Neue Serie

Seit dem 1. August ist das Glück komplett

Eine glückliche Familie: Katrin Seide mit Ehemann Björn, Sohn Joshua und Hündin Spooky im Herbstlaub bei Sonnenschein an der Remscheider Talsperre.
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Eine glückliche Familie: Katrin Seide mit Ehemann Björn, Sohn Joshua und Hündin Spooky im Herbstlaub bei Sonnenschein an der Remscheider Talsperre.
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An der frischen Luft mit . . . Katrin Seide – Die Judokämpferin bringt ihre Familie zum Spaziergang mit.

Von Andreas Dach

Zum Serienstart scheint die Sonne. Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch. 10 Uhr an der Eschbachtalsperre: Wir sind mit Katrin Seide verabredet. Zu einem gemütlichen Spaziergang um die erste Trinkwassertalsperre Deutschlands.

Die Blätter glitzern, schimmern grün, hell- und dunkelbraun. Zum Teil noch an den Bäumen, aber viele auch schon auf dem Boden. Was für ein wunderbarer Morgen. Die Judo-Größe des JC Wermelskirchen erscheint nicht alleine zum Termin. Sie bringt Ehemann Björn, Sohnemann Joshua und Hündin Spooky mit. Willkommen zu einer Plauderstunde an der frischen Luft. Wir wollen über Gott und die Welt reden. Über das Familienleben und den Sport. Und was einem sonst noch so alles in den Sinn kommt.

Der Knirps macht gerade ein Nickerchen, wirkt zufrieden in seinem Kinderwagen. Joshua ist am 1. August zur Welt gekommen, hat das Leben der Seides nicht komplett, aber doch ein ganzes Stück weit verändert. Vor allem eins ist neu für die 35-jährige Katrin Seide, die viele auch noch unter ihrem Geburtsnamen Borchardt kennen: „Ich schlafe viel weniger.“ Alle zwei Stunden meldet sich Joshua und hat Hunger. „Raupe Nimmersatt“, nennt die Sportlerin ihr Wunschkind mit einem Lächeln. 2140 Gramm war der Kleine bei der Geburt nur schwer. Da gilt und galt es einiges aufzuholen. Das ist weitestgehend schon gelungen.

Die ersten Meter sind zurückgelegt. Hin und wieder überholt uns ein Jogger oder eine Joggerin. Spooky hat sichtlich Spaß am Gang um die Sperre, schnuppert links und rechts, macht viele Meter. Sie stammt aus dem Tierheim in Wermelskirchen, ist ein echter Familienhund und etwas mehr als sieben Jahre alt.

„Hauptsache, er wird kein Fußballer!“

Katrin Seide, JCW-Judoka

Auf der Sperrmauer endet der Spaziergang (fast): RGA-Sportredakteur Andreas Dach, Björn, Katrin und Joshua Seide (v.l.).

Auslauf bekommt sie genug, gehört eigentlich Elmar und Ulla Borchardt. Mit Katrins Eltern leben die Seides in Wermelskirchen in Bollinghausen unter einem Dach. Das passt. Das harmoniert. Wie überhaupt das familiäre Miteinander ganz groß geschrieben wird. Katrin Seides Schwester Anika Graf wohnt mit Mann und drei Kindern nicht weit entfernt. Man unternimmt viel zusammen, oft auch gemeinsame Urlaube.

Mit ihrem Björn ist Katrin Seide seit 2009 zusammen, geheiratet haben die beiden 2017. Sie kennen sich seit Kindergartenzeiten, gefunkt hat es aber erst (relativ) spät. Beide sind positiv sportverrückt. Björn Seide ist Tennis-Lehrer, Katrin Seide ambitionierte Judo-Kämpferin. Da stellt sich die Frage, in welche Fußstapfen ihr Nachwuchs mal treten wird. „Hauptsache, er wird kein Fußballer“, formuliert die Mama einen Satz, bei dem Björn Seide auffällig unauffällig schlucken muss. Er ist Anhänger von Borussia Dortmund. Und dass Joshua kürzlich beim Derby gegen den FC Schalke 04 im BVB-Strampelanzug vor dem Fernseher in den Armen des Papas mitgefiebert hat, brachte schließlich Glück. Dortmund gewann deutlich mit 3:0.

