Leichtathletik

Saison endet doch mit einem Happy End

Die Remscheiderin Amelie Klug ist stolz auf die Bronzemedaille, die sie vor wenigen Tagen bei der Deutschen Meisterschaft in Heilbronn gewonnen hat. Foto: Torsten Klug
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Die Remscheiderin Amelie Klug ist stolz auf die Bronzemedaille, die sie vor wenigen Tagen bei der Deutschen Meisterschaft in Heilbronn gewonnen hat.
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Auch die Remscheiderin Amelie Klug, Top-Nachwuchsläuferin von Bayer Leverkusen, durchlebte schwierige Zeiten.

Von Peter Kuhlendahl

Mit einer Bronzemedaille über 1500 Meter bei der Deutschen Meisterschaft der U18 ist Ihre Freiluftsaison vor knapp zehn Tagen geendet. Zufrieden?

Amelie Klug: Eine Medaille war in diesem Jahr mein Ziel gewesen. Und natürlich bin ich froh, dass es nach diesen etwas turbulenten Wochen und Monaten noch geklappt hat.

Bevor wir darauf zurückblicken, schildern Sie doch mal den Endlauf bei der DM in Heilbronn?

Klug: Die spätere Siegerin ist von Beginn an ein hohes Tempo angegangen. Bei 800 Meter hat sie noch einmal angezogen. Ich war zunächst ein wenig unschlüssig, ob ich mitgehe. Dann habe ich mich aber entschieden, die Bronzemedaille gegen den Rest des Feldes abzusichern.

Wie geht es nach dem Ende der Freiluftsaison nun weiter?

Klug: Das Training ist im Moment um einiges runtergefahren. Es steht nun Erholung und Regeneration an. Aber bald geht es wieder los. Vielleicht starte ich beim einen oder anderen Crosslauf. Das werden dann aber eher kleinere Veranstaltungen sein, und ich laufe maximal eine Distanz über 5000 Meter.

Beginnt bald auch die Hallensaison?

Klug: Das ist noch völlig offen. Wie natürlich auch bei den Crossläufen. Noch weiß keiner, welche und ob die Veranstaltungen überhaupt stattfinden können.

Damit kommen wir zu dem Thema des letzten halben Jahres, das auch bei Ihnen einiges durcheinander gewirbelt hat.

Klug: Als Mitte März nichts mehr ging, begann eine sehr ungewohnte Zeit.

Was war, neben all den Dingen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, das größte Problem?

Klug: Die Ungewissheit, ob es in diesem Jahr in der Freiluftsaison überhaupt weitergeht. Es war zunächst schwierig, sich zu motivieren, irgendwie weiter zu trainieren.

Wie sah denn dann das Training aus?

Klug: Ich habe viele Waldläufe gemacht. Auch Tempoläufe im Wald. Krafttraining im Keller. Kurz vor dem Lockdown habe ich mir noch Hanteln besorgt. Und auch Stabilisationstraining habe ich gemacht.

Bleibt die Frage nach der Motivation.

Klug: Wir haben einige Zoom-Einheiten über Videokonferenzen mit der Trainingsgruppe von Bayer gemacht. Und ich habe auch sehr viel mit den Trainern telefoniert.

Wann haben Sie erfahren, dass es doch noch weitergeht?

Klug: Das war so etwa Mitte Mai. Es waren zwar immer noch viele Unwägbarkeiten dabei. Aber es gab endlich wieder ein Ziel.

Lassen Sie uns in die Zukunft blicken. Sie rücken im kommenden Jahr in eine andere Altersklasse auf.

Klug: Ich starte dann in der U20. Da wird es natürlich anders zur Sache gehen.

Kann man da schon über Ziele reden?

Klug: Da heißt es, erstmal abzuwarten. Ich denke ein wenig weiter in die Zukunft.

Was erhoffen Sie sich da?

Klug: Ich würde gerne auch auf dem internationalen Parkett starten.

Das bedeutet, dass Sie sich auch weiter dem Leistungssport widmen. Dabei wartet ja noch eine weitere große Aufgabe 2021 auf Sie, oder?

Klug: Ich mache im Frühjahr am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Remscheid mein Abitur.

Gibt es schon Pläne, was dann kommt?

Klug: Ich würde gerne Medizin studieren.

Lassen Sie uns auch noch weiter zurückblicken. Wie sind Sie zur Leichtathletik gekommen?

Klug: Ich habe damals für meine Grundschule am City-Lauf teilgenommen. Da bin ich Dritte geworden. Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht. Ich habe beim Remscheider SV angefangen und gehörte schließlich zur LG Remscheid.

Stand da das Laufen sofort im Mittelpunkt?

Klug: Nein. Da waren einige Disziplinen dabei. Ich war zum Beispiel auch bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften im Blockmehrkampf am Start. Aber Laufen hat mir immer am meisten Spaß gemacht.

Von der LG sind Sie in die Leichtathletik-Abteilung von Schalke 04 gewechselt. Wie kam das und warum?

Klug: Bei der LG war es immer super. Die Kontakte sind auch bis heute nicht abgerissen, und ich schaue auch immer wieder bei den Aktiven vorbei. Wenn man den nächsten Schritt machen will, muss man eben wechseln. Das nimmt einem bei der LG auch keiner krumm. Beim Hallentraining in Düsseldorf bin ich damals von einem Schalker Trainer angesprochen worden.

Mittlerweile trainieren Sie in Leverkusen und starten für Bayer. Der nächste konsequente Schritt?

Klug: Wir hatten in Schalke eine richtig coole Laufgruppe mit einem tollen Trainer. Der ist dann aber als Stützpunkttrainer nach Niedersachsen gewechselt. Und dann kam der Kontakt nach Leverkusen.

Bayer steht für professionelle Arbeit. Sind die Ansprüche an Sie groß?

Klug: Das ist eine gute Frage. Natürlich hat Bayer Erwartungen. Aber auch dort gibt es jetzt eine coole Trainingsgruppe. Und es macht Spaß.

Das sollte es auch machen bei dem Pensum, das Sie absolvieren müssen. Wie sieht Ihr Alltag beziehungsweise Ihre Woche aus?

Klug: Nach der Schule geht es viermal in der Woche zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Leverkusen zum Training. Meine Eltern holen mich dann ab. Dann müssen noch die Arbeiten für die Schule erledigt werden. Der fünfte Trainingstag bei Bayer ist der Samstag.

Zur Person

Die Leichtathletin Amelie Klug wurde am 11. Mai 2003 in Remscheid geboren. Dort lebt sie mit ihren Eltern. Die Schülerin des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums wird im nächsten Frühjahr ihr Abitur machen. Ihre sportliche Karriere begann bei der LG Remscheid. Von dort wechselte sie zur Leichtathletik-Abteilung des FC Schalke 04. Mittlerweile startet Klug für Bayer Leverkusen.

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