Interview der Woche

Rodel Arnolds geht in Judo-Rente

Rodel Arnolds (r.) bei einem seiner erfolgreichen Kämpfe für das RTV-Judoteam
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Rodel Arnolds (r.) bei einem seiner erfolgreichen Kämpfe für das RTV-Judoteam.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Gespräch: Punktejäger des RTV hat sich aus dem Leistungssport zurückgezogen.

Wie fühlt man sich als Judo-Rentner, Rodel Arnolds?

Rodel Arnolds: Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich meine sportliche Zukunft gestalten möchte. Es kommt schon ein wenig Wehmut auf, wenn ich darüber nachdenke, dass ich die hochklassige Ebene nun verlassen haben und mir es auch nicht gelungen ist, mich während meiner Laufbahn mal für die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu qualifizieren. Aber es ist jetzt halt so.

Um es deutlicher zu machen: Nachdem Sie drei Jahre lang maßgeblich zu den Erfolgen des RTV-Judoteams beigetragen haben, haben Sie sich entschieden, den Judosport auf Null herunterzufahren.

Arnolds: Ich habe mich als Leistungssportler gesehen und bewusst einen Schlussstrich gezogen. Schon im zurückliegenden halben Jahr konnte ich aus Studien- beziehungsweise Berufsgründen nicht mehr so trainieren wie ich es wollte. Cedric Pick und René Endres hatten sich zwar noch einmal probiert, mich für eine weitere Saison beim RTV zu begeistern, aber ich hatte meine Entscheidung getroffen.

Bedeutet: Sie werden auch nicht auf unterer Ebene noch mal auf die Matte gehen?

Arnold: Nein, das steht für mich fest. Sportlich werde ich aber auf jeden Fall bleiben. Ich jogge, mache Fitnesstraining, bowle, fahre Rennrad, laufe Halbmarathon – das ist doch auch sehr abwechslungsreich.

Wie bewerten Sie Ihre drei Jahre beim RTV-Judoteam rückblickend?

Arnolds: Ich bin rundum zufrieden gewesen. Cedric Pick hat sich als Manager viel mehr eingesetzt, als ich das von anderen Vereinen kenne. Er hat zu uns Aktiven immer den persönlichen Kontakt gehalten. Dafür habe ich mich bei ihm bedankt. Wie auch bei René Endres. Die beiden machen eine sehr gute Arbeit beim RTV. Ich kann sagen, dass ich eine gute Zeit gehabt habe. Klar, dass ich nicht alle Kämpfe gewonnen habe, aber meine Leistung gebracht habe ich auf jeden Fall. Das gilt vor allem für die 2. Bundesliga. In der 1. Liga haben dann mehrere Faktoren dafür gesorgt, dass es etwas weniger geworden ist. Ich war nicht mehr so fit, weil ich nicht mehr so regelmäßig trainieren konnte, und die Gegner sind natürlich auch stärker als eine Klasse darunter. Ich habe immer versucht, 100 Prozent zu geben.

Was waren im Laufe Ihrer Karriere die größten Erfolge?

Arnolds: In der U20 bin ich deutscher Vizemeister und auch einmal Dritter geworden. Beim European-Cup ist Bronze herausgesprungen, bei einem großen Turnier in St. Petersburg bin ich Siebter geworden. Schwierig war dann der Sprung in den Erwachsenenbereich. Da hat es dann für die ganz großen Erfolge, wie eben die Quali für die Olympischen Spiele, nicht gereicht. Arbeit und Studium haben es nicht zugelassen, dass ich auf der Ebene auch so erfolgreich gewesen bin.

Sie sind als kleines Kind mit Ihrer Familie von den Philippinen nach Wermelskirchen gekommen. Wieso ist es damals dazu gekommen?

Arnolds: Das hatte damals berufliche Gründe. Mein Vater war im Maschinenbau tätig und ist mit uns nach Deutschland gegangen.

Nach Ihrem Abitur am Wermelskirchener Gymnasium sind Sie im Alter von 19 Jahren nach Köln gezogen.

Arnolds: Ja, wegen meines Studiums und wegen des Trainings am Olympiastützpunkt.

Der enge Kontakt nach Wermelskirchen ist aber geblieben.

Arnolds: Meine Familie lebt in Wermelskirchen, Remscheid und Radevormwald verstreut. Da ist es selbstverständlich, dass ich regelmäßig zu Besuch bin. Zuletzt über die Weihnachtstage.

Dann könnten Sie sich eigentlich doch auch regelmäßig die Heimkämpfe des RTV-Judoteams anschauen.

Arnolds: Vielleicht bin ich nicht bei jedem dieser Kämpfe anwesend, aber auf jeden Fall häufiger mal. Ich werde das dann immer mit einem Besuch bei meiner Familie verbinden.

Was trauen Sie Ihrer Ex-Mannschaft in der neuen Bundesliga-Saison zu?

Arnolds: Eine Menge. Ich drücke jedenfalls fest die Daumen. Ob es für das Erreichen des Final Four reicht, muss man abwarten. Das hängt sicherlich auch davon ab, welche Leute noch verpflichtet werden.

Zur Person

Rodel Arnolds wurde am 28. 2. 1992 in Dava City auf den Philippinen geboren. Im Alter von zwei Jahren ist er mit den Eltern nach Deutschland gekommen. Mit Fünf (beim JCW) hat er mit dem Judo begonnen und es bis in die Bundesliga geschafft, zuletzt war der angehende Gymnasiallehrer (Sport und Bio), der in Düsseldorf lebt und in Neukirchen-Vluyn bei Moers arbeitet, maßgeblich an den Erfolgen des RTV-Judoteams beteiligt.

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