Interview

Sein Ziel ist die Deutsche Meisterschaft

Yannick Peinke und seine Teamkollegen der IGR gehen trotz der Corona-Einschränkungen sehr positiv gestimmt in die neue Spielzeit, die für die Remscheider am Samstag daheim beginnt. Archiv-Foto: Holger Battefeld
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Yannick Peinke und seine Teamkollegen der IGR gehen trotz der Corona-Einschränkungen sehr positiv gestimmt in die neue Spielzeit, die für die Remscheider am Samstag daheim beginnt.
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IGR-Kapitän Yannick Peinke spricht über die neue Saison in der Rollhockey-Bundesliga.

Von Andreas Dach 

Am kommenden Samstag beginnt für die IGR Remscheid die Rollhockey-Saison mit einem Heimspiel gegen den RSC Darmstadt. Was ist – coronabedingt – beim Start anders als in den zurückliegenden Spielzeiten für die Mannschaft?

Yannick Peinke: Wir sind im Vergleich zu einigen anderen Mannschaften gut durch diese Zeit hindurchgekommen. Es war eine brutal lange Phase für jeden Verein. Nach elf Wochen Vorbereitung drängt man darauf, endlich wieder zu spielen. Ich persönlich brauche diesen sportlichen Wettstreit an jedem Samstag.

Wie haben es die Verantwortlichen geschafft, das Team bei Laune zu halten?

Peinke: Timo Meier hat als Trainer einen guten Draht zu uns gefunden, hat das alles gut gesteuert. Das war sehr wichtig, auch spontan mal frei zu bekommen. Zudem gehören auch Markus Wilk, Lukas Kuhn und Marc Ronge noch zu unserem Trainer- und Betreuerstab. Sie alle haben uns bei Laune gehalten – das wurde fast schon zum Selbstläufer. Es gab Teamevents, Trainingslager und so manches mehr.

Sind Sie als Kapitän überhaupt noch gefordert gewesen?

Peinke: Gerade den jüngeren Spielern habe ich das eine oder andere mit auf den Weg gegeben. Aber unter dem Strich bin ich froh, mich diesbezüglich auch mal ein wenig zurückhalten zu können. Ich musste nicht so viel sagen.

Wie ist ihr subjektives Gefühl für Samstag im Hinblick darauf, dass seit einem halben Jahr nicht mehr wettkampfmäßig Rollhockey gespielt wurde? Ist da Verunsicherung?

Peinke: Ach, was. Die Chance war lange schon nicht mehr so gut, etwas zu reißen. Wir sind komplett, haben Bock und wollen dran ziehen. Es reicht mir nicht zu sagen, wir wollen ein gutes Spiel machen. Nein, wir wollen so auftreten, dass die Darmstädter künftig gar keinen Bock mehr haben, nach Hackenberg zu kommen. Der 10:5-Testspielsieg in Düsseldorf in der vergangenen Woche hat uns ein gutes Gefühl gegeben.

Die ERG Iserlohn hat ihre Mannschaft zurückgezogen, der RHC Recklinghausen ist in de 2. Bundesliga zurückgegangen: Sorgen Sie sich um diesen tollen Sport?

Peinke: Natürlich tue ich das. Irgendwie konnte man eine solche Entwicklung schon befürchten. Es arbeiten halt nicht alle Vereine so wie wir, wie der RSC Cronenberg, wie der TuS Düsseldorf-Nord und wie der HSV Krefeld. Bei uns und noch bei einigen anderen wird in die Nachwuchsarbeit investiert. Ausländische Spieler zu kaufen, mag kurzfristig zu Erfolgen führen, auf Dauer zahlt sich das aber nicht aus. Es wird in dieser Saison zwar insgesamt weniger Spiele geben, aber die Qualität ist höher. Es gibt nicht mehr ganz so viele klare Siege.

Mal ganz unabhängig vom aktuellen Virusgeschehen: Wie sieht es um Ihre internationale Karriere aus, um Ihre Nationalmannschaftskarriere?

Peinke: Ich habe mich entschieden nicht mehr zur Verfügung zu stehen, ich muss das alles nicht mehr unbedingt haben. Das Verlangen danach ist bei mir nicht mehr so da. Man muss auch Aufwand und Ertrag gegenüberstellen. Mag sein, dass es jetzt Leute gibt, die meine Einstellung monieren. Aber ich nutze das Mehr an freier Zeit dann lieber mit meiner Familie und meiner Freundin. So mache ich einen Platz in der Nationalmannschaft frei, und junge Spieler bekommen die Möglichkeit, sich zu zeigen.

Wie lange haben Sie überhaupt noch vor, Rollhockey zu spielen?

Peinke: Das würde ich schon gerne noch einige Jahre machen. Es gibt ja schließlich noch Ziele.

Verraten Sie die uns?

Peinke: Ich bin jetzt 29 Jahre alt und denke, dass ich bei der IGR noch spiele, bis ich 35 oder 36 bin. Ich kann ja nicht abtreten, bevor ich mal Deutscher Meister geworden bin und in der Champions League gespielt habe.

So lange soll das noch dauern?

Peinke: Ich möchte gerne schon in diesem Jahr Deutscher Meister werden. Das muss unser Anspruch sein, dafür reißen wir uns den Arsch auf. Warum sollen wir das nicht einfach mal so formulieren? Ich spüre die Gier in der Mannschaft. Uns ist aber klar, dass alles nur über Herringen geht.

Zur Person

Yannick Peinke wurde am 20. April 1991 in Remscheid-Lennep geboren. Dort lebt der Spielführer des Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid auch mit seiner Partnerin Antonia. Peinke, der in Bochum Sportwissenschaften studiert hat (Bachelor of Science) arbeitet als Sporttherapeut in einer psychiatrischen Einrichtung in Neuss. Seit seinem fünften Lebensjahr spielt er Rollhockey bei der IGR, ist dem Club immer treu geblieben. Seine größten Erfolge waren WM-Platz vier im Jahr 2015 und der Pokalsieg mit der IGR ein Jahr später.

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