Wer erkennt wen

Schlitzohr mit einem ganz großen Herz

Vor vielen Jahren hat Constantin Patrascu (der Kopf ist eingekreist) den CVJM Wermelskirchen gecoacht. Archivfoto: RGA
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Vor vielen Jahren hat Constantin Patrascu (der Kopf ist eingekreist) den CVJM Wermelskirchen gecoacht. (Archivfoto)

Wer erkennt wen: In unserer Serie steht Handballer Constantin Patrascu im Mittelpunkt

Von Peter Kuhlendahl und Andreas Dach

Wer in den vergangenen Jahrzehnten mit ihm zusammengekommen ist, lobt Constantin Patrascu in den höchsten Tönen. Der Handballer und Trainer, den wir in dieser Woche in den Mittelpunkt unserer beliebten Serie „Wer erkennt gestellt“ hatten, ist allen in sehr guter Erinnerung geblieben.

Wie Holger „Holli“ Dabringhausen, der auf seine alten Handballtage „noch einmal das Vergnügen“ hatte, unter ihm als Trainer zu spielen. Das war beim CVJM Wermelskirchen, der auf dem Mannschaftsfoto abgebildet ist. Und Dabringhausen erwähnt – stellvertretend für die alten Weggefährten auf dem Bild – noch Sven „Schwan“ von Domaros und Phillip Asbach.

Auf der Platte erlebt hat Dabringhausen, der seine erfolgreichste Zeit beim Wermelskirchener TV hatte, den Gesuchten als Spieler der Lenneper TG. „Er war einer der besten Rechtsaußen, die ich je gesehen habe. Constantin hatte ein außergewöhnlich feines linkes Händchen. Zudem besaß er die bekannte Schlitzohrigkeit der damaligen Spieler vom Balkan.“

Ich habe ihn als einen groß- artigen Menschen kennengelernt.

Holger Dabringhausen über Constantin Patrascu

nfang der 80er-Jahre war der im rumänischen Logus geborene Patrascu aus dem damaligen Ostblock in den Westen geflohen. In Rumänien hatte er beim Erstligisten Dynamo Bukarest gespielt. In seiner neuen Heimat in der 2. Bundesliga bei Bayer Leverkusen. Von dort ging es dann nach Remscheid zur LTG und zum Hastener TV.

In Lennep hatte Klaus Elle das Vergnügen, mit ihm zu spielen. „Constantin hatte eine unglaubliche Sprungkraft. Wenn es auf der halbrechten Position einen Freiwurf gab, machte er mir immer ein Zeichen. Ich spielte den Ball dann hoch nach Außen, und er schloss per Kempa-Trick ab.“ Noch mehr beeindruckt hat Elle dann aber eine Episode, die sich viele Jahre später ereignet hatte. Elle war ehrenamtlich für die ärztliche Kinderschutzambulanz aktiv. „Da brauchten wir bei einem rumänischen Kind dringend einen Dolmetscher. Ich habe ihn angerufen, er war sofort zur Stelle und hat uns unglaublich geholfen.“

Nicht nur seine große Hilfsbereitschaft ist auch Dabringhausen in Erinnerung geblieben: „Ich habe ihn als einen großartigen Menschen kennengelernt. Er lebt nach den christlichen Werten und ist ein aufgeschlossenes und engagiertes Mitglied in der katholischen Gemeinde in Lennep und Lüttringhausen.“

„Ein harter Hund mit einem ganz großen Herz.“ So charakterisierte Jens Heckmann seinen Ex-Jugendtrainer bei der LTG. „Er hat uns auf einem Mofa bei unseren zahlreichen Läufen begleitet“, erinnert er sich amüsiert. „Aber in den entscheidenden Phasen unserer Spiele konnten wir uns auf unsere Fitness verlassen.“

Erfolge hatte Patrascu auch bei seiner derzeit letzten Trainerstation beim Lüttringhauser TV. „Er hat bei uns aus einem Abstiegskandidaten in der Bezirksliga ein Team geformt, das ganz oben mitgespielt hat“, erklärt LTV-Vorstandsmitglied Frank Hackländer, der an Patrascus Seite auch als Co-Trainer fungierte.

Seine bis dato letzte Trainerstation hatte Constantin Patrascu beim Lüttringhauser TV. (Archivfoto)

Nach Lüttringhausen kam er durch einen Zufall. Patrascu, der zunächst in der Barmag in Lennep gearbeitet hatte, war da als Montageplaner bei einer Firma in Hückeswagen. Sein Arbeitskollege war Arnd Kalinowski, der ihn nach langer Pause überredete, zunächst beim LTV III mitzumischen.

Wolfgang Grossestreuer hat ihn bei den LTG-Spielen bewundert: „Wenn er durchging, war der Ball entweder im Tor, oder es gab Siebenmeter.“ Der Lenneper wundert sich übrigens immer noch darüber, dass sich der LTV mittlerweile von Patrascu getrennt hat.

Karl-Heinz (Charly) Bohl, der ihn auch bei der LTG erlebt hat, freut sich, ihn aktuell öfter zu sehen: „Seit über einem Jahr ist er ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Nachbar.“

Für Andreas Schmidt steht fest: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so hoch gesprungen ist wie Constantin.“ Bei beiden haben sich schon früh kennengelernt – damals war Schmidt B-Jugend-Handballer bei der LTG und Patrascu sein Trainer. Danach hat man sich in all den Jahren nicht aus den Augen verloren. „Mittlerweile sind wir schon so etwas wie Freunde.“ Handballerisch sei Patrascu auf dem Feld oder als Trainer „ein Tier“. Privat aber „lammfromm, freundlich und zuvorkommend.“

Auch Beate Wellershaus, Ehrenamtlerin bei den LTV-Handballern, hebt die Qualitäten des diesmal Gesuchten heraus: „Ich schätze ihn als Menschen sehr. Dazu ist er ein patenter Trainer, der unsere jungen Wilden bei der Ersten gut entwickelt hat.“

Wer erkennt wen

In unserer Serie veröffentlichen wir Fotos, welche mindestens zehn Jahre alt sind und Teams aus unserem Verbreitungsgebiet zeigen. Mögen Sie uns eins aus Ihrem persönlichen Archiv zur Verfügung stellen? Dann schicken Sie doch gerne eine Mail mit einigen ergänzenden Informationen an diese Adresse:

lokalsport@rga-online de

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