Bis Ende Juli 2021 befindet sich Katrin Seide noch in Elternzeit. Mitte August will die Lehrerin dann in den Schuldienst zurückkehren. Sie hat es nicht mehr weit. Einige Jahre war sie in Wuppertal tätig, unterrichtet mittlerweile in Tente. Die Phase bis dahin wird sie noch ausgiebig nutzen, um in der Sportart ihres Herzens wieder auf Wettkampfniveau zu kommen. Schon zwei Monate nach der Geburt von Joshua hat sie wieder auf der Matte gestanden und sich gefreut, dass ihr langjähriger Trainer Lutz Hartmann die ersten drei Einheiten geleitet hat. Der genießt sein Leben als „Globetrotter“, ließ sich aber nicht lange bitten, als sein Schützling ihn anfunkte.

Dass Corona ihr Comeback schon wieder ausgebremst hat, ist bedauerlich, schmälert ihre Lust auf den Judosport aber nicht. Mit dem JCW will man in der Oberliga zeigen, was man drauf hat. An der Veteranen-DM teilzunehmen, ist ebenfalls ein großes sportliches Ziel für 2021. Irgendwann werden die Hallen wieder geöffnet. Dann wird sie sich mit ihren engsten Trainingspartnerinnen Vanessa Kopperberg und Natica Gulich die nötige Wettkampfhärte holen. Auch Sven Dicke wird nach seiner Knie-OP als Ratgeber bald wieder zur Verfügung stehen.

Die drei Kilometer um die Talsperre sind fast absolviert, die Sperrmauer ist in Sicht. Joshua ist längst auf dem Arm von Papa Björn gelandet, von hinten nähern sich zwei Mountainbikerinnen. Im Vorbeifahren gibt es ein großes Hallo. „Das ist Janine Dörner“, zeigt Katrin Seide auf eine der beiden Radfahrerinnen. „Sie ist eine Judo-Mama.“ Man kennt sich, man freut sich.

Die Sonne scheint weiter. Es ist innerhalb dieser knappen Stunde (inklusive kleiner Pausen) ein oder zwei Grad wärmer geworden. „Sollen wir noch eine Runde drehen“, fragen die Seides keck. Wir haben genug erfahren aus dem Innenleben der Familie. Schnell noch ein paar Fotos, dann heißt es, tschüss zu sagen. „Auf dass man sich bald mal wieder irgendwo sieht“, sagt Katrin Seide. Bei einem Judokampftag in der Wermelskirchener Gymnasiumhalle zum Beispiel. Oder am Silberberg bei TuRa Pohlhausen Tennis.

Dort hätte in diesem Jahr zum 20. Mal das Herren-Doppelturnier 77+ stattfinden sollen. Das soll 2021 nachgeholt werden. Mit Björn Seide als Partner von Schwiegerpapa Elmar Borchardt auf dem Spielfeld, mit allen anderen Familienmitgliedern zum Daumendrücken auf der Anlage. Eine schrecklich nette Familie, dieses Seides. Auch fernab der Eschbachtalsperre.

Persönlich

Katrin Seide ist seit einiger Zeit zur begeisterten E-Bike-Fahrerin geworden. Wie auch ihr Vater Elmar hat sie sich einen solchen elektrisch angetriebenen fahrbaren Untersatz gekauft. Oft genug erkunden sie mit ihren Zweirädern das Bergische Land. Manchmal leiht sich Björn Seide das E-Bike von seinem Schwiegervater aus: „Es ist unglaublich, was für neue Orte man auf diese Weise entdeckt.“

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