Wer erkennt wen

Schneller Postbote ist seinem Revier treu

Michael Schmitz (der Kopf ist eingekreist) mit einem Teil der Aktiven des Running-Teams des Remscheider SV im Jahr 2005. Foto: RGA-Archiv
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Michael Schmitz (der Kopf ist eingekreist) mit einem Teil der Aktiven des Running-Teams des Remscheider SV im Jahr 2005.
  • Peter Kuhlendahl
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  • Andreas Dach
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RGA-Serie: Bei „Wer erkennt wen“ steht Läufer Michael Schmitz im Mittelpunkt.

So viele großartige Läuferinnen und Läufer auf einem Bild – das ließ Dirk Vogelsang regelrecht ins Schwärmen geraten: „Zehn von ihnen sind den Marathon unter drei Stunden gelaufen.“ Das „Who ist Who“ der bergischen Läuferszene – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – war im Jahr 2005 in einem einzigen Verein versammelt. Damals liefen alle für das Running-Team des Remscheider SV und pushten sich gegenseitig zu großartigen Leistungen. Auf dem Bild zu sehen: Michael Scholz, Carsten Hausmann, Peter Brinkmann, Claudia Niemeyer, Sabine Papendick, Andrea Arndt, Dirk Vogelsang, Marc Reichert, Daniel Schmidt (alle hintere Reihe v.l.), René Kabon, Peter Lange, Michael Schmitz, Marcus Ehlich, Arnd Bader, Corinna Weißenfeld, Britta Scholz, Harald Wilms, Sascha Velten und Dieter Kopp (vo., v.l.).

„Das war eine bärenstarke Truppe“, schwelgte Vogelsang in wunderbaren Erinnerungen. Er wusste auch noch, dass man mit Teilen des Teams vor Jahren einmal nach Quimper gelaufen sei. Er wusste selbstverständlich auch einiges zu dem Sportler beizusteuern, der diesmal in den Mittelpunkt unserer Suchbildserie gestellt worden ist: „Michael Schmitz ist der laufende Postbote. Er war teilweise so flink unterwegs, dass er mittags schon mit der Arbeit durch war. Das ist heute mit den vielen Paketen nicht mehr möglich.“ Schmitz sei verheiratet, habe zwei Söhne und habe in Läuferkreisen den Spitznamen „Schenkel“ gehabt.“

Andere aus dem abgebildeten RSV-Team hingegen seien mit meisterlichen Spitznamen ausgestattet worden: Michael Scholz (Stadtmeister), Peter Brinkmann (Rekordmeister) und Dieter Kopp (Altmeister).

Apropos Postbote. In manchen Stadtteilen wechseln die Briefzusteller sehr häufig. Nicht so im Südbezirk in Remscheid. „Das ist seit langem das Revier von Michael Schmitz, und er ist bei seiner Arbeit unglaublich zuverlässig“, erzählte Konrad Link am Telefon, der seit Jahren fast täglich, also beruflich, von ihm Besuch erhält. Carsten Hausmann, ebenfalls auf dem Foto, mutmaßt, dass Michael „vermutlich der schnellste marathonlaufende Zusteller der Deutschen Post in NRW, vielleicht auch bundesweit ist“.

„Michael Schmitz ist ein extrem angenehmer Zeitgenosse.“

Carsten Gattinger

Auch Dieter Kopp gehörte damals zum Running-Team und lobte seinen damaligen Kollegen: „Michael war bei den Teamwettbewerben immer sehr mannschaftsdienlich. Wie zum Beispiel beim Wettkampf ,Rund um Wuppertal‘. Den hat das Running-Team immer dominiert und unsere Rekordzeit hat bis heute Bestand.“

Dass es sich bei Michael Schmitz nicht nur um einen „außerordentlichen guten und fairen Sportler handele, sondern auch um einen extrem angenehmen Zeitgenossen, den niemand im Team missen möchte“, steuerte Carsten Gattinger bei. Der Vorsitzende von TriForce-Vital plaudert damit quasi aus dem Nähkästchen. Hat sich Schmitz doch vor einigen Jahren mit Erfolg einer neuen Herausforderung gestellt und sich dem Triathlon zugewandt. Gattinger: „Da macht er immer und immer wieder Fortschritte.“

Beim Röntgenlauf gewann Michael Schmitz bereits den Titel des Stadtmeisters.

