Die Woche im Sport von Andreas Dach

Sorgen und Ängste der Sportler muss man ernst nehmen

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Corona bewegt uns seit Monaten. Und wird das voraussichtlich noch über einen langen Zeitraum tun.

Wann, wie und wo Sportler in diesen Tagen und auch in der nächsten Zeit ihrem liebsten Hobby nachgehen, wird maßgeblich von diesem ekelhaften Virus diktiert. Stopp, stimmt nicht (ganz). Zumindest auf das Wann nehmen Funktionäre einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

Werfen wir einen Blick auf die Amateur-Handballer. Sie alle lechzen danach, dem Sport wieder unter Wettkampfbedingungen nachgehen zu können. Sich mit Gegnern zu messen, Aufstiege zu feiern, Abstiege zu betrauern. Allerdings – und das wird von vielen so vertreten – unter weitgehend normalen Bedingungen.

Doch was ist schon normal in Corona-Zeiten? Für die Handballer am Niederrhein haben die Verantwortlichen des Verbands den Start in die Spielzeit auf das letzte August- beziehungsweise erste September-Wochenende festgelegt und weichen damit erheblich von dem ab, was der Deutsche Handball-Bund vorlebt. Der gibt den Profis ein paar Wochen mehr Zeit, sich vorzubereiten. Sie beginnen erst Anfang Oktober.

Den im Verhältnis niederklassigeren Vereinen von der Regionalliga abwärts wird das nicht möglich gemacht. Dabei werden sie Ende August vereinzelt noch nicht so weit sein, sich ins Getümmel zu stürzen. Einige beginnen gerade erst mit ernsthaftem Hallentraining. Die Vorbereitung ist also immens kurz, was böse Verletzungen nach sich ziehen könnte, wenn die Belastung in vier Wochen schon exorbitant in die Höhe schießt. Gewiss, das klingt hypothetisch. Und doch wäre jede Blessur, die in zu kurzer Trainingszeit ihre Ursache hat, eine zu viel.

Dann stellt sich die Frage nach Planung und Organisation. Wie funktionieren Corona-Spiele? Jede Minute mehr, welche die Clubs für eine vernünftige Vorbereitung zur Verfügung hätten, würde sich auszahlen. Duschen, Zuschauerränge, Ein- und Ausgänge, Abstände – wie will man das alles in der Kürze der Zeit seriös in eine akzeptable „Form“ bringen? Und was ist, wenn es zu ersten Coronafällen kommt? Wird alles wieder über den Haufen geworfen?

Sicher sind wir derzeit alle arg sensibel und vorsichtig. Die Gesundheit ist schließlich unser oberstes Gut. Auf die Entwicklung eines Impfstoffs zu warten, ehe es wieder ernst wird für die Handballer, ist unrealistisch. Das wäre vergleichbar mit dem Warten auf Godot. Könnte also dauern.

Aber wenigstens mit dem DHB konform zu gehen oder vielleicht sogar bis nach den Herbstferien zu warten, wie es viele andere Hallensportler auch machen, hätte eine praktikable Lösung sein können. So sind viele Clubs sehr unzufrieden, sogar sauer. Zum Teil auch regelrecht verängstigt. Was ist mit den Spielern, die sich wegen der Pandemie noch nicht trauen, um Punkte zu spielen? Oder den Vereinen, die Schwierigkeiten haben, die Hygienevorschriften im Sinne der jeweiligen Kommune umzusetzen? Will man mit dem Finger auf sie zeigen? Letztlich handelt es sich überwiegend um Hobbysportler. Und Ehrenamtler. Die dürfen wir nicht vergraulen.

TOP Die IGR Remscheid meldet zwei Teams für den Rollhockey-Europapokal.

FLOP Einige Clubs der Fußball-Kreisliga A haben Personalnöte. Dabei hat die Saison nicht begonnen.

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