dreibäumen ist er angekommen. „Als ich vor 18 Jahren ins Bergische gezogen bin, hab ich zuerst gedacht, dass es ein Fehler gewesen ist“, erinnert er sich. „Ich bin ja ein offener Mensch und gehe auf jeden zu, aber da waren einige Menschen doch schon bergisch stur.“

Mittlerweile ist das Bergische für ihn Heimat, Ruhepol, Rückzugsort. Sein älterer Sohn hat seinen Gesellenbrief gemacht und lebt in direkter Nachbarschaft in Hückeswagen. Der kleinere „wohnt weiter weg, hat aber Heimweh und will zurück in die Gegend hier“, sagt Legat und schweigt, bevor er mit einem Seufzen verrät, wo der jüngere Sohn wohnt: „In Dortmund.“ Besucht habe er ihn dort noch nie, sagt er lachend: „Wenn man auf Schalke gespielt hat, kann man doch nicht nach Dortmund fahren!“

Sein Sohn habe aber Verständnis dafür. „Der versteht das“, sagt er grinsend. Dass S04 in dieser Fußballsaison so schlecht dasteht, geht ihm natürlich an die Nieren. „Ich trauere mit Schalke. Da hilft nur noch, sich aufs Wesentliche zu besinnen und einfach alles zu geben.“

Zur Person

Thorsten Legat wurde am 7. November 1968 in Bochum geboren, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Als Profi-Fußballer war er für den VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, den VfB Stuttgart und den FC Schalke 04 aktiv. Später wurde Legat Trainer, unter anderem beim FC Remscheid. In dem Jahr nahm er an „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ teil, wurde Dritter. Seit 2019 ist er im Dschungel-Camp „Motivator“. Legat war auch bei „Hell’s Kitchen“, „Sommerhaus der Stars“ und „Ninja Warrior Germany“ tv-mäßig vertreten.

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