Bevor Schmitz als Läufer so richtig durchgestartet ist, war er in ganz jungen Jahren als Fußballer aktiv. „Wir haben von 1984 bis 1987 in der D- und C-Jugend des BV 10 Remscheid gemeinsam gespielt“, erinnerte sich Marcus Nawrath, für den damals zudem schon klar war: „Es ist kein Wunder, dass er Läufer und auch Triathlet geworden ist. Er war damals schon unser Mittelfeldmotor.“ Da auch Nawrath in der Laufszene aktiv ist, treffen sich die Beiden ab und zu bei Laufveranstaltungen. Und an ein Treffen vor einigen Jahren hat Nawrath eine ganz besondere Erinnerung: „Michael konnte beim Miss-Zöpfchen-Lauf in Solingen seinen Siegerpokal über 21,1 Kilometer nicht in Empfang nehmen, da er zu einer Sportveranstaltung seiner Söhne musste. Mein Sohn hat ihn dann in Empfang genommen, und wir haben die Trophäe ein Jahr Zuhause geparkt, bevor wir sie feierlich übergeben konnten.“

Bei der Aufnahme des Fotos wurde ordentlich gefroren

Peter Brinkmann gehörte 1994 zu den Gründungsmitgliedern des Running-Teams des Remscheider SV. Als das Foto elf Jahre später aufgenommen wurde, war die Laufabteilung in seiner Hochzeit angekommen. „Auf dem Bild ist nur ein Teil der Aktiven zusammengekommen“, erzählte Brinkmann, der zudem berichtete, dass das Running-Team zum Teil mit rund 20 Aktiven bei Veranstaltungen wie dem Berlin-Marathon im Einsatz waren. Legendär seien auch die gemeinsamen Trainingslager im sauerländischen Winterberg gewesen. Brinkmann konnte auch genau einsortieren, wann und aus welchem Grund das Bild entstanden ist. „Das war Mitte November 2005 auf dem Tennisplatz des RSV am Fürberg.“ Werner Jaspers, der damalige Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, hatte zum Termin geladen, da er ein neues Foto für eine Veröffentlichung brauchte. „Es war unangenehm kühl, und wir waren alle froh, als wir es geschafft hatten“, erinnerte sich Brinkmann, der zum Gesuchten ein Schlusswort parat hatte: „Michael steckt als Fan des 1. FC Köln mal wieder tief im Abstiegskampf.“

Ein großes Dankeschön für die Veröffentlichung des Fotos gab es von Claudia Niemeyer, die dann aber auch nachdenklich wurde: „Die Truppe hat sich nun ja stark minimiert. Das ist sehr schade. Aber ein paar sind neben Michael noch aktiv.“ Michael Schmitz charakterisiert Niemeyer als stets liebenswert und immer gut gelaunt. „Ab und zu sehen wir uns auch im Freibad Neuenhof in Wuppertal beim Schwimmtraining.“

Michael Scholz staunte beim Blick auf das historische Bild: „Wahnsinn, was für eine qualitativ starke Truppe wir damals zusammen hatten. Manchmal vermisse ich diese Zeit.“ Schmitz kennt er seit vielen Jahren, wusste noch genau, wie er ihn kennengelernt hat: „Beim Blutspenden im DRK in der Alleestraße sind wir aufs Laufen zu sprechen gekommen.“ Schmitzi, wie ihn heute alle nennen würden, wohne am Rath nur drei Häuser neben Arnd Bader.“ In Richtung des RGA sprach Scholz noch ein großes Lob aus: „Ihr habt tolle Serien laufen.“ Damit meinte er nicht alleine das „Wer erkennt wen“, sondern auch die „Runde um die Talsperre“ sowie „Meine erste Platte“. Letzteres läuft regelmäßig im Lokalen.“

Wer erkennt wen

In unserer Serie veröffentlichen wir Fotos, welche mindestens zehn Jahre alt sind und Teams aus unserem Verbreitungsgebiet zeigen. Mögen Sie uns eins aus Ihrem persönlichen Archiv zur Verfügung stellen? Dann schicken Sie doch gerne eine Mail mit einigen ergänzenden Infos an diese Adresse:

lokalsport@rga.de

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