Überwältigende Momente

Wüstenlauf: Salz unter Füßen und auf der Zunge

Peter Ickert beim Wüstenlauf in Utah: Diese überwältigenden Momente und Anblicke wird er niemals vergessen.
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Peter Ickert beim Wüstenlauf in Utah: Diese überwältigenden Momente und Anblicke wird er niemals vergessen.
  • Andreas Dach
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Peter Ickert, einer der wichtigsten Organisatoren des Röntgenlaufs, zeigt sich beeindruckt.

Von Andreas Dach

Er gilt als eins der wichtigsten Gesichter des Röntgenlaufs. Ohne das unermüdliche Wirken von Peter Ickert würde die Veranstaltung, die in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feiert, möglicherweise nicht eine solche Erfolgsgeschichte geschrieben haben, wie sie das in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten getan hat.

Ickert ist nicht nur einer der wichtigsten Organisatoren, sondern gönnt sich selbst auch immer wieder höchst attraktive Wettbewerbe, an denen er teilnimmt. Diesmal hat der 60-Jährige an einem reinen Wüstenlauf teilgenommen – über 100 Meilen, was 161 Kilometern entspricht. „So etwas gibt es nur in Amerika“, berichtet Ickert. Und zwar in Utah in der Nähe von Salt Lake City in Bonneville. Eigentlich ist der Ort für seine Geschwindigkeitsweltrekorde bekannt, die auf den großen Salzflächen gefahren werden.

„Die Landschaft war absolut atemberaubend!“

Peter Ickert, Wüstenläufer

Warum sollte man dort nicht auch flott laufen können? Ickert gehörte zu den 65 Athleten, die sich morgens um 7 Uhr auf Abenteuertour begaben. „Die Landschaft war absolut atemberaubend“, sagte er. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es ging nicht nur über Salz, sondern früh auch über Schotter in die Berge. Dort war man die meiste Zeit alleine unterwegs und musste sich die Kräfte gut einteilen.

Alle drei Stunden gab es Verpflegungsstellen, die gut ausgestattet waren. Trotzdem hatte Ickert sicherheitshalber auch Reserveflüssigkeit dabei. Nach 60 Kilometern wurden die Bedingungen problematischer. Zum dann morastigen Untergrund („Man sank bei jedem Schritt leicht ein“) kam ein stürmischer Wind, der sich teilweise zum Sandsturm formierte. Wahnsinn.

Die Hälfte war nach 12:49 Stunden geschafft, einfacher wurde es in der Folge nicht. Stattdessen dunkel. Mit Bergpassagen, feinem Sand, Geröll. Und zwar wechselweise. Ickert verlief sich kurz, war aber schnell wieder in der Spur. Bei Tagesanbruch erreichte er die Verpflegungsstelle im Nachbarstaat Nevada, wo nach 130 Kilometern noch ein „besonderes Schmankerl“ wartete, wie er es nannte. Zehn Kilometer lang ging es nur bergauf, 600 Höhenmeter waren zu absolvieren. Am Ende der Steigung sollte eine Wasserstelle warten. Doch die entpuppte sich als mutwillig zerstört. Ickert fassungslos: „Wer macht so etwas?“ Schnell kamen Gedanken an den Röntgenlauf hoch: „Von dort kennen wir auch Vandalen, die nachts ihr Unwesen treiben.“

Das Schlussstück ging bergab. Hört sich einfach an, forderte ihn aber noch einmal gewaltig. Die Muskeln wollten einfach nur ihre Ruhe, Blasen an den Füßen waren sehr schmerzhaft. Irgendwann ging es auf die Zielgerade, fünf Kilometer lang schnurgerade über das Salz. „Man sieht das Ziel und kommt einfach nicht näher“, schilderte Ickert sein Empfinden. „Das war wie eine Fata Morgana.“

Nach 29 Stunden und 19 Minuten erreichte er glücklich das Ziel. Was bleibt, sind tolle Erinnerungen. Und Fotos, die er sich noch häufig anschauen wird, um sich eine der „eindrucksvollsten Landschaften Amerikas“ immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Röntgenlauf

Am 30. Oktober dieses Jahres feiert der Röntgenlauf sein Jubiläum, wird stolze 20 Jahre alt. Es werden wieder die bewährten Strecken von den Bambini- und Kinderläufen bis zum Ultra über 63,3 Kilometer angeboten. Dazu kommt zum Geburtstag auch ein ganz besonderes Geschenk: ein Lauf über 100 Kilometer.

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