Förderprogramm

Remscheid sucht die Lauftalente

Wolfgang Görtz, Katharina Tomaszek, Bernd Fiedler (alle Röntgensportclub), Dennis Böttcher, Markus Dobke (Sportamt) und Martin Logemann (Röntgensportclub/v.l.) freuen sich auf das neue Förderprogramm. Foto: Peter Kuhlendahl
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Wolfgang Görtz, Katharina Tomaszek, Bernd Fiedler (alle Röntgensportclub), Dennis Böttcher, Markus Dobke (Sportamt) und Martin Logemann (Röntgensportclub/v.l.) freuen sich auf das neue Förderprogramm.
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Ex-Spitzenläufer Dennis Böttcher legt ein Förderprogramm auf. Der Startschuss fällt Ende Oktober.

Von Peter Kuhlendahl

Beim Betrachten der Leichtathletik-Europameisterschaft vor wenigen Wochen in Berlin kam Bernd Fiedler vom Röntgensportclub ins Grübeln: „Einzig Gesa Felicitas Krause hat über 3000-Meter-Hindernis eine Medaille für Deutschland geholt. Natürlich sind wir nicht so vermessen, dass es uns gelingt, die Erfolgsbilanz über die Langstrecken zu verbessern. Wir wollen aber einen kleinen Beitrag dazu leisten.“

Mit „Wir“ meint Fiedler den Röntgensportclub, den Ausschuss für Schulsport der Stadt Remscheid, Laufsport Bunert aus Wuppertal und nicht zuletzt Dennis Böttcher, der vor einigen Jahren selbst zur nationalen Spitze gehörte. Angeführt vom 31-jährigen Zahnarzt, der auch die Idee hatte, soll nun ein Förderprogramm für Nachwuchsläufer unter dem Namen „Young Running Talents“ aufgelegt werden.

Beim City-Lauf wurde das Talent Böttchers entdeckt

Böttcher ist in diesem Jahr nach seinem Studium der Zahnmedizin mit Ehefrau Melanie, die ebenfalls Zahnärztin ist, in seine Heimatstadt zurückgekehrt und eröffnet dort eine kieferorthopädische Fachpraxis. „Ich will jetzt was zurückgeben und mich auch bedanken“, schildert er seine Motivation, etwas für den Nachwuchs zu tun. Er selbst wurde im Alter von 13 Jahren entdeckt. Beim City-Lauf in Remscheid, an dem er als Aktiver der Lauf-AG des Röntgen-Gymnasiums teilnahm.

FÖRDERPROGRAMM

VORAUSSETZUNG Kinder und Jugendliche, die in den Genuss der Förderung kommen möchten, müssen eine Remscheider Schule besuchen. Wenn bereits eine Mitgliedschaft in einem Verein, der Laufsport betreibt, besteht, sollte dieser aus Remscheid sein.

Das Casting für das Förderprogramm soll beim Röntgenlauf am 28. Oktober stattfinden. Dort werden jeweils die ersten fünf Jungen und Mädchen in drei verschiedenen Altersklassen in ihren Läufen zu einem weiteren Wettkampf eingeladen. „In Zusammenarbeit mit der Uni Wuppertal wird es dann ein objektives Testverfahren geben“, erläutert Markus Dobke vom Sportamt, was auf die 30 Nachwuchsläuferinnen und - läufer wartet, die sich einem Cooper- und einem Shuttle-Test stellen müssen. „Aber auch auf die sogenannte B-Note wird es ankommen“, ergänzt Böttcher und meint damit nicht nur den Laufstil: „Das Talent muss mit Fleiß, der Lust und auch dem Spaß am Leistungssport gepaart sein.“

Sechs Nachwuchsaktive gehören dann zum Team, das für ein Jahr gefördert wird. Alle erhalten eine Ausrüstung für Training und auch Wettkämpfe, Anregungen und Unterstützung auf verschiedenen Ebenen. Und auch besondere Motivation von nationalen Spitzenläufern.

Ein solches Förderprogramm ist für alle Beteiligten Neuland

Ein entscheidender Schritt wird sein, dass in einem Verein mit der nötigen fachlichen Kompetenz trainiert wird. Und da bietet sich aus Sicht von Böttcher natürlich die LG Remscheid an. Der Club, bei dem er selbst seine sportliche Karriere startete, und in dessen Trikot er an nationalen und internationalen Wettkämpfen erfolgreich teilgenommen hat.

Der damalige LG-Trainer Wolfgang Eichler hatte Böttcher im Jahr 1999 entdeckt und sofort erkannt, was für ein Riesentalent er da vor sich hatte. „Ihm verdanke ich unglaublich viel“, sagt Böttcher, der in diesem Zusammenhang auch das Thema Nachhaltigkeit auf das Schild hebt. So kann die Förderdauer bei Bestätigung der Leistung im folgenden Jahr und Wertung nach gleichen Kriterien verlängert werden.

Mit dem Förderprogramm betreten alle Beteiligten in der Stadt übrigens völliges Neuland. „In Hinsicht des Leistungssportgedankens hat es so etwas in Remscheid noch nicht gegeben“, erklärt Fiedler. Und wer weiß. Vielleicht schlummert in der Stadt ein großes Lauftalent, das in wenigen Wochen beim nächsten Röntgenlauf seine große sportliche Karriere startet.

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