Handball

Spielbetrieb ruht im Grunde seit März

Dietmar Pistohl, Trainer der 2. Mannschaft des HC BSdL, gibt Anweisungen. So ein Bild gibt es seit Monaten nicht. Archivfotos: Holger Battefeld
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Dietmar Pistohl, Trainer der 2. Mannschaft des HC BSdL, gibt Anweisungen. So ein Bild gibt es seit Monaten nicht.
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Die Vereine in der Handball-Bezirksliga hängen seit Monaten in der Luft.

Von Peter Kuhlendahl

Sie ist Spitzenreiter. Die 4. Mannschaft der Bergischen Panther thront in ihrer Bezirksligagruppe nicht nur auf dem Platz an der Sonne, sondern hat von den hiesigen Teams als einziges in der Saison 2020/21 zwei Partien absolviert. Alle anderen Mannschaft waren in den vergangenen acht Monaten jeweils erst in einem Pflichtspiel im Einsatz. Umstände, die zeigen, wie gebeutelt gerade die Handball-Bezirksliga in den Coronazeiten ist. Im folgenden ein Überblick über die Situation der Clubs.

Bergische Panther IV: Dank des Abbruchs der vergangenen Saison ist das Team, das da auf einem Abstiegsplatz rangierte, überhaupt noch in der Liga. Mit ein Grund dafür war die personelle Misere. „Das ist aktuell ganz anders. Wir sind so gut wie lange nicht aufgestellt“, sagt Spielertrainer Arne Cromm, der zuletzt auch Ex-Drittligaspieler Robert vom Stein begrüßen konnte. Dumm nur, dass die Saison erst nicht richtig ans Laufen kam und aktuell komplett unterbrochen wurde. „Allerdings bin ich der Meinung, dass sie gar nicht hätte starten sollen“, meint Cromm, der nun mit seinem Team darauf wartet, dass es endlich richtig losgeht. „Dann werden wir mit dem Abstieg auch sportlich nichts zu tun haben“, betont der Spielertrainer.

Auch LTV-Coach Torsten Fengler ist bedient.

Lüttringhauser TV: Kurz und knapp kommentiert LTV-Trainer Torsten „Icke“ Fengler den Stand der Dinge: „Es ist einfach eine Scheißsituation!“ Mit großem Engagement und Ehrgeiz war das Team in die Saison gestartet, überzeugte vor zwei Monaten im ersten Spiel und musste ab dann zuschauen. „Wir können es einfach nicht ändern“, sagt Fengler, der sich auch mit dem Modus nicht wirklich anfreunden konnte. Der Bergische Handballkreis hatte die Bezirksliga in zwei Gruppen unterteilt und so einen entzerrten Spielplan präsentiert. Dies sei zwar gut gemeint gewesen, „aber ein paar Spiele mehr hätten es jetzt doch sein können“, sagt der Coach, dessen Schützlinge sich nun motiviert daheim versuchen, fit zu halten.

HC BSdL II: Die 2. Mannschaft der Soldaten war fit wie nie in die Saison gestartet. Oliver Elitzke, der Coach Dietmar Pistohl während dessen Ausfalls wegen einer Knieoperation vertrat, hatte eigens eine Fitnesstrainerin engagiert. „Wenn es aber irgendwann weitergehen sollte, fangen wir allerdings wieder von vorne an“, meint Pistohl, der mittlerweile wieder einsatzbereit ist, dem aber nun coronabedingt die Hände gebunden sind. Und wohl auch noch länger bleiben.

Der Handball-Verband Niederrhein hatte vor wenigen Tagen verkündet, dass in diesem Jahr kein regulärer Meisterschaftsbetrieb mehr stattfindet. Dem hatte sich auch der Bergische Handballkreis angeschlossen. Wenn es dann weitergeht, wird seine Mannschaft komplett Gewehr bei Fuß stehen. Dietmar Pistohl: „Auch die Akteure, die im „reiferen Alter“ sind, werden weitermachen. Seine sportliche Karriere will mit einem Pandemie-Lockdown keiner beenden.“

Wermelskirchener TV II: Im Lager der 2. Mannschaft des WTV nimmt man den aktuellen Lockdown und die Tatsache, dass die Saison im Grunde noch gar nicht begonnen hat, eher gelassen. „Unser junges Team hat eh keiner auf der Rechnung. Und in der Bezirksliga spielen wir ja weiter, weil es beim Saisonabbruch keine Absteiger gab“, sagt WTV-II-Coach Michael Dedek. Für ihn und seine Schützlinge bleibt nun im Grunde mehr Zeit, sich an die Luft in der Bezirksliga gewöhnen zu können. Aktuell geht aber auch in Wermelskirchen nichts. „Selbst für eine Laufeinheit. Versuchen Sie mal, einen Handballer bei Dunkelheit am späten Nachmittag zu einer Aktivität zu bewegen“, sagt Dedek.

HSG Radevormwald/Herbeck II: Der Frust bei den Bergstädtern ob der aktuellen Situation hält sich in Grenzen. „Es war ja irgendwie absehbar. Die Entscheidung ist auch grundsätzlich richtig, da die Gesundheit absoluten Vorrang hat“, erklärt Rades Spielertrainer Christian Gritsch, der, als sich der sportliche Lockdown abzeichnete, seinen Schützlingen freigestellt hatte, ob sie an den Trainingseinheiten teilnehmen würden. Der Großteil war dabei. Vielleicht auch, weil sie ahnten, was ihnen nun allen fehlt. „Man muss auch die soziale Komponente betrachten. Es ist ja nicht nur der gemeinsame Sport, sondern auch der Austausch und das gemeinsame Bierchen nach dem Training“, betont Gritsch.

HC BSdL: Für das neue Trainergespann der Remscheider, Jens Wagner und Roman Steinmetzer, war der bisherige Saisonverlauf „eine ziemliche Katastrophe“, wie es Wagner bezeichnet. Der Coach der Soldaten hält auch nicht damit hinter dem Berg, was er von der damaligen Entscheidung des Bergischen Handballkreises hält, die Ligen zu splitten: „Gar nichts. Und wirklich erklären, warum zwischen den einzelnen Spieltagen wochenlange Pausen liegen sollten, konnte mir auch keiner.“

Bis zum kompletten Lockdown haben alle Beteiligten versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Wagner: „Die Truppe hatte Spaß. Und sie freut sich drauf, endlich richtig angreifen zu können.“ Wann auch immer das sein mag . . .

Saison 20/21

Der Bergische Handballkreis war einen eigenen Weg gegangen und hatte die Liga zweigeteilt. Nach Hin- und Rückspielen soll es dann eine Auf- und eine Abstiegsrunde geben. Der Spielplan war von den Verantwortlichen sehr entzerrt worden. So sollten mehr Spielräume geschaffen werden. Jetzt wird es zeitlich aber eng.

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