Fußball

Sebastian Pichuras Ärger über den DFB ist gewaltig

Bei ihm hatte sich Frust aufgestaut: Sebastian Pichura: Foto: D. Siewert
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Bei ihm hatte sich Frust aufgestaut: Sebastian Pichura.
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Die Trainerausbildung wird gestoppt.

Von Andreas Dach

Das Telefonat mit Sebastian Pichura hat kurz vor Weihnachten stattgefunden, ist also schon einige Tage her. Es ist möglich, dass der Pulsschlag des Trainers des SV 09/35 Wermelskirchen seitdem ein wenig runtergegangen ist. Wahrscheinlich ist das aber nicht.

Zu sehr hat sich der Coach des Fußball-Landesligisten aufgeregt, hat sich vor wenigen Wochen massiv über den DFB echauffiert. Er hat seit längerer Zeit die B-Lizenz in der Tasche, möchte sich aber sportlich weiterbilden. Perspektivisch will er die Trainer-A-Lizenz erwerben. Pichura ist halt ehrgeizig. Und da darf das nicht passieren, was soeben passiert ist.

Um den nächsten Ausbildungsschritt machen zu können, ist da ein Zwischenschritt namens Elite-Jugend-Lizenz nötig. Für diesen hatte sich der 09/35-Coach nicht nur angemeldet, sondern auch die ersten Wochen erfolgreich hinter sich gebracht. Von 80 Online-Stunden, die zum Pflichtprogramm gehören, hatten Pichura und seine 25 Mitstreiter bereits die Hälfte hinter sich gebracht. Als nun im Oktober die Phase des zweiwöchigen Präsenzunterrichtes in Kaiserau beginnen sollte, machte Corona dem weiteren Ausbildungsverlauf einen Strich durch die Rechnung. So weit, so wenig gut.

Die Verantwortlichen entschieden sich nach Aussage von Pichura, den Kurs zum Erwerb der Elite-Jugend-Lizenz in diesem Jahr angesichts der unklaren Pandemie-Situation vorzeitig zu beenden. Die Teilnehmer bekamen ihr gezahltes Geld zurück – Strich drunter.

Keine Hoffnung auf eine Fortsetzung, keine Zusagen für das kommende Jahr. Was nun den tief enttäuschten Coach des SV 09/35 die Aussage tätigen lässt: „Das ist wie ein Schlag in die Magengrube.“

Selbstverständlich habe man größtes Verständnis dafür gehabt, dass in diesen schweren Zeit vorerst kein Präsenzunterricht möglich sei und auch die drei Prüfungstage nicht stattfinden können. Aber dass der Kurs nicht verschoben werde oder für den nächsten Kurs nicht wenigstens Plätze reserviert würden, das sei „eine bodenlose Frechheit“. Zumal es Teilnehmer gegeben habe, die zum Teil dreieinhalb Jahre auf einen Platz gewartet hatten.

Und jetzt? Alles futsch? Die Erste-Hilfe-Kurse, die polizeilichen Führungszeugnisse, die ärztlichen Atteste quasi unbrauchbar? Den Urlaub umsonst genommen? „Wir haben als Kurs sachliche und konstruktive Kritik an die Verantwortlichen formuliert“, sagt Pichura. Reaktionen habe es darauf keine gegeben. Noch einmal der B-Lizenz-Inhaber: „Die bleiben stur. Ich bin echt enttäuscht vom Deutschen Fußball-Bund. Er hätte etwas dafür tun können, seinen Ruf, der zurzeit nicht der Beste ist, zu verbessern.“

So wird es noch etwas dauern, bis er endlich die angestrebte A-Lizenz in der Tasche hat. Beziehungsweise: erst einmal die Elite-Jugend-Lizenz. Pichura: „Die Enttäuschung musste einfach mal raus.“ Er, der sein Herz auf der Zunge trägt, wird nicht aufgeben. Wieder auf eine Teilnahmemöglichkeit hoffen und setzen. Bis dahin sollte der Frust verflogen sein.

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