Motorsport

Schumi-Fans erfüllen sich Kindheitstraum

In der Jugend begann Kevin Weidmann beim Amboss mit dem Footballspielen. Vor einem Jahr hörte er aber auf. Foto: Cedric Eltze
+
In der Jugend begann Kevin Weidmann beim Amboss mit dem Footballspielen. Vor einem Jahr hörte er aber auf.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
    schließen

Footballer Kevin Weidmann und sein Onkel Frank Lenzhölzer brettern über den Nürburgring.

Von Fabian Herzog

Der Motorsport hat ihn schon immer fasziniert. Bereits als kleiner Junge stand Kevin Weidmann für Michael Schumacher nachts auf, wenn dieser in der Formel 1 seine Runden drehte. Klar, dass der langjährige Amboss-Footballer früh auch den Drang verspürte, dem siebenfachen Weltmeister mal nachzueifern – zumindest im kleineren Rahmen. Doch Kart-Erlebnisse reichten irgendwann nicht aus.

Kevin Weidmann (l.) und sein Onkel Frank Lenzhölzer mit ihrem Boliden. Die beiden Remscheider sammelten unvergessene Erfahrungen – inklusive des Bildmaterials.

Weidmann wollte mehr und teilte diesen Wunsch mit seinem Onkel Frank Lenzhölzer. Zusammen liebäugelten die beiden Remscheider irgendwann mit einem Fahrtraining auf dem Nürburgring und setzten dieses Vorhaben vor wenigen Monaten dann auch endlich in die Tat um. Weidmanns Fazit: „Für mich persönlich war das eine unglaubliche Erfahrung. Einfach nur geil.“

Ursprünglich sollte es Ende April soweit sein, Corona erzwang aber eine Verschiebung um mehrere Monate. Doch dann wurde es ernst. Bereits bei den einführenden Erklärungen und der Einkleidung mit Rennanzug, Sturmmaske, Helm und Handschuhen machte sich bei Kevin Weidmann ein ganz besonderes Gefühl breit: „Schon da hat es total gekribbelt.“ Kurze Zeit später ging es zum ersten Mal auf die Strecke. Mit dem eigenen PKW erkundeten die Remscheider die Müllenbachschleife und bekamen – im wahrsten Wortsinn – langsam einen noch besseren Eindruck, was sie an diesem Tag erwarten würde.

„Wir wollten und sollten unsere Limits finden.“
Kevin Weidmann, Motorsportfan

Der Adrenalinpegel stieg mit dem Herantasten an ihren Boliden für das Training. Gedreht wurden die Runden in einem Formelfahrzeug, das bei nur 465 Kilogramm satte 140 PS auf die Straße bringt und in der Spitze auf bis zu 185 Stundenkilometer beschleunigt werden konnte. „Der Wagen wollte schon marschieren“, schwärmt Weidmann. Was ihn außerdem faszinierte, war der Grip, also die Haftung des Fahrzeugs am Boden. „Das liegt auf der Strecke wie ein Brett.“

Die ersten Runden drehten die Remscheider noch relativ gemächlich. Sie fuhren hinter einem Guide her, der ihnen mittels einer Funkverbindung die wichtigsten Dinge wie Ideallinie, Brems- und Einlenkpunkte erklärte. Mehr und mehr gewöhnten sich Weidmann und Lenzhölzer an die Gegebenheiten und wurden sicherer. Erstgenannter realisierte dabei erst so richtig, was geschah. „Dass man plötzlich über so einen Kurs fährt, den man von klein auf kennt.“

Nach einem kurzen Stopp im Mini-Fahrerlager ging es ein zweites Mal auf die Strecke – und dann mit dem Fuß aufs Gaspedal. „Wir wollten und sollten unsere Limits finden“, berichtet der 27-Jährige, der den Adrenalinschub im Körper fühlte. 25 Minuten lang drehten die Testfahrer – weiterhin dem nun aber zügig vorausfahrenden Guide folgend – ihre Runden und spürten die G-Kräfte. Lenzhölzer kostete das Erlebnis in vollen Zügen aus: „Ich habe alles gehabt, auch einen Abflug ins Kiesbett.“

Dieser wird in Erinnerung bleiben. Wie überhaupt der Tag einer für die Ewigkeit war. „So eine Erfahrung zu machen, war ein absolutes Highlight“, sagt Kevin Weidmann. Und auch wenn das Fahrtraining auf dem Nürburgring seinen Preis (knapp 570 Euro pro Person) hat, spricht der 27-Jährige eine klare Empfehlung aus: „Ich kann allen Motorsportfans und Interessierten nur zu einem solchen Erlebnis raten.“ Auch er spielt mit dem Gedanken an eine Wiederholung. Jedenfalls legt er sich fest: „Das wird definitiv nicht mein letzter Kurs gewesen sein.“ Die ganz große Formel-1-Karriere strebt der Remscheider aber nicht an. „Da sprechen mehrere Faktoren dagegen“, sagt Kevin Weidmann mit einem Lachen. „Unter anderem meine Footballerfigur.“

Hintergrund

Amboss: Elf Jahre lang spielte Kevin Weidmann für die Remscheider. Ende der 2019er-Saison verabschiedete sich der Tight End aber (vorerst): „Für mich war einfach ein bisschen die Luft raus.“ Stattdessen spielt Weidmann nun hobbymäßig Tennis.

Job: Bei Oerlikon Barmag arbeitet der 27-Jährige als Programmierer.

Fahrtraining: Wer sich auch mal versuchen will:

www.nuerburgring.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Rollhockey: IGR-Pokalgegner stehen fest
Rollhockey: IGR-Pokalgegner stehen fest
Rollhockey: IGR-Pokalgegner stehen fest
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Fußball: Stratemeyer schon bei 18 Toren
Fußball: Stratemeyer schon bei 18 Toren

Kommentare