Leichtahletik

Schmidt brennt darauf, es allen zu zeigen

Auch Katharina Urbainczyk gehört zu den Trainingspartnern von Daniel Schmidt, mit denen er gerne eine Runde dreht. Foto: Egemen Altinova
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Auch Katharina Urbainczyk gehört zu den Trainingspartnern von Daniel Schmidt, mit denen er gerne eine Runde dreht.
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Remscheids Ausnahmeläufer hat sich für 2021 einiges vorgenommen.

Von Fabian Herzog

Aus seinem Trainingsalltag ist er es gewohnt, ein strammes Pensum zu absolvieren. Derzeit ist Daniel Schmidt aber weniger auf den Laufstrecken der Region gefordert, sondern in erster Linie in seinem Job. Seit 2016 arbeitet der Ausnahmeläufer der vergangenen Jahre bei der Stadt Remscheid. Sonst im Bereich Soziales/Wohnen zu Hause, ist er pandemiebedingt im Gesundheitsamt im Einsatz. „Als ehemaliger Krankenpfleger ist das für mich kein Problem“, sagt der 34-Jährige.

Aktuell besteht seine Hauptaufgabe darin, die Menschen, die sich in Quarantäne begeben mussten und müssen, telefonisch zu betreuen und sich nach deren Befinden zu erkundigen. „95 Prozent sind dankbar dafür“, hat er festgestellt. Immer wieder kommt es auch zum Austausch übers Laufen, wenn seine Gesprächspartner merken, mit wem sie es zu tun haben.

„Ich brauche dieses Lampenfieber. Dieses Adrenalin im Körper.“
Daniel Schmidt über die Sehnsucht nach Wettkämpfen

Schmidt sieht die Pandemie „auch als Chance“. Er findet: „Sie schweißt zusammen.“ Dass er dennoch froh ist, wenn Corona überstanden ist, versteht sich von selbst. Denn: Seit über einem Jahr hat er keinen Wettkampf mehr bestritten. Letztmals gegen echte Konkurrenten auf Zeit ist er beim Silvesterlauf 2019 gestartet. „Eine Saison ohne Wettkampf hatte ich noch nie“, blickt Schmidt auf dieses geschichtsträchtige 2020 zurück. Zwar gab es im August den Bachtal-Run, im Oktober den Lichterlauf und auch noch ein für ihn attraktives Zehn-Kilometer-Event in Dresden – doch jeweils passte es terminlich nicht, oder aber nicht in die Belastungssteuerung im Training.

Wie sehr ihm das Wettkampf-Feeling fehlt, merkt er immer wieder, wenn Schmidt mit seinen Lauf-Kumpels eine Runde dreht. Dann wird auch mal ein Rennen simuliert. „Ich brauche dieses Lampenfieber, dieses Adrenalin im Körper“, erzählt der Lenneper, in dem auch mit Mitte 30 noch das Lauffeuer lodert. Er ist heiß darauf zu zeigen, dass er auf den Mitteldistanzen längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Im Gegenteil: „Über die Distanzen zehn Kilometer bis Marathon möchte ich zu den schnellsten 30 Läufern in Deutschland gehören.“

Er mag es, sich mit den jüngeren Konkurrenten zu messen. Auch wenn er weiß, dass er seine persönlichen Bestleistungen (siehe Infokasten) wahrscheinlich nicht mehr erreichen wird. „Ich fühle mich aber immer noch sehr gut“, sagt Daniel Schmidt, der gerne noch ein paar Jahre auf hohem Niveau laufen möchte.

Geplant ist für dieses Jahr bislang nur, dass er beim Röntgenlauf an den Start gehen wird. Also falls dieser, anders als beispielsweise der für März ursprüngliche terminierte und bereits abgesagte Lauf ums Bayerkreuz in Leverkusen, stattfinden kann. Alles andere lässt der Lenneper auf sich zukommen. „Im April will ich richtig fit sein“, sagt er.

Dafür trainiert Schmidt intensiv. 180 Kilometer kommen momentan pro Woche zusammen. „Wir haben es ja gut und können unseren Sport ausüben“, sagt der 34-Jährige, der oft an die denkt, denen es anders geht. Er mag es sehr, neue Strecken für sich zu entdecken. Oft dreht er seine Runden in Köln. Am Fühlinger See oder rund um die Sporthochschule. „Das ist eine tolle Gegend.“ Außerdem sei es dort „immer ein paar Grad wärmer“, was sich auch auf den Untergrund auswirkt.

Gelaufen wird am liebsten in Begleitung. Immer so, wie es die Corona-Lage zulässt. Zum Beispiel mit dem Remscheider Murat Celik, dem Mehrfach-Gewinner des Röntgenlaufs (2019 im Ultra, 2017 im Marathon), der mittlerweile in Essen lebt. Oder mit Melanie Jeck. Oder mit Finn Küpper. Oder auch an der Seite von Wuppertals Spitzenläuferin Katharina Urbainczyk absolviert er immer wieder ein strammes Pensum. Also nicht nur im Büro.

Lauf-Vita

Seine persönlichen Bestzeiten hat Daniel Schmidt vor einigen Jahren aufgestellt. 2011 lief er den Halbmarathon in Köln in 1:06:32 Stunden, ein Jahr später die zehn Kilometer in 30:24 (auf der Bahn in Bergisch Gladbach) beziehungsweise 30:30 Minuten (auf der Straße in Nagold). Sein Marathon-Rekord datiert aus 2013, als er die 42,195 Kilometer in Essen in 2:22:04 Stunden hinter sich brachte.

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