Interview

Für Schacht ist längst nicht Schicht im Schacht

Stolz präsentiert Dietmar Schacht sein vor wenigen Wochen erschienenes Buch, in welchem er unter anderem auch seine Stationen beim FCR und beim WSV beleuchtet. Foto: DS
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Stolz präsentiert Dietmar Schacht sein vor wenigen Wochen erschienenes Buch, in welchem er unter anderem auch seine Stationen beim FCR und beim WSV beleuchtet.
  • Andreas Dach
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Ex-FCR-Coach ist zurück im Geschäft – als Buchautor, Trainer und Currywurstverkäufer.

Von Andreas Dach 

Der Name Dietmar Schacht ist gerade in aller Munde. Buch, Imbisswagen, neues Traineramt – wir sollten uns mal unterhalten.

Dietmar Schacht: Ja, mein Buch. Das war ein Ding, als sich der Nibe-Verlag vor einigen Monaten bei mir gemeldet und mich gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch über mein Fußballer-Leben zu schreiben. Ich habe mich zuerst gefragt, wer sich denn überhaupt dafür interessieren könnte. Aber der Verlag meinte, ich sei immer ein Typ zum Anfassen gewesen, der ehrliche Arbeit abgeliefert hat. Gerade Fans des FC Schalke 04 und des MSV Duisburg hätten doch bestimmt Interesse.

Dann haben Sie ja gesagt. Wie müssen wir uns die Entstehung des Buches vorstellen?

Schacht: Ich habe mit einem Ghostwriter wöchentlich zwei bis drei Stunden geskypt. Er hat die Dinge zu Papier gebracht, über die wir gesprochen haben und mir das dann immer zugeschickt. Nach knapp drei Monaten waren wir durch. Ich habe mir dann noch einmal alles durchgelesen und mein Okay gegeben. Das Buch ist in den Druck gegangen und seit dem 22. Oktober auf dem Markt.

Auf den 256 Seiten haben Sie kein Blatt vor den Mund genommen.

Schacht: In einem 50-jährigen Fußballer-Leben kommt halt eine Menge zusammen. Ich erzähle, was ich in den Jahren als Aktiver und Trainer erlebt habe. Dabei mache ich auch einen Blick hinter die Kulissen möglich und schildere, wie man teilweise mit mir umgegangen ist. Was in der Kabine los war, wie ich das alles durchlebt habe. Ich habe mir immer alles hart erarbeitet und alles gegeben. Dabei gab es Höhen und Tiefen. Da habe ich nichts ausgelassen.

Sie haben also auch Ihre Zeit beim FC Remscheid und beim Wuppertaler SV beleuchtet, wo Sie als Trainer gearbeitet haben?

Schacht: Aber selbstverständlich. Ich habe zum Beispiel über den Hickhack geschrieben, den es gab, als ich vom WSV zum FCR gewechselt bin.

Bei den Wuppertalern waren Sie Co-Trainer.

Schacht: Genau, ich war der Assistent von Gert vom Bruch. Der hatte mich beauftragt, den aktiveren Posten an der Linie zu übernehmen und lautstark Dinge hereinzurufen. Das gefiel aber dem Präsidenten Friedhelm Runge nicht. Er meinte, dafür sei vom Bruch zuständig, und es sei nicht mein Part. Als das Angebot des FCR kam, der sich in der 2. Liga in Abstiegsnöten befand, habe ich es angenommen.

Dann aber als Chef. Den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga konnten Sie nicht mehr realisieren.

Schacht: Bernd Koch, Winfried Urbinger und Jürgen Guardiera hatten mich als Nachfolger von Detlef Pirsig geholt. Letztlich hat es aber nicht mehr gereicht. Ich bin mit runter gegangen in die Oberliga, dort aber schon in der Hinrunde entlassen worden. Meine direkte Art hat einigen Leuten nicht gefallen.

Na, dann darf man ja gespannt sein auf Ihre Ausführungen in Ihrem Buch. Steht dort auch etwas über neues berufliches Standbein, den Imbisswagen?

Schacht: Den wollte ich eigentlich nur ein Jahr persönlich betreiben. Aber ich habe festgestellt, dass es nur funktioniert, wenn ich selbst anwesend bin.

Wie kommt man auf die Idee, Currywürste zu verkaufen?

Schacht: Es ist ja nicht einfach nur Currywurst. Es ist die gleiche wie die legendäre Curry 36 in Berlin. Dazu habe ich selbst eine Soße entwickelt, die bei den Leuten gut ankommt. Ich bin dreimal pro Woche mit meinem Imbisswagen unterwegs. Entweder in Duisburg-Röttgersbach oder in Rheinberg-Orsoy. Die Leute kommen zum Quatschen vorbei, wollen Fotos mit mir machen oder eine Widmung in ihr Buch geschrieben bekommen. Und natürlich eine leckere Currywurst essen. Man kann mich übrigens auch für Geburtstage und andere Feierlichkeiten mit meinem Wagen mieten.

Seit wenigen Wochen haben Sie auch wieder ein Traineramt übernommen. Ist die Lust am Fußball unvermindert vorhanden?

Schacht: Ich habe den FSV Duisburg in der Oberliga übernommen. Es geht darum, den Klassenerhalt zu schaffen, was eine schwierige Aufgabe ist. Das Gute ist, dass ich mit dem Fahrrad nur drei Minuten vor der Sportanlage entfernt wohne. Leider hat es bislang erst ein Spiel unter meiner Regie gegeben. Da haben wir mit dem 3:3 beim Cronenberger SC den ersten Auswärtspunkt der Saison geholt.

Sind Sie noch immer so ein Hitzkopf an der Seitenlinie?

Schacht: Man wird im Alter ruhiger und gelassener. Ich habe schließlich schon viel erlebt. Wenn mir etwas gegen den Strich geht, kann ich allerdings auch schon mal drei Meter in die Luft gehen. Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe, den FSV Duisburg in der Oberliga zu halten und den Status der Nummer drei in der Stadt zu bewahren. Diese Herausforderung nehme ich gerne an.

Zur Person

Wo immer Dietmar Schacht in seiner langen Karriere auch Fußball spielte – überall war er Publikumsliebling. Vor allem beim FC Schalke 04, mit dem er in die Bundesliga aufstieg, und beim MSV Duisburg. Der 58-Jährige lebt mit seiner Partnerin in Duisburg, ist Vater und Großvater. Als Trainer war er unter anderem beim FCR tätig.

Das Buch

„Der Kämpfer“, das Buch von Dietmar Schacht, ist am 22. Oktober erschienen und kann in jedem Buchladen bestellt werden. Auch in den Fanshops des FC Schalke 04, des MSV Duisburg und Alemannia Aachens kann man die Lektüre zum Preis von 19,95 Euro erwerben. Für das Vorwort der Biografie ist übrigens Peter Neururer zuständig gewesen.

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