Design-Aktion

Timo Ronge entwirft mögliches BVB-Trikot

Timo Ronge mit dem bemerkenswerten Trikot-Entwurf, der die prominente Jury um Marco Reus überzeugte und ihn ins Finale brachte. Foto: Ronge
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Timo Ronge mit dem bemerkenswerten Trikot-Entwurf, der die prominente Jury um Marco Reus überzeugte und ihn ins Finale brachte.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Der gebürtige Radevormwalder gehört bei einer Design-Aktion des Fußball-Bundesligisten zu den Finalisten.

Wenn Vereine der Fußball-Bundesliga vor einer Saison ihre neuen Trikots präsentieren, gehen die Reaktionen oft weit auseinander. Eine Gruppe von Fans ist dann meist begeistert, eine regt sich massiv wegen des Aussehens auf und eine nimmt es so hin, wie es ist. Timo Ronge gehörte bislang eher letztgenannter Fraktion an, obwohl er als selbstständiger Mediengestalter mit einem besonderen Blick die neuen Outfits seines BVB betrachtet.

Seit einigen Monaten beschäftigt sich der gebürtige Radevormwalder aber intensiver mit der Materie. Deutlich intensiver. Ronge hat an einer Aktion von Borussia Dortmund („DesignDattDing“) teilgenommen, bei der der Verein dazu aufgerufen hatte, einen Trikotentwurf für die Saison 2023/24 einzureichen – um am Ende den Siegervorschlag tatsächlich in Produktion zu geben. Mehr als 15 000 Einsendungen aus über 100 Ländern sind bei den Schwarz-Gelben bis zum Abgabetermin vor ein paar Wochen eingegangen, aus denen eine prominente Jury (siehe Extrainfo) die Finalisten ermittelte. „Nullneun Kandidaten sind nur noch im Rennen“, sagt der frühere Handballer der HSG Rade/Herbeck lächelnd. Er selbst gehört dazu.

Damit gerechnet, so weit zu kommen, hatte er in keiner Sekunde. Bei einem Spaziergang mit seinen Hunden kam ihm die Design-Idee. Unmittelbar nachdem er von der Aktion gelesen hatte. Zurück in seinem Büro setzte er sich gleich an den Entwurf und seine Vorstellung in die Tat um. „Das hat ehrlich gesagt keine halbe Stunde gedauert“, erzählt Ronge, dem seine jahrelange Erfahrung als Mediengestalter zugutekam.

„Ich habe es bewusst schlicht gehalten“, beschreibt er sein Trikot, bei dem ihm zwei Dinge wichtig waren. Erstens: „Ich finde, ein Heimtrikot sollte Identifikation stiften. Deswegen wollte ich etwas zeigen, wovor die Gegner Respekt haben. Da die gelbe Wand schwer darzustellen ist, habe ich mich für das Westfalenstadion entschieden und das als Silhouette mit draufgebracht.“ Zweitens: Es sollte nicht austauschbar sein. „Oft gibt es Trikots, die einfach aus Mustern oder Streifen bestehen. Wenn man da dann die Farben tauscht, hat man ruckzuck ein Bayern- oder Schalke-Trikot.“ Das galt es mit aller Macht zu verhindern. Ronge: „Das Trikot funktioniert so nur für Dortmund.“

„Meine Frau kommt aus dem Ruhrgebiet. Da wird auf Familienfeiern nur über Fußball gesprochen.“

Timo Ronge

Zu seiner Zeit in Radevormwald, wo er bis Ende 2010 lebte, hätte er dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gar nicht beurteilen können. Denn: „Mit dem Fußball hatte ich nicht viel am Hut.“ Von klein auf bis zum Alter von Mitte 20 spielte Timo Ronge bei der HSG Rade/Herbeck Handball, ehe er sich das Kreuzband riss und nicht wieder auf die Beine kam. Trotz einiger Versuche. „Mit dem Handball aufzuhören, fiel mir schon schwer“, erinnert er sich. „Ich konnte erstmal nicht mehr in die Halle gehen.“

Der Liebe wegen verließ er seine Heimatstadt. Zunächst zog Ronge nach Hattingen, fünf Jahre später nach Marl. Dort, an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland, lebt er mit seiner Frau auch heute. „Naturmäßig ist es echt schön“, erzählt der 43-Jährige, der das Laufen und Fahrradfahren für sich entdeckt hat.

Und den BVB. „Meine Frau kommt aus dem Ruhrgebiet. Da wird auf Familienfeiern nur über Fußball gesprochen“, berichtet Ronge und lacht. So landete er zu den Zeiten, als Jürgen Klopp den Verein zu Erfolgen führte, fast automatisch im Stadion. „Da hat es einen natürlich gepackt.“ Seitdem ist seine Leidenschaft für die Borussia geweckt. Dass diese in der übernächsten Saison womöglich in seinem Trikot auflaufen wird, kann er noch nicht glauben: „Das wäre schon eine ziemlich große Ehre. Die Vorstellung ist extrem reizvoll.“ Die Nörgler, die bei der Vorstellung der neuen Outfits immer etwas zu meckern haben, würde er dabei gerne in Kauf nehmen.

DESIGN DATT DING

Jury: Aus den über 15 000 Einsendungen wählte eine neunköpfige Gruppe die Finalisten aus. Dazu gehörten Kapitän Marco Reus, Vereinslegende Dedé und als BVB-Fan auch Schauspieler Frederick Lau.

Preis: Dem Sieger wird nicht nur die Ehre zuteil, dass die Dortmunder in der Saison 2023/24 in seinem Trikot auflaufen. Er darf die Mannschaft zudem zu einem internationalen Auswärtsspiel begleiten (inklusive Übernachtung und Eintritt) und erhält für das erste Bundesliga-Heimspiel zehn VIP-Tickets.

Abstimmen: Unter kit.bvb.de kann man im Internet nicht nur alle neun Finalisten begutachten, sondern bis zum 18. März auch seine Stimme für Timo Ronge abgeben.

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