Handball

Tage zwischen Philosophie und Printen

Viele alte Weggefährten waren am Freitagabend zum Abschied von Jens Reinarz nach Wermelskirchen gekommen. Foto: Peter Kuhlendahl
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Viele alte Weggefährten waren am Freitagabend zum Abschied von Jens Reinarz nach Wermelskirchen gekommen.
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Handball: Beim Drittligisten Bergische Panther laufen die Planungen – Regionalligist HGR siegt in Aachen.

Wermelskirchen. Der Boss ging am Freitagabend unter die Philosophen. „Es ist alles im Fluss“, betonte Hans-Jürgen Middendorf in Anlehnung an den griechischen Denker Heraklit mehrfach. Das Vorstandsmitglied der Bergischen Panther hielt sich bei der Beantwortung der Frage, wie es um die Zukunft von drei der fünf vor dem letzten Heimspiel gegen den TuS Volmetal, das die Panther – wie berichtet – mit 26:23 (11:12) gewannen, eigentlich verabschiedeten Akteure vornehm zurück.

Mit Blumen und Präsenten bedachte er vor der Partie Jens Reinarz, Sven Jesussek, Conner Schütte, David Ferne und Torben Schneider. Fest steht, dass Schütte zur 2. Mannschaft des VfL Gummersbach wechselt. Schneider, der in dieser Saison für das Verbandsligateam im Einsatz ist, hängt die Schuhe an den Nagel.

Das macht Reinarz mit bald 40 Jahren auch. Aber der Ex-Bundesligaspieler würde gerne in anderer Funktion beim Drittligisten bleiben. „Das weiß der Verein, der nun am Zug ist“, erklärte er. „Ansonsten ist heute ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen“, sagte der Allrounder mit einem dicken Kloß im Hals und einem Tränchen aus den Augen wischend.
Dazu auch: Panther verabschieden sich würdig von den Fans

Gefreut hat er sich indes, dass viele alte Weggefährten seiner langen Karriere dabei waren. Traurig war er, dass Ehefrau Mandy fehlte. Die Handballerin des Zweitligisten HSV Solingen-Gräfrath befand sich in Quarantäne.

Drei Keeper würden zu einem Luxusproblem

Auf einen langen Sommer ohne eine kräftezehrende Vorbereitung freut sich Jesussek. „Das werde ich genießen“, sagte der Linksaußen. Der Ingenieur bei Vaillant tritt aus beruflichen Gründen kürzer. „Mein Pass bleibt aber bei den Panthern. Wer weiß, wann es wieder in den Fingern juckt.“

Dass Ferne zu den besten Keepern der 3. Liga gehört, hat er am Freitag in der zweiten Halbzeit wieder bewiesen. „Das war richtig stark“, lobte auch Panther-Trainer Marcel Mutz den Torhüter, der vor einigen Wochen aus der Konkursmasse des Leichlinger TV gekommen war.

Da die Panther aber auf zwei starke Keeper setzen können, ist sein Bleiben – obwohl Middendorf auch hier wieder Heraklit zitiert – aus finanziellen Gründen eher unwahrscheinlich.

Seinen Vertrag noch nicht verlängert hat Max Weiß, der aktuell von einer Meniskusverletzung ausgebremst wird. „Es ist zwar nicht so schlimm, wie befürchtet. Aber in drei Wochen entscheidet sich erst, ob ich nicht doch operiert werden muss“, berichtet der Kreisläufer, der auch davon abhängig macht, wie seine sportliche Zukunft aussehen wird. So wartet auf die Panther-Verantwortlichen einiges an Arbeit. Und Middendorf wird noch reichlich denken müssen.

Mit einem 30:26 (14:10)-Erfolg im Gepäck kehrte am Samstagabend die HG Remscheid von der holländischen Grenze zurück. Eine coole, eine abgezockte und eine beherzte Leistung war Grundlage des Sieges in der Handball-Regionalliga beim BTB Aachen. Dieser war mehr wert als zwei Punkte, wenn man weiß, unter welchen Bedingungen die Mannschaft von Alexander Zapf beim Tabellennachbarn antreten musste. Basti Schön, ohnehin in dieser Saison vom Pech verfolgt, hat sich erneut verletzt (Knie). Er droht für den Rest der Saison auszufallen. Dann musste auch noch Florian Hinkelmann aus dem Kader gestrichen werden – Corona.

Um so bemerkenswerter, mit welcher Cleverness die Gäste ihren Stiefel herunterspielten und nach anfänglich ausgeglichenem Verlauf (8:8, 21.) eigentlich immer die Nase vorne hatten. Mal deutlicher mit vier Toren Differenz, mal knapper. Etwa eine knappe Viertelstunde vor Schluss, als der Gastgeber auf 19:21 herangekommen war.

Felix Handschke – hier in der Aachener Zange – feierte nach fünfmonatiger Zwangspause ein tolles HGR-Comeback.

Bangen? Zittern? Zweifeln? Nicht mit der HGR, bei denen zum Beispiel ein Michael Heimansfeld nicht nur wegen seiner Tore voranging. Er stellte mit „Doni“ Hertz einen starken Innenblock, vor allem zwischen der 15. und 30. Minute. Und dann war da ein Felix Handschke, der nach langer Verletzungspause ein sensationelles Comeback feierte. Die Aachener Handball-Printen entpuppten sich jedenfalls als schmackhaft. Trainer Alexander Zapf beschrieb das anders: „Wir waren eiskalt und haben in den richtigen Momenten die richtigen Entscheidungen getroffen.“

Tore: Heimansfeld (7), Jansen (6/4), Hermann (5), Rath (4), Hertz (3), Handschke (2), P. Hinkelmann, Luciano, Taymaz (je 1).

Blick voraus: Spiele für Panther und HGR

Panther und HGR müssen im Laufe der Woche schon wieder ran. Der Drittligist tritt am Mittwoch (20 Uhr) bei der SG Schalksmühle-Halver zum letzten Spiel der Saison an. Regionalligist HGR empfängt am Dienstag um 19.45 Uhr (Neuenkamp) den HC Gelpe-Strombach.

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