Triathlon

Hobby-Triathleten des TVW haben Biss

Für das Triathlon-Quintett des TV Witzhelden mit (hintern v.l.) Daniel Stüdtgen, Katja Maus, Andreas Frings, (vorne v.l.) Thomas Klopp und Michael Maus war Belek einmal mehr eine Reise wert.
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Für das Triathlon-Quintett des TV Witzhelden mit (hintern v.l.) Daniel Stüdtgen, Katja Maus, Andreas Frings, (vorne v.l.) Thomas Klopp und Michael Maus war Belek einmal mehr eine Reise wert.
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Burscheider Sportler um den Vorsitzenden Andreas Frings schätzen die Mischung in Witzhelden.

Von Fabian Herzog

Burscheid. Ehrgeizig sind sie alle. Wenn die Triathletinnen und Triathleten des TV Witzhelden bei einer Veranstaltung an den Start gehen, wollen sie alles aus sich herausholen. Von Verbissenheit ist dabei aber keine Spur. „Es ist völlig okay, wenn einer mal etwas länger braucht“, sagt beispielsweise Katja Maus, die der Hobbytruppe des TVW schon seit Jahren angehört und eben genau diese Mischung aus sportlichen Ambitionen und durch unterschiedliche Leistungslevel bedingte Lockerheit sehr zu schätzen weiß.

Immer wieder pickt sich das Witzheldener Triathlon-Team, dem neben vielen Leichlingern und ein paar Solingern auch die Burscheider Andreas Frings, Thomas Klopp, Michael und Martina Scharf sowie Petra Mauritz angehören, besondere Events heraus. Zumindest dann, wenn Corona es zulässt. „Lange Zeit durften wir ja nicht starten“, blickt Maus auf die zurückliegenden fast zwei Jahre zurück.

Dann war es aber soweit. Nachdem ihr Mann Michael und Natalie Bormann-Russ schon bei der Ironman-Veranstaltung in Duisburg Ende August endlich wieder Wettkampfpraxis sammeln konnten, machte sich ein Quintett des TVW auf den Weg in die Türkei. Beim Mitteldistanz-Ironman in Belek stellten sich neben Michael Maus, Katja Maus und Daniel Stüdtgen auch Thomas Klopp und Andreas Frings der Herausforderung, 1,9 Kilometer zu schwimmen, 90 Kilometer mit dem Rad zu fahren und 21 Kilometer zu laufen. „Da kamen endlich wieder lang vermisste Wettkampfgefühle und Emotionen zurück“, berichtet die 50-Jährige.

Wetterkapriolen: Burscheider wollten Wettbewerb absagen

Zu der sportlichen Anforderung gesellten sich für Jahreszeit und Region ungewöhnliche Wetterkapriolen. Am Morgen vor dem Wettkampf zog ein Gewitter auf, das die Bergischen sogar über einen Rückzug nachdenken ließ. Man entschloss sich aber zu starten. Trotz des auch heftigen Windes, der den Schwierigkeitsgrad der Schwimmstrecke im Meer mit starkem Wellengang noch einmal verschärfte. Selbst Stüdtgen, der beste Schwimmer im Team, hatte zu kämpfen. Seine 35:55 Minuten konnten sich aber ebenso sehen lassen wie die anschließende Radleistung von 2:25:44 Stunden.

Zum Ende kam dann aber noch die Sonne raus, sodass alle versöhnt, abgekämpft, aber glücklich das Ziel erreichten und die herausragende Stimmung samt Einlauf über einen roten Teppich genießen konnten. „Das ist einfach eine tolle Veranstaltung“, findet Katja Maus, die schon mehrfach im türkischen Strandort an den Start gegangen ist. Für Frings war es eine Premiere. Der seit sieben Jahren Vorsitzende der Witzheldener Triathleten („Ich koordiniere den Haufen so ein bisschen“) hatte schon viele Veranstaltungen wahrgenommen, zuvor aber noch nie die in Belek. „Es war wirklich gut“, sagt der 55-jährige Burscheider. „Ich mag einfach diese Kombination aus sportlichem Wettkampf und Urlaub.“

Andreas Frings gehört zu den Gründungsmitgliedern der Witzheldener Triathlon-Abteilung und hat entsprechend schon viel erlebt. Vor allem seinen ersten Wettkampf über die Ironman-Distanz, also 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen, wird er wohl nie wieder vergessen. „Das ist eine Erinnerung für immer“, sagt er über die schier märchenhafte Geschichte aus dem Jahr 2009. Damals gewann er in einer Lotterie einen Startplatz für den Ironman auf Hawaii, den härtesten Triathlon der Welt – und das ohne diese Distanz jemals absolviert zu haben. „Als ich die Zusage per E-Mail bekomme habe, wollte ich diese löschen. Weil ich dachte, es wäre Spam“, erinnert sich Frings. Als er realisierte, was ihm blühte, „wurde mir schon anders“.

Trotz neuer Hüfte: Planung für nächste Saisonhöhepunkte läuft

Frings zog es aber durch, meisterte das Abenteuer in einer Zeit von 15 Stunden und 14 Minuten und stellte sich von da an bis 2019 jedes Jahr einem Wettkampf über die Langdistanz. Mit einer neuen Hüfte lässt es der Burscheider aber mittlerweile ruhiger angehen, ohne auf seinen Sport verzichten zu wollen. So laufen die Planungen für dieses Jahr auf Hochtouren. Als Saisonhöhepunkt stehen die Events in Maastricht am 6. August und im italienischen Cervia am 18. September zur Disposition. Frings lächelnd: „Ich tendiere zu beiden.“

Bis dahin wird trainiert. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Das durch die Flutkatastrophe zerstörte Leichlinger Blütenbad kann zum Schwimmen nicht mehr genutzt werden. Im Sommer weicht man gerne zum Fühlinger See oder ins Leverkusener Freizeitbad „CaLevornia“ aus. Nicht zu trainieren ist für die Hobby-Sportler keine Option. Dafür sind dann doch alle viel zu ehrgeizig.

TVW-Triathlon

Wer Interesse hat, sich den Witzheldenern anzuschließen, kann über die Homepage Kontakt aufnehmen: www.tvw-witzhelden.de.

Andreas Frings sagt: „Wir sind eine Truppe von netten Leuten, die Spaß am Triathlon haben. Das ist eine gesellige Sache. Ein echter Triathlon-Verein, mit Schwimmtrainer und so weiter, sind wir aber nicht.“

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