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Spieler unterstützen die Sponsoren

Die Panther bilden derzeit eine echte Einheit.
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Die Panther bilden derzeit eine echte Einheit.
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Drittligist HSG Bergische Panther ist noch in der Warteschleife. Vorbereitung auf die neue Saison soll im Juni starten.

Von Peter Kuhlendahl

Er ist ein Geschäftsmann durch und durch. Seit vielen Jahren führt er auch die Geschicke des Handball-Drittligisten HSG Bergische Panther. Und unabhängig davon, wie auch Hans-Jürgen Middendorf von der Corona-Krise auf den verschiedensten Ebenen betroffen ist: Vor wenigen Tagen gab es eine Situation, die ihn emotional sehr positiv beeindruckt hat. „Da hatte ich richtig das Pipi in meinen Augen stehen“, berichtet der Panther-Boss.

Der Auslöser dafür war die spontane Reaktion der Drittligaspieler bei einer Videokonferenz. „Das war einfach überragend“, meint Trainer Marcel Mutz. Natürlich war auch den Handballern nicht verborgen geblieben, dass die Pandemie dem einen oder anderen Sponsor wirtschaftlich ziemlich zugesetzt hat. „Aus diesem Grund stellen die Jungs ihre Mannschaftskasse komplett zur Verfügung. Die geplante Tour, auf der sie sonst auf den Kopf gehauen wird, fällt ja aus“, erzählt Mutz. Was genau mit dem Geld passiert, ist noch offen. „Da gibt es zum Beispiel die Idee von Gutscheinen“, sagt der Coach.

Auf Tuchfühlung können auch Hans-Jürgen Middendorf (l.) und Marcel Mutz aktuell nicht gehen.

Dabei ist es den Spielern aufgrund der allgemeinen Situation im Vorfeld auch selbst an den Geldbeutel gegangen. Seit fünf Wochen ruht der Spielbetrieb. Keine Heimpartien, kein Cent Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Catering. „Wir haben uns sehr schnell geeinigt. Auch das zeigt, was für einen tollen Charakter diese Mannschaft und jeder einzelne Spieler hat“, betont Middendorf, der natürlich weiß, wie schwer dies manch einem Spieler gefallen ist. „Wie zum Beispiel den Studenten“, sagt er.

Drei Wochen Training sind notwendig, um wieder zu spielen

Ansonsten geht bei den Panther jeder davon aus, dass die Saison abgebrochen wird. „Alles andere wäre völlig unrealistisch“, erklärt Mutz, der zudem darauf hinweist, dass mindestens drei Wochen Training notwendig sind, um überhaupt wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können. Allerdings müssen sich alle Beteiligten weiter gedulden. Für die drei höchsten deutschen Ligen steht – anders als für den Rest – ein endgültiger Beschluss noch aus. Der Deutsche Handball-Bund hat sich selbst eine Frist bis zum 16. Mai gesetzt. „Ich glaube aber, dass es zumindest für die 3. Liga eine Entscheidung gibt, die zeitnah ist“, meint Middendorf.

Dann wäre zumindest ein Fragezeichen vom Tisch. „Das größte Problem aktuell ist doch, dass es einfach kein Ziel gibt. Das nagt an allen und geht an die Motivation“, erklärt der Panther-Coach. Momentan hält sich jeder Akteur individuell fit. Überwachungs-Apps oder sonstige spezielle Pläne gibt es nicht. Mutz: „Die Jungs sind Profis. Da mache ich mir keine Gedanken.“

Mit großer Sehnsucht warten alle darauf, endlich wieder in die Halle zu kommen. „Ich glaube, wenn sie die Bälle endlich wieder sehen, werden aus gestandenen Männern kleine Kinder“, sagt der Coach mit einem Lachen. Allerdings wird es auch schnell wieder ernst: „Wir sind doch alle Sportjunkies, und es fehlt eben das Entscheidende.“

Derweil laufen sämtliche Planungen auf allen Ebenen im Hinblick auf die neue Saison. Die Vorbereitungsphase der Mannschaft soll im Juni beginnen. „So wie in jedem Jahr. Ob der dann umgesetzt werden kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt“, meint Mutz.

Wenn es endlich losgeht, dann mit dem neuen Kader, zu dem auch die drei Zugänge Felix Korbmacher, Simon Schlösser und Lukas Elverfeld gehören werden. Von der aktuellen Mannschaft sind Max Adams und Philipp Hinkelmann nicht mehr dabei. Und wohl auch Bastien Arnaud. Der Franzose ist aber eventuell ein Thema für die 2. Mannschaft. Außerdem stehen noch abschließende Gespräche mit anderen Spielern an.

In finanzieller Hinsicht sind alle Hausaufgaben gemacht

Bleibt noch die Frage, welche Auswirkungen die Corona-Krise aus finanzieller Sicht auf den Drittligisten hat. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Alles andere steht nicht in unserer Macht. Ein Vorteil unseres Sponsoren-Portfolios ist, dass wir nicht von einem oder zwei Unterstützern abhängig sind, sondern es weit gefächert ist“, betont Middendorf, der ansonsten – wie auch Marcel Mutz – nur einen grundsätzlichen Wunsch hat: „Hoffentlich bleiben alle gesund.“

Oder werden es wieder. Wie Thorsten Brütsch. „Ich war im Skiurlaub in Österreich und hatte mich dort mit dem Corona-Virus infiziert“, berichtet der Team-Manager, der mittlerweile genesen ist. „Da ich vorher eine dicke Erkältung hatte und ich so vergleichen konnte, war mir schnell klar, dass es mich erwischt haben musste. Mir ging es dann zwei Tage richtig schlecht. Ansonsten bin ich den Umständen entsprechend ganz gut durch die Zeit gekommen“, erzählt Brütsch.

RESTLICHE SPIELE

HSG BERGISCHE PANTHER Das letzte Meisterschaftsspiel des Drittligisten fand am 8. März statt. Da unterlag er in eigener Halle gegen die SG Schalksmühle/Halver mit 24:26 (12:14). Fünf Partien müssten jetzt noch in der laufenden Saison 2019/20 absolviert werden. Dabei hätten die Panther noch Heimspiele gegen den TuS Volmetal und den TuS Spenge. In den Auswärtspartien würde es zum Longericher SC, zum Leichlinger TV und zum TBV Lemgo Lippe II gehen. Die Panther rangieren derzeit auf dem siebten Tabellenplatz.

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