Erinnerung

Die Sportszene trauert um Dieter Groß

Dieter Groß an einem der Orte, der ihm am Herzen lag: die Lenneper Altstadt. Foto: RGA-Archiv
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Dieter Groß an einem der Orte, der ihm am Herzen lag: die Lenneper Altstadt.
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Lenneper Ringer-Legende ist am Dienstag im Alter von 77 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben.

Von Peter Kuhlendahl

Die Remscheider Sportszene trägt Trauer. Ringer-Legende Dieter Groß ist tot. Er starb Anfang der Woche wenige Tage nach seinem 77. Geburtstag plötzlich und unerwartet. Groß hinterlässt seine Lebensgefährtin, zwei Töchter einen Sohn und einen Enkel.

Noch vor drei Wochen hatte er sich in der RGA-Sportredaktion gemeldet. Damals aus einem traurigen Anlass. Sein früherer Sportskamerad und spätere Olympiasieger Bernd Kannenberg war gestorben.

Bis ins hohe Alter legte Dieter Groß die Konkurrenz noch regelmäßig auf die Matte.

Groß war traurig, blickte aber selbst optimistisch in die Zukunft. Erzählte von Plänen, die er hatte, wenn die unsägliche Pandemie vorbei sei. Er wirkte agil wie immer, wenn man ihn traf oder mit ihm telefonierte. Weil er eben ein Sportler und Kämpfer durch und durch war.

Dass er Lenneper und nicht Remscheider sei, hatte er ansonsten immer wieder mit einem Augenzwinkern betont. Aufgewachsen in der dortigen Kammgarnsiedlung war er Mitte der 1950er-Jahre durch seinen Vater zu dem Sport gekommen, der ihn sein Leben lang begleitete: das Ringen. In der Halle der Schule Glocke in Lennep ging es los.

Und sofort stellten sich erste Erfolge ein. Nicht nur auf Kreis-, sondern auch auf Landesebene gehörte er ruckzuck zu den besten Nachwuchsringern. Aus dem Ringerteam des VfB 06/08 Remscheid war er schnell nicht mehr wegzudenken. Er führte den VfB 06/08 bis in die Oberliga, schaffte es auch immer wieder, den Nachwuchs mit seiner einnehmenden Art für eine der ältesten Sportarten überhaupt zu begeistern. Selbst im Alter von 55 Jahren stand er noch für das Team auf der Matte.

Aber auch danach war noch längst nicht Feierabend. Als Solo-Kämpfer startete Dieter Groß dann bei den Senioren so richtig durch. Über sechs Deutsche Meisterschaften konnte er sich freuen. Von einer Weltmeisterschaft kam er mit einer Bronzemedaille nach Hause. Gefeiert wurden die Erfolge mit seinen „Kammgarner Jungs“ im Café Krüger in Lennep.

2007 endete bei der DM seine lange Karriere

Die spendeten dort 2007 auch Trost, als er seine tolle Karriere im Alter von 63 Jahren endgültig beendete. Sein großer Wunsch ging da allerdings nicht in Erfüllung. Bei seinem letzten Auftritt bei einer Senioren-DM schrammte er knapp an der Bronzemedaille vorbei.

Aber nicht nur als Aktiver, sondern auch als Funktionär war Dieter Groß dem Sport eng verbunden. Alles selbstverständlich ehrenamtlich. So war er viele Jahre Abteilungsleiter bei den VfB-Ringern. Später dann auch 2. Vorsitzender des Sportbundes Remscheid. Für die Dachorganisation der Vereine in der Stadt war er auch danach noch lange aktiv. Quasi als Mädchen für alles. Und dabei zeigte sich, was ihn auszeichnete: Auf Dieter Groß war immer Verlass. Er gehörte zu den Menschen, die man nachts um 3 Uhr anrufen konnte und der dann Himmel und Hölle in Bewegung setzte, um große und kleine Probleme mit Rat und Tat zu lösen.

Nur verärgern durfte man Dieter Groß nicht. Dann wurde er konsequent. Wie vor einiger Zeit. Da kehrte er nach 65 Jahren Mitgliedschaft „seinem“ Verein den Rücken, da der VfB 06/08 aus dem Verband und dem Deutschen Ringerbund ausgetreten war. Wie sehr ihn das geärgert hatte, wurde im Gespräch mit ihm deutlich.

Und genau diesen herzerfrischen Austausch mit ihm werden wir in Zukunft vermissen. Nicht nur der Remscheider Sport, sondern auch die RGA-Sportredaktion trauert um Dieter Groß.

Persönlich

Dieter Groß wurde am 28. Januar 1944 geboren. Nach 42-jähriger Ehe musste er 2005 von seiner Frau Elke Abschied nehmen. Sie hatten mit Delia, Randolph und Tanja drei gemeinsame Kinder und mit Jerome einen Enkel. Groß fand dann ein spätes Glück. Lebensgefährtin Gisela wohnt in Ahrweiler. Dort verbrachte der Lenneper in den vergangenen Jahren auch viel Zeit.

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