Handball

Pia Terfloth gibt Medaille so schnell nicht her

Stolz zeigt Pia Terfloth ihre Silber-Medaille, die sie bei der U17-EM mit ihrer Mannschaft erkämpft hat. Foto: Terfloth
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Stolz zeigt Pia Terfloth ihre Silber-Medaille, die sie bei der U17-EM mit ihrer Mannschaft erkