Fußball

Derby zwischen FCR und SV 09/35: In Unterzahl Überragendes geleistet

Leonhard Fronia (r.) war eine der prägenden Figuren dieses Derbys. Er war unter anderem für das wichtige 2:0 der Gäste verantwortlich. Hier versucht er, gemeinsam mit Clinton Mampuya, Armen Shavershyan das Leder abzuluchsen.
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Leonhard Fronia (r.) war eine der prägenden Figuren dieses Derbys. Er war unter anderem für das wichtige 2:0 der Gäste verantwortlich. Hier versucht er, gemeinsam mit Clinton Mampuya, Armen Shavershyan das Leder abzuluchsen.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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In der Landesliga stand das große Derby an. Wie es ausging und welche Geschichten dieses Spiel schrieb.

Von Andreas Dach

Jedes Fußballspiel schreibt seine eigenen Geschichten. Derbys erst recht. Plattitüden? Gewiss, aber die Wahrheit ist nicht fern. Oder hat es das schon oft gegeben, dass ein Spieler bereits nach sechs Minuten nach einem Kopfschuss ausgewechselt werden muss? Beim 0:3 (0:1) des FC Remscheid gegen den SV 09/35 Wermelskirchen in der Landesliga war genau das der Fall gewesen.

Malte Lüttenberg fiel in sich zusammen wie ein nasser Sack, man musste sich größte Sorgen um den Abwehrspieler machen. Die gute Nachricht: Er stand nach längerer Behandlungspause wieder auf den Beinen, wollte weitermachen. Aber das Risiko war dem FCR zu groß.

Dann war da die 29. Minute. Eray Yigiter ging im Mittelfeld gegen Daniel Saibert rustikal zu Werke und sah Rot. Berechtigt? Konnte man geben. Oder eher doch nicht? Mit Gelb, einer letzten Ermahnung und dem Hinweis an den Trainer wäre es sicher auch gegangen. So wurde es ein Spiel auf ein Tor, nachdem Aydin Türksoy die Gäste bereits nach neun Minuten in Führung gebracht hatte. Er hatte nach einem Abpraller genau richtig gestanden.
Das war der Vorbericht zum Spiel: Die Favoritenrolle ist neu vergeben

Was blieb 09/35 auch anderes übrig, als dicht zu machen? Noch dichter. Aus der Dreierkette wurde je nach Spielsituation eine Fünferkette. Mit eigentlich offensiv orientierten Leuten auf den hinteren Außenpositionen: Leo Fronia und Umut Demir.

Es ist mein Anspruch, so zu halten wie heute!

Martin Schoberth, 09/35-Torhüter

Wichtig, dass Torhüter Martin Schoberth einen Sahnetag erwischte. Den Kopfball von Armen Shavershyan (22.) wehrte er ebenso großartig ab wie die Schüsse von Sebastian Bamberg (44.) und Germano Bonanno (50.). Weitere starke Szenen folgten. Vor Wochen, im Pokalspiel beim FCR, war er noch der große Unglücksrabe gewesen. „Es ist mein Anspruch, so zu halten wie heute“, sagte der Torsteher glücklich. Der Fußball und seine Geschichten . . .

Dazu gehörte auch, dass Fronia für das zweite Wermelskirchener Tor zuständig war (2:0, 62.). Er sollte gerade ausgewechselt werden, hatte Gelb und sich in Zweikämpfen mit dem starken Germano Bonanno aufgerieben. Einmal noch ging er nach vorne, traf und sorgte für eine Vorentscheidung.

Der FCR versuchte alles, fand gegen das Bollwerk aber keine Lösung und verzweifelte zunehmend. Dass Patrick Posavec (Zerrung) fehlte, machte die Sache nicht einfacher. Ein anderer Führungsspieler, Ahmed Al Khalil, steigt am Dienstag wieder ins Training ein. Hoffnungsträger, Hoffnungsschimmer.

Trost für Eray Yigiter, der schon nach einer knappen halben Stunde die rote Karte sah.

Mit Serhat Kacmaz beorderte FCR-Trainer Marcel Heinemann in der Schlussphase einen Abwehrspieler ins Sturmzentrum. Gleichwohl: Es brachte nichts. Kacmaz bemühte eine alte Fußballerweisheit: „Wir hätten noch Stunden spielen können und kein Tor gemacht.“ Ja, solche Tage gibt es.

Wie man es besser macht, zeigte der SV 09/35. Immer wieder betont: in Unterzahl! Maxim Vlasiuc marschierte über die rechte Seite, passte nach innen, wo Umut Demir den Sack zumachte (3:0, 86.). Hatten wir schon erwähnt, dass der Fußball seine eigenen Geschichten schreibt? Nach der Klatsche gegen den FCR im Pokal hatte Demir noch bemängelt: „Wir hatten keine Eier.“ Nun stellt er grinsend fest: „Diesmal hatten wir welche.“

„Der Sieg geht wohl in Ordnung“, meinte 09/35-Coach Sebastian Pichura, der die Mannschaft mit Zeljko Nikolic und „Pille“ Frohn perfekt eingestellt hatte. „Wenn sogar der Ehrenpräsident mir das schon während des Spiels sagt.“ Bernd Koch war nach unten geeilt und hatte Pichura gratuliert – da stand es noch (oder erst) 2:0. Dass sich Adis Babic (FCR) und Erik August (09/35) gegen Ende noch verletzten, war das bedauerliche Finale eines besonderen Derbys.

Aufstellungen

FCR: Horn, Buscemi, Babic (80. Köseoglu), Kacmaz, Lüttenberg (6. Blume), Saibert, Shavershyan (68. Oberlies), Kupfer, Bonanno, Bamberg (68. Kerkien), Di Donato.

SV 09/35: Schoberth, Fronia (66. Wünschmann), Vlasiuc, Streit, Circir, Demir, Paß (68. August), Yigiter, Raufeiser (73. Eryürük), Türksoy (51. Lilliu), Mampuya (62. Cetin).

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