Handball/ Tennis

Sommer-Reise führt in die Vergangenheit

Schon seit fünf Jahren trägt Julius Ante das Trikot des TuS Rheindorf. Beim Verbandsligisten fühlt er sich wohl, entsprechend hegt er keine Abschiedsgedanken. Foto: TuS
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Schon seit fünf Jahren trägt Julius Ante das Trikot des TuS Rheindorf. Beim Verbandsligisten fühlt er sich wohl, entsprechend hegt er keine Abschiedsgedanken.
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Julius Ante spielt seit Jahren in Rheindorf Handball – und nun wieder Tennis in seiner Heimatstadt Wermelskirchen.

Von Fabian Herzog

Hin und wieder sieht man ihn noch in den Hallen der Region. Wie beim Verbandsliga-Spitzenspiel vergangenes Jahr zwischen dem BHC II und der Panther-Zweiten, das er sich nicht entgehen lassen wollte. Seinen Lebensmittelpunkt hat Julius Ante aber schon lange ins Rheinland verlagert. Privat, beruflich und auch handballerisch. Beim TuS Rheindorf spielt der gebürtige Wermelskirchener schon seit fünf Jahren, ist dort Co-Kapitän und eine unverzichtbare Größe. „Da geht es sehr familiär zu“, erzählt Ante, was er am Verbandsligisten schätzt, und vergleicht diesen mit einer seiner früheren Stationen. „Es ist ähnlich wie in Rade.“

Den Kern der „eingefleischten Truppe“, wie Ante sie beschreibt, bilden Leverkusener. Mit ihnen schaffte er im ersten Jahr direkt den Verbandsliga-Aufstieg und kämpft seitdem darum, dass es nicht zurück in die Landesliga geht. Dennoch fühlt er sich extrem wohl, was auch am nicht vorhandenen Gehaltsgefüge liegt: „Bei uns kriegt niemand auch nur einen Cent.“

„Am Niederrhein würden wir extreme Schwierigkeiten haben, die Klasse zu halten.“
Julius Ante, Handballer

Aktuell belegen die Rheindorfer den neunten Platz, allerdings sind auch erst zwei Partien gespielt worden. „Das Niveau im Handball-Verband Mittelrhein ist ein ganz anderes“, sagt Ante. „Am Niederrhein würden wir extreme Schwierigkeiten haben, die Klasse zu halten“, ist sich der Linksaußen sicher. In dieser Meinung wurde er vergangenen Sommer bestärkt, als man ein Testspiel gegen den zugegebenermaßen starken Landesligisten HSG Radevormwald/Herbeck deutlich verlor.

In der Bergstadt spielte Ante bis Ende 2014, ehe er in Dublin ein Auslandssemester einstreute und anschließend nach Rheindorf wechselte. Zur HSG hatte ihn damals Guido Hugo gelotst, auch unter Markus Eigenbrod erlebte Ante, der aus der Wermelskirchener Jugend hervorgegangen ist und auch kurz beim HCW am Ball war, in Radevormwald eine gute Zeit.

Seit 2013 ein Paar, seit 2018 verheiratet: Julius und Katharina Ante beim Urlaub an der Ostsee.

Mit Beginn seines dualen Studiums zum Kaufmann für Spedition- und Logistik-Dienstleistung bei der Gilok GmbH in Frechen haben sich die Prioritäten in Antes Leben verändert. Erst recht jetzt, wo er alterstechnisch die 30 geknackt hat. „Handball ist nicht mehr das Wichtigste in meinem Leben“, sagt er. Gleiches gilt im Übrigen auch für seine älteren Brüder Robert, der lange für die SG Überruhr gespielt und in Essen lebt, und „Teddy“ Ante, der bei den Soldaten nur noch sporadisch in der 3. Mannschaft Gewehr bei Fuß steht.

Schon seit fünf Jahren lebt Julius Ante in Köln. Genauer gesagt im Stadtteil Braunsfeld, zwischen Ehrenfeld und Lindenthal. Damals ist er mit seiner Freundin Katharina Spies, einer früheren Handballerin aus Lüttringhausen, die er im Kölner Nachtleben kennengelernt hat, dorthin gezogen. Mittlerweile ist sie quasi seine Ex-Freundin – im Oktober 2018 wurde geheiratet.

2020 hat der 30-Jährige eine Reise in die Vergangenheit angetreten. Weil er auch im ersten Lockdown kein Handball spielen konnte, erinnerte er sich daran, welchem sportlichen Hobby er in der Jugend gerne nachgegangen war: Tennis. „Bis zur A-Jugend habe ich das parallel zum Handball beim TC Grün-Weiß Wermelskirchen gespielt“, erzählt Ante. Der Kontakt zum Verein war eh nie abgerissen, alleine durch seinen besten Kumpel Malte Ottmann, der mittlerweile Jugendwart bei Wermelskirchens ältestem Tennisclub ist.

So kramte Ante seinen alten Schläger raus, machte sich zweimal pro Woche auf den Weg von Köln in die alte Heimat und feierte sein grün-weißes Comeback – allerdings nur auf dem Trainingsplatz. Für die verkürzte Medensaison kam sein Entschluss zu spät. „Dieses Jahr will ich aber bei den Herren 30 mitmischen“, sagt er. Denn: „Ich bin recht schnell wieder reingekommen und habe den Ball über das Netz bekommen.“

Nebentätigkeit

Seit Jahren ist Julius Ante beim TuS der Tour-Beauftragte. Er plant und organisiert das alljährliche Saisonabschluss-Ritual – wie bei Handballern üblich, lautet das Ziel Mallorca. „Immer über Pfingsten“, erzählt Ante. 2020 fiel die Tour aus, für dieses Jahr besteht zumindest noch Hoffnung.

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