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TVH: Aufstieg dokumentiert Darts-Boom

Die Darts-Teams des TV Herbeck: Eine homogene und zugleich sportlich extrem erfolgreiche Truppe.
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Die Darts-Teams des TV Herbeck: Eine homogene und zugleich sportlich extrem erfolgreiche Truppe.
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Beim Turnverein Herbeck bilden mittlerweile 24 Mitglieder zwei erfolgreiche Mannschaften.

Von Fabian Herzog

Remscheid. Ihre Saison geht noch bis Anfang Mai. Doch schon vor wenigen Tagen konnte die 1. Darts-Mannschaft des TV Herbeck den Aufstieg klarmachen und eine weitere beeindruckende Spielzeit krönen. Im Spitzenduell der Bezirksklasse gegen Verfolger DSV Soest II setzten die Radevormwalder um Teamkapitän Michael Joppien eine erneute Duftmarke, sich mit 11:3 durch und behielten in ihrer siebten Begegnung zum siebten Mal die Oberhand. Der Durchmarsch von der Kreis- in die Bezirksliga war damit perfekt. Oder, wie es Abteilungssprecher Norman Mairle formuliert: „Die Erfolgsstory geht weiter.“

Der 48-Jährige selbst war es, der Darts beim TVH im Jahr 2018 ins Leben gerufen hat. Zusammen mit Oliver Greve und Roger Feldermann, dem Vorsitzenden des Gesamtvereins, hatte er zuvor immer wieder in unregelmäßigen Abständen auf eine Scheibe gespielt und sich mehr und mehr für die frühere Kneipensportart begeistert. Der Weg zum Verein war da nicht mehr weit. In den Räumen des ehemaligen AWO-Hauses in der Flurstraße war schnell eine passende Räumlichkeit gefunden, in der optimale Bedingungen vorherrschen. „Unser Ally Pally“, sagt Mairle in Anlehnung zur Kult-Austragungsstätte der Weltmeisterschaft in London grinsend.

Ich kann von allem ein bisschen, aber nichts richtig.

Grischa Röbke, Darts-Spieler der 1. Mannschaft und gleichzeitig Handballer der HSG Rade/Herbeck

Ruck zuck fanden sich weitere Darts-Begeisterte, die der Sportart in einem Verein nachgehen wollten. „Das passte auf Anhieb auch charakterlich“, beschreibt der gebürtige Solinger, den es vor Jahren der Liebe wegen in die Bergstadt verschlagen hat, die Chemie innerhalb der Abteilung. Längst sind aus Teamkollegen Freunde geworden. Erfolgreiche Freunde. Direkt in der ersten Saison gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse, ehe die Pandemie auch den im Nordrhein-Westfälischen Dart-Verband organisierten Spielbetrieb durcheinanderwirbelte. Die zweite Saison wurde im August 2020 begonnen und ist zugleich eben die, die im Mai diesen Jahres beendet wird.

Corona hat auch dafür gesorgt, dass sich einige Mannschaften abgemeldet haben. Gerade die, die ihre Heimstätte im Gastronomiebereich hatten, mussten sich zwangsläufig zurückziehen. „Das ist natürlich schade“, findet Mairle.

Der Darts-Boom beim TV Herbeck ist ungebrochen und wird unter anderem durch die 2. Mannschaft dokumentiert, die in der Kreisliga gestartet ist und als aktueller Tabellendritter ebenfalls Aufstiegschancen besitzt. Auch der Anstieg auf 24 Mitglieder zeigt die Entwicklung. Diese kommen größtenteils aus Radevormwald, aber auch aus Hückeswagen oder Lüttringhausen und spielen beziehungsweise trainieren in ihrem „Ally Pally“ mittlerweile auf zwei Etagen.

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Fast eine logische Folge: Auch das Niveau hat sich deutlich verbessert. Top-Spieler wie Felix Steinebrunner oder Sven Thiel bringen es pro Aufnahme, also mit dem Wurf von drei Pfeilen, auf eine durchschnittliche Punktzahl von um die 70. Zur Einordnung: Profis bewegen sich meist im Bereich von 90 Zählern. Wie gut die Rader sind, bekam Soest II im Spitzenspiel vor wenigen Wochen direkt zu Beginn zu spüren. Da hatte Thiel 142 Punkte Rest, warf zweimal die Triple 17, anschließend die Doppel 20 und sorgte für staunende Blicke.

Was die Darts-Truppe des TV Herbeck aber auch auszeichnet, ist die Leistungsbreite. Da wird im Training, dienstags und freitags ab 19 Uhr, auch schon mal eine 26 geworfen. Also das, was jeder Dartsspieler verflucht. Statt das anvisierte Feld der Triple 20 dreimal zu treffen, landen die Pfeile in der 5, der 20 und der 1. „Dafür haben wir extra einen Buzzer“, berichtet Mairle. Wer den drücken muss, macht sein Missgeschick also auch hörbar deutlich.

Zu vernehmen ist dieser Ton aber immer seltener. Speziell wenn die 1. Mannschaft ans Oche, also die Abwurfgrenze, tritt. Zu den besten Spielern des Vereins gehört mit Grischa Röbke – neben Leonhard Linek – einer von zwei Handballern der HSG Rade/Herbeck. Er hat diese Saison schon zwei 180er geworfen. Versteckt sich hinter dem 28-Jährigen, der auch schon als Poetry-Slamer auf sich aufmerksam gemacht hat, also ein wahres Multitalent? „Naja“, sagt Röbke lächelnd, „ich kann von allem ein bisschen, aber nichts richtig.“

Erlebnis

So richtig mit dem Darts-Virus infiziert wurde Norman Mairle im Dezember 2014. Obwohl seine Frau hochschwanger auf die Geburt ihres gemeinsamen Sohnes wartete, machte sich der Radevormwalder an der Seite von Kumpel Oliver Greve auf den Weg nach London, um zwei Abendsessions der Weltmeisterschaft live vor Ort zu erleben. „Das war schon geil“, erinnert sich Mairle, für den alles perfekt passte. Denn sein Sohn ließ sich bis zu seiner Geburt am 3. Januar noch genügend Zeit.

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