Wer erkennt wen

Sein Bundesliga-Debüt vergisst niemand

Diese fotografische Erinnerung an Peter Jackisch (Kopf eingekreist) hat in unserer Serie für viele Reaktionen gesorgt. Foto: Roland Keusch
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Diese fotografische Erinnerung an Peter Jackisch (Kopf eingekreist) hat in unserer Serie für viele Reaktionen gesorgt.
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Diesmal geht es bei „Wer erkennt wen“ um den Wermelskirchener Klasse-Fußballer Peter Jackisch.

Von Andreas Dach

Auch als Trainer hat Peter Jackisch eine gute Figur abgegeben. Dieses Bild entstand in seiner Zeit bei den TS Struck.

Es war die Saison 1987/1988. Endlich kam Peter Jackisch nach seinem Wechsel in die Fußball-Bundesliga zu seinem Debüt. In der Partie zwischen dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 (Endstand: 1:3) wurde der Defensivmann eingewechselt. Es war eine kurze Freude. Er stand in dem hitzigen Revierderby gerade einmal zehn Minuten auf dem Platz, als er ihn auch schon wieder verlassen musste. Rot! Platzverweis! Und tschüss! Der vom VfB 06/08 Remscheid zum VfL gewechselte Jackisch war an der Seitenlinie rüde eingestiegen, wahrscheinlich voller Adrenalin und auch ein ganzes Stück übermotiviert.

Peter Brinkmann war damals Augenzeuge der Begegnung, erinnerte sich noch genau: „Es war eine hitzige Atmosphäre vor 40 000 Zuschauern und ein richtiger Hexenkessel.“ Eine Nickeligkeit reihte sich damals an die andere. Weshalb Brinkmann zu seinem Kumpel gesagt habe: „Der Nächste, der noch ein hartes Foulspiel begeht, fliegt runter.“ Nicht ahnend, dass es sich um Jackisch handeln würde. Als Brinkmann am nächsten Tag im Boulevard blätterte, staunte er nicht schlecht. Da hatte es Jackisch bis in die Überschrift gebracht. Allerdings mit falschem Namen. Zu lesen war: Peter Jockisch.

Nun, es sollten weitere Bundesligaspiele für den Mann aus Wermelskirchen folgen. Insgesamt 20 beim VfL Bochum innerhalb von zwei Spielzeiten, dann zehn in der 2. Liga bei Alemannia Aachen. Anschließend zog er sich einen üblen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Das Ende seiner Profi-Karriere. Auf den Platzverweis in Bochum kam auch Michael Martin zu sprechen: „Peter war in einem harten Spiel mit der roten Karte das Bauernopfer.“ Man kenne sich aus der gemeinsamen Zeit in der Jugend des VfB: „Dort habe ich die komplette Zeit bis zum ersten Jahr in der A-Jugend mit ihm zusammengespielt.“ Bei der Matinee in Wermelskirchen gebe es jährlich ein Wiedersehen: „Dann trinken wir gerne einen zusammen.“ Ein gemeinsames Bier trinkt auch Thomas Pahl heute gerne mit Peter Jackisch. „Wir hatten eine schöne Saison bei Marathon.“

Die Jugendzeit Jackischs beim VfB wurde von Bernd Wendt maßgeblich mit gestaltet: „Ich war mit wenigen Ausnahmen zwischen der D- und der A-Jugend sein Trainer und habe ihn also auch ein bisschen mitgeformt.“ Nach Beobachtung von Wendt konnte man schon in frühester Jugend erkennen, dass aus Jackisch ein höchst formidabler Fußballer werden würde: „Er hatte eine sehr gute Technik und war knochenhart.“ Jackischs späteren Platzverweis in Bochum habe er in der Konferenzschaltung im Radio miterlebt: „Mir ist fast das Herz stehengeblieben.“ An den RGA gerichtet sagte Wendt: „Macht bitte weiter mit dieser tollen Serie.“

Als glühender Fan des VfB outete sich Dirk Podszus: „Ich habe fast alle Spiele live miterlebt.“ Also auch in der Zeit zwischen 1984 und 1987, als Peter Jackisch in Reinshagen von Partie zu Partie mehr auftrumpfte. Dieser sei, überlegte Podszus, neben Klaus Budde (Fortuna Düsseldorf) und Rainer Frömberg (Bayer Uerdingen) der einzige echte Remscheider gewesen, der es bis in die Bundesliga geschafft habe. Das Bild, auf dem der Gesuchte zu sehen gewesen war, könnte in Wermelskirchen anlässlich eines Charity-Events entstanden sein.

