Fußball

Tauschel feiert Comeback im VfB-Tor

Nico Tauschel wird die Torwarthandschuhe nun also doch noch einmal überstreifen. Der frühere FCR-Keeper hilft beim VfB Marathon im Derby gegen Ayyildiz aus. Archivfoto: Holger Battefeld
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Nico Tauschel wird die Torwarthandschuhe nun also doch noch einmal überstreifen. Der frühere FCR-Keeper hilft beim VfB Marathon im Derby gegen Ayyildiz aus.

Heimspiel für 09/35 in der Landesliga, FCR in Speldorf – Bezirksligisten brennen auf Punkte.

Von Andreas Dach und Fabian Herzog

Landesliga: SV 09/35 Wermelskirchen – ESC Rellinghausen (So., 15 Uhr, Dönges-Eifgen-Stadion). Die Absage des Kreispokalspiels bei Türkiyemspor Remscheid hat man beim SV 09/35 mit einem weinenden und einem lachenden Auge zur Kenntnis genommen. „Weinend, weil ich Leuten wie Eren Eryürük, Eliot Cakolli, Shogo Aikawa und einigen anderen gerne Spielpraxis gegeben hätte“, wie es Trainer Sebastian Pichura begründet. „Lachend, weil die Verletzungsgefahr auf dem kleinen Platz in Reinshagen doch relativ groß ist.“ Die Begegnung hätte auf der oberen Anlage stattfinden sollen.

Weshalb die volle Konzentration nun auf die Meisterschaft gerichtet wird, wo man es laut Pichura mit einem Gegner zu tun bekommt, „der uns nicht so liegt“. Erschwerend kommt hinzu, dass beinahe die komplette Defensivachse wegbricht. Torhüter Sebastian Weber ist auf einer Familienfeier, Nico Postic (ohnehin noch gesperrt), Marin Postic, Furkan Kücüktireli und Alex Kelm machen Urlaub. So dass man Pichura in diesen Tagen eher der Heimwerkerfraktion zuordnen muss: „Ich werde mir eine Aufstellung schnitzen und basteln müssen.“ Im Kasten könnte Torwarttrainer Jens Lassak stehen, weil auch Jonas Wagenpfeil und Yannick Klüppelberg nicht zur Verfügung stehen. Und auf dem Feld könnte es zu einem Verschiebebahnhof kommen: „Vielleicht steht bei uns ein Stürmer plötzlich in der Verteidigung.“

Landesliga: VfB Speldorf – FC Remscheid (So., 15 Uhr). Wochen der Wahrheit? Anders kann man kaum nennen, was auf den FCR zukommt. Am Sonntag geht es zum Spitzenreiter, eine Woche später ist der SV 09/35 zu Gast, ehe man zum derzeitigen Dritten SF Hamborn 07 muss. „Uns ist nicht Bange“, bezieht sich die Aussage von Trainer Marcel Heinemann zunächst einmal auf den Gang nach Speldorf. Dabei ist man sich sehr wohl bewusst, dass der aktuelle Spitzenreiter mit einigen Hochkarätern um die Ecke kommt. Man denke nur an Athanasios Tsourakis, der beim MSV Duisburg Profi-Erfahrung gesammelt hat. Oder den ewig jungen Ercan Aydogmus, der den FCR schön öfter abgeschossen hat.

Doch die 90 Minuten müssen erst einmal gespielt werden. Die Remscheider kommen mit der Gewissheit, zuletzt gegen Mintard eine sehr ordentliche zweite Hälfte gespielt zu haben. „Das war gut für die Moral“, befindet Heinemann. Ihm fehlen weiterhin die Rotsünder Dylan Oberlies und Ibuki Noguchi, Michele Buscemi ist aus beruflichen Gründen verhindert, und hinter dem Einsatz von Ahmed Al Khalil und Malte Lüttenberg steht ein Fragezeichen. Sie sind mehr oder weniger heftig angeschlagen. Heinemann: „Es ist schade, dass wir nie mal ein paar Wochen in Folge die identische Mannschaft aufbieten können.“

Bezirksliga: VfB Marathon – SC Ayyildiz (So., 15 Uhr, Reinshagen). Das Derby ist im Vorfeld geprägt von höchstem Respekt. Als „stark“ beschreibt VfB-Spielertrainer Dominik Müller beispielsweise den Gegner kurz und knapp.

Weniger wegen dieser Qualitäten, als viel mehr aufgrund des Ausfalls von Stammkeeper Marc-Oliver Schidzig (privat verhindert), kommt es zu einem besonderen Comeback: Nico Tauschel wird zwischen den Pfosten der Gastgeber stehen. Müller erläutert: „Nekko ist einer meiner besten Freunde und hatte sich für so einen Notfall bereiterklärt.“ In der zurückliegenden Woche habe er schon mittrainiert und sich die lange Pause nicht anmerken lassen. Außerdem neu im XXL-Kader des VfB: der wiedergenesene Pascal Urban.

Von einer – passend zum Sonntag – „Qual der Wahl“, die seinen Trainerkollegen plagt, kann Erdal Demir nur träumen. Seine Verletztenliste ist weiterhin lang, nun ist auch noch Enes Gün privat verhindert. Mittlere bis große Fragezeichen stehen zudem hinter Luca Lenz, Hakan Gözen, Cemal Öztürk und Furkan Özuzun. „Ich hoffe, dass wir den Schwung aus dem Sieg im Kreispokal mitnehmen können“, sagt der Ayyildiz-Coach und glaubt: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.“ So viel zum Thema gegenseitiger Respekt.

Bezirksliga: SC 08 Radevormwald – SC Frintrop 05/21 (So., 15 Uhr, Kollenberg). In den bisherigen fünf Spielen lag die Favoritenrolle meist eher beim Gegner. Nun aber, gegen das Tabellenschlusslicht, ist der SC 08 in der Pflicht. „Das Spiel müssen wir für uns entscheiden“, sagt der Vorsitzende Frank Dombrowski klipp und klar. Dass die Essener zuletzt mit einem 0:0 gegen Ronsdorf überraschten, interessiert ihn nur am Rande. Auch personell gibt es nach der Rückkehr von Philipp Andreas, Berkay Colak, Leo Finkensieper und Doriano Fischer keine Ausreden mehr. Erst recht nicht, wenn auch noch Niklas Brocksieper rechtzeitig fit werden sollte.

Bezirksliga: SSV Bergisch Born – SSVg. Velbert U23 (So., 15.15 Uhr, Born). Das zuletzt spielfreie Wochenende hat den Bornern ebenso gutgetan wie das 6:1 im Kreispokal am Dienstag beim BV 10. „Ich hoffe, dass wir Selbstvertrauen getankt haben“, sagt Trainer Sascha Odina und bezieht dies vor allem auf die Doppeltorschützen Carmelo und Nick Salpetro. Denn der überraschend mäßige Saisonstart steht nicht nur in engem Zusammenhang mit den Personalproblemen, sondern vor allem auch mit einem stotternden Angriffsmotor.

In der vergangenen, abgebrochenen Saison stellten die Borner nach den sieben absolvierten Partien mit 22 Buden die beste Offensive der Liga. Aktuell stehen nach vier Spielen gerade einmal fünf Törchen zu Buche. „Die Lockerheit fehlt uns“, hat Odina festgestellt. „Wenn wir mehr Spaß an der Freude haben, kommt der Rest von ganz alleine.“ Gegen die Velberter, die der Trainer des SSV als „gierige, junge Truppe“ beschreibt, stehen mit zwölf Spielern aus dem Kader der Ersten genau so viele Akteure zur Verfügung, wie auf der Ausfallliste stehen. Immerhin: Jan Prein und Jannic Kilter haben das Lauftraining in dieser Woche wieder aufgenommen.

Bezirksliga: SSV Berghausen – Dabringhauser TV (So., 15.15 Uhr). Mit vier Punkten aus vier Begegnungen können beide Teams nur bedingt zufrieden sein. „Das Spiel wird richtungweisend“, glaubt DTV-Trainer Marco Menge, der mit seiner Mannschaft unter anderem auf den langjährigen Dabringhausener Yannick Freer trifft. Aufgrund des zusätzlichen Ausfalls von Manuel Sichelschmidt (Urlaub) und der damit weiterhin extrem angespannten Personalsituation wird sich Menge selbst auf die Bank setzen. „Wobei ich eigentlich immer lieber von Anfang an gespielt habe“, sagt er schmunzelnd. „Ich muss wohl im Abschlusstraining den einen oder anderen noch weggrätschen.“

Bezirksliga: DV Solingen – SSV Dhünn (So., 15.30 Uhr). Bange machen vor dem Spitzenreiter? Das kommt für die Dhünner nicht infrage. „Wir fahren mit breiter Brust dahin und wollen den einen Punkt, den wir beim Anpfiff haben, auch nach dem Schlusspfiff mitnehmen“, macht Trainer Kristian Fischer deutlich.

Den Druck sieht er eindeutig bei den Solingern, die sich im Sommer ordentlich verstärkt, zuletzt noch mit Serkan Hacisalihoglu nachgelegt und immer gesteigert haben. „Die müssen, wir wollen und können gewinnen“, sagt Fischer. „Das ist doch eine angenehme Ausgangslage.“ Er ist zudem happy, dass Christian Nippel, Flo Mosler und Robin Böge aus dem Urlaub zurück sind. Robin-Dag Bührmann ist aber weiter gesperrt, auch Daniel Matuschzik (beruflich verhindert) und René Katzwinkel (Knie) sind nicht dabei.

Kollegialität

Erdal Demir war vergangenen Sonntag extrem niedergeschlagen, nachdem sein SC Ayyildiz zu Hause ein überraschendes 0:5-Debakel gegen Bayer Wuppertal erlebt hatte. Was ihm dann aber einen Tag später widerfahren ist, fand der Trainer „einfach nur super.“ Sebastian Pichura, Coach des Landesligisten SV 09/35 Wermelskirchen, meldete sich mit aufbauenden Worten beim Remscheider Trainer und bestärkte diesen in seiner Arbeit. „Dabei kannten wir uns vorher nur flüchtig“, erzählt Demir. „Das zeigt aber, was der Pichura für ein feiner Kerl ist.“

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