Fußball

So kurz war die Pause nur selten

Das Röntgen-Stadion bleibt während der Ferien geöffnet. Dort kann man Trainingstermine buchen.
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Das Röntgen-Stadion bleibt während der Ferien geöffnet. Dort kann man Trainingstermine buchen.
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Analyse: Saison ist für die Fußballer beendet. Neue Spielzeit beginnt in sieben Wochen.

Von Andreas Dach

Die Fußballsaison endete so spät wie noch nie. Oder zumindest: so spät wie lange nicht mehr. Erst an diesem Sonntag kam es in der Bezirksliga und der Kreisliga A zu den letzten Partien. Die Zeit bis zum Start der Spielzeit 2022/2023 ist extrem kurz. Für den dringend benötigten Urlaub, für die Vorbereitung und für die Testspiele. Und dann sind da – zumindest in Remscheid – auch noch die Platzsperren, welche die kommenden Wochen nicht einfacher machen. Ein Überblick.

Warum hat die Spielzeit überhaupt so lange gedauert? Normalerweise ist doch schon gegen Ende Mai Schluss?

Die Erklärung ist einfach: Die Saison hat coronabedingt später begonnen.

Wie geht es nun weiter?

Die meisten Clubs setzen darauf, dass die Spieler jetzt in den Urlaub durchstarten und pünktlich zurück sind, wenn die Vorbereitungszeit wieder beginnt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit aber weiß man, dass dies unrealistisch ist. Es kommt selten vor, dass der Kader komplett zur Verfügung steht, wenn wieder die Waldläufe um die Talsperre anstehen und erste Einheiten am Ball absolviert werden.

Von welchen Zeitfenstern muss man in diesem Sommer ausgehen?

Viel Luft bleibt nicht. Bereits am 7. August wird in den Kreisligen wieder der Ball rollen. Eine Woche später, am 14. August, starten dann die Bezirks- und die Landesligen.

Weshalb ist der Start nicht für alle identisch an einem Wochenende?

Das hat mit den sogenannten Schlüsseln zu tun. In der Kreisliga A zum Beispiel wird mit einem 18er-Schlüssel geplant. Bedeutet: Die Gruppe ist größer. Landes- und Bezirksligen dürfen eher von 14er-Schlüsseln ausgehen, also von kleineren Gruppen. Deshalb der spätere Start.

Die Meldepflicht der Vereine ist vom 1. auf den 10. Juli verlängert worden. Was hat es damit auf sich?

Zumindest nichts, was die Arbeit für die Kreise vereinfacht. Es bleibt unglaublich wenig Zeit für das Erarbeiten von Spielplänen und Durchführungsbestimmungen. Und letztlich auch für das Ansetzen der Arbeitstagung. Stress nennt man das.

In Remscheid sind viele Sportanlagen vom 27. Juni bis zum 17. Juli gesperrt. Das macht die Vorbereitung für viele Clubs nicht leichter. Warum braucht man solch eine lange Pause für die Plätze und Hallen?

Sportamtsleiter Martin Sternkopf ist um Verständnis bemüht, sagt: „Wir schaffen es nicht, alle Plätze aufzuhalten.“ Er verweist unter anderem auf die Personalknappheit, Urlaubszeit, Überstunden, die abgebaut werden müssen, und Pflegemaßnahmen, die anstehen. Er sagt aber auch: „Wir versuchen, auch Alternativen zu schaffen.“

Was ist mit Alternativen gemeint?

Das Stadion Reinshagen und das Röntgen-Stadion bleiben geöffnet. Für diese Plätze kann man sich um Trainingszeiten bewerben. Wobei das Röntgen-Stadion auch zunächst auf der Liste der geschlossenen Anlagen stand. Angesichts des Naturrasens, den es dort gibt, muss man nun die Nutzung aber gut dosieren.

Können sich alle Remscheider Teams bewerben?

Nein, das Angebot der Stadt gilt alleine für die Erstvertretungen.

Weniger Trainings- und Spielzeiten auf dem Platz haben mehrere Nachteile.

Da ist zunächst einmal der sehr große Wettbewerbsnachteil gegenüber Ligarivalen aus anderen Städten, die durchtrainieren oder zumindest deutlich häufiger trainieren können, weil bei ihnen die Bedingungen andere sind. Dazu kommen Testspiele, die man zunächst einmal ausschließlich auswärts bestreiten kann.

Und was ist mit dem Verletzungsrisiko?

Bei einer guten Belastungssteuerung sollte es minimierbar sein. Und doch: Über Training auf dem Platz geht nichts. Die Bewegungen sind andere, mal ganz abgesehen von den Zweikämpfen, die sich außerhalb nicht simulieren lassen. Gerade nach der langen Coronapause hat man gesehen, dass das Verletzungsrisiko groß ist, wenn bestimmte Abläufe lange nicht passieren konnten. Immer wieder stellten sich (überwiegend) Muskelverletzungen ein. Deshalb ist jeder Tag mehr auf dem Sportplatz ein guter. Auch jetzt.

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