Schon früh hatte Peter Jackisch im Fußballkreis Remscheid Akzente gesetzt. Leo Schönhals erwähnte explizit dessen Zeit beim 1. FC Lennep: „Anfang der 80er war der Verein mit Jackisch in der Bezirksliga, auf dem Weg in die Landesliga. Mit Ralf Flügge und Juppi Loch habe er die Geschicke des Vereins geleitet. Jackisch sei damals schon ein „richtig Guter“ gewesen. Das sollte sich in der Folge beim VfB 06/08 Remscheid so sehr herauskristallisieren, dass man im Profibereich auf ihn aufmerksam wurde.

„Wenn Peter da war, war immer etwas los!“

Jürgen vom Werth, Ex-Betreuer

„Er war ein Super-Fußballer“, wusste Jürgen vom Werth, seinerzeit Betreuer und Mädchen für alles beim VfB. Aber auch zwischenmenschlich habe Jackisch viel zum Gelingen beigesteuert: „Wenn er da war, war immer etwas los.“ Vor allem eine Mannschaftstour nach Belgien sei ihm besonders gut in Erinnerung geblieben.

Den Fokus auf den beruflichen und privaten Bereich legte Birgit Prinz-Nouvertne. „Peter ist mein lieber Schwager“, sagte sie. „Er ist verheiratet mit meiner Schwester Corinna und damit auch der Tochter des verstorbenen früheren Eifgen-Platzwartes Willi Prinz. Beruflich ist er als Prokurist einer Remscheider Maschinenbaufirma tätig.“ Weshalb Jackisch am Tag der Veröffentlichung auch nicht zu Hause war („Er ist unterwegs zu einem Geschäftstermin in Bayern“), selbstverständlich aber per WhatsApp über die RGA-Story informiert wurde.

Jackisch hat eine Tochter namens Kim, die in Wilhelmshaven bei der Marine tätig ist. Sein großes Hobby sei sein Belgischer Schäferhund namens Lennox, dem er viel Zeit widme. An das Spiel im Eifgen, bei welchem das Bild entstanden ist, habe man noch beste Erinnerungen: „Danach haben wir bei Kosta im Bitburger Hof noch ein großes Fest gefeiert.“ Ein Traditionsteam aus dem Bergischen Land (unter anderem mit Rolf Walbrecht, Zdenko Kosanovic, Sigitas Jakubauskas und Frank Kremer) war auf die Oldstars aus der Bundesliga getroffen. Wie Toni Polster und Gerd Zewe. Ein rauschendes Fußballfest.

Birgit Prinz-Nouvertne begeisterte sich an der Wer-erkennt-wen-Serie: „Gerade in einer so schwierigen Zeit tut ein solches Bild gut. Da schießen mir glatt die Tränen der Rührung in die Augen.“ Ihre Mutter Helga Prinz griff auch zum Hörer, sagte: „Ich möchte mich für den schönen Artikel bedanken, der am Montag über Henning Weber im RGA gewesen ist.“

Thomas Schroeter wusste noch beizusteuern, dass Peter Jackisch in seiner Jugend in der Düppelstraße in Remscheid unterhalb des dortigen Sportplatzes gewohnt hat: „Wenn er dann da schon mal gespielt hat, bin ich hingegangen und habe zugeschaut.“ Schließlich bezeichnete Dennis Hiltmann den diesmal Gesuchten als „meinen Vorgesetzten und langjährigen Freund der Familie“.

Wer erkennt wen

In unserer historischen Serie veröffentlichen wir immer am Dienstag ein Mannschaftsfoto, welches mindestens zehn Jahre alt sein und ein Team aus unserem Verbreitungsgebiet zeigen muss. Nach hinten heraus sind zeitlich keine Grenzen gesetzt. Mögen Sie uns vielleicht eins zur Verfügung stellen? Dann schicken Sie doch gerne eine E-Mail mit ergänzenden Informationen: lokalsport@rga.de

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