Fußball

Kreispokal-Halbfinale: Rollen scheinen klar verteilt, aber. . .

Vier Vereine, vier Trainer: Marcel Heinemann (FC Remscheid)
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Vier Vereine, vier Trainer: Marcel Heinemann (FC Remscheid)
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Fußball-Kreispokal-Halbfinale: SV 09/35 empfängt Dhünn, der SC 08 den FCR

Von Peter Kuhlendahl

Es sind die ersten Pflichtspiele seit März dieses Jahres. Dazu kommt, dass die beiden Kreispokal-Halbfinalspiele des Fußballkreises Remscheid noch Überbleibsel aus der Saison 2019/20 sind. Während die Meisterschaften in sämtlichen Ligen abgebrochen wurden, soll die Pokalrunde noch beendet werden. Und da kommt es an diesem Wochenende zu zwei klassischen Duellen David gegen Goliath, die beide jede Menge Zuschauer angezogen hätten. Doch aufgrund der Pandemie und den daraus resultierenden Hygienevorschriften ist der Zugang zu den beiden Stadien nur sehr eingeschränkt möglich.

Sebastian Pichura (SV 09/35 Wermelskirchen)

SV 09/35 Wermelskirchen – SSV Dhünn (Sa., 16 Uhr, Dönges-Eifgen-Stadion). Landesligist gegen Bezirksliga-Aufsteiger. Die Rollen scheinen auf dem Papier zwar klar verteilt. „Aber wenn wir nicht mit der richtigen Einstellung und Motivation an die Sache herangehen, geht das schief“, glaubt 09/35-Trainer Sebastian Pichura, der aus aktuellem Anlass einen mächtig dicken Hals hat. Am Mittwochabend ging die Generalprobe im Eifgen gründlich schief. Gegen den Bezirksligisten Dabringhauser TV setzte eine deutliche 1:5 (0:2)-Pleite für seine Schützlinge. „Ich habe zwar auf der einen oder anderen Position noch einmal etwas ausprobiert, aber das war mit Sicherheit nicht der Hauptgrund“, betont Pichura, für den die Zeit der Experimente nun endgültig vorbei ist: „Jeder hatte seine Chance. Jetzt setze ich auf die, auf die ich mich verlassen kann.“

Andreas Böge (SSV Dhünn)

Probleme bereitet die Torhüterposition. Der verletzte Justin Landwehr und der beruflich verhinderte Yannik Prahl fallen aus. Der angeschlagene Yannick Klüppelberg kann zumindest auf der Bank sitzen, zwischen den Pfosten steht Torwarttrainer Jens Lassak. Zudem fehlen weitere Verletzte und Urlauber. Neuzugang Bojan Blazic ist außerdem nach Bergisch Gladbach zurückgekehrt.

Die Gäste aus Dhünn machen vor dem Stadtderby überhaupt keinen Hehl daraus, dass sie sich selbst als krasser Außenseiter sehen. „Da muss man doch nur einen Blick auf unsere Testspiele in der Vorbereitung werfen, um die Rollenverteilung deutlich zu machen“, sagt SSV-Trainer Andreas Böge, der am Mittwoch Augenzeuge im Eifgen war und dort am Samstag auf seine vermeintlich beste Formation setzen kann.

Allerdings musste auch er in vielen Testspielen mitansehen, dass bei einigen Spielern die Einstellung gar nicht passte. Dies will er auch nicht damit entschuldigen, dass die Vorbereitung ein wenig holprig war, da sein Team durch den Umbau der Anlage an der Staelsmühle aktuell ohne eigentlich Heimstätte ist. Aus diesem Grund findet das Halbfinale ja auch im Eifgen statt.

Zdenko Kosanovic (SC 08 Rade)

SC 08 Radevormwald – FC Remscheid (So., 15.30 Uhr, Kollenberg). Auch hier scheinen die Rollen klar verteilt. Allerdings bemüht Rades Coach Zdenko Kosanovic doch den Satz, dass der Pokal eigene Gesetze habe. Und dies aus gutem Grund: „Als ich damals FCR-Trainer war, sind wir immer nur sehr ungern am Kollenberg angetreten. Weil wir wussten, dass wir da auf eine kämpferische Mannschaft treffen und auf uns ein hartes Stück Arbeit wartet.“ Genau das erwartet Kosanovic von seinem Team: „Wir dürfen uns nichts vormachen. Spielerisch werden wir nicht mithalten können.“

Allerdings sei seine Mannschaft noch längst nicht an dem Punkt angekommen, den sich der Coach wünscht. „Wir stecken im Grunde noch mitten in der Vorbereitung. Das Pokalspiel ist eigentlich ein weiterer Test unter Wettkampfbedingungen“, sagt Kosanovic, der keine größeren personellen Probleme hat.

Derweil nehmen die Remscheider die Favoritenrolle zwar an. „Aber das wird eine ganz schwierige Aufgabe“, findet FCR-Trainer Marcel Heinemann, der zu gerne auch noch einmal an die 0:1-Niederlage im letzten Testspiel gegen Germania Wuppertal erinnert: „Das war genau zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug. Allerdings merkt man allen die unglaubliche Vorfreude auf das erste Pflichtspiel nach fast einem halben Jahr an.“

Noch nicht in die Karten blicken lässt sich Heinemann, wem er am Sonntag das Vertrauen schenkt. Die aktuell Verletzten sind zum einen kein Thema. Zum anderen könnte der Einsatz der angeschlagenen Yuya Yamaura, Tristan Maresch oder Antonio Angelov noch zu früh sein.

Gut zu wissen

Ohne eine Eintrittskarte sollte sich am Sonntag keiner auf den Weg nach Radevormwald machen. Aufgrund der Hygienebestimmungen dürfen 100 Fans ins Stadion. Der FCR verkauft an diesem Freitag (10 bis 12 Uhr) seine 50 Tickets im Röntgenstadion. Anhänger der Rader müssen auf der Homepage (www.sc08-rade.de) ein Formular ausfüllen. Wer ein Ticket bekommt, wird informiert. Im Eifgen in Wermelskirchen werden am Samstag 300 Eintrittskarten an der Stadionkasse verkauft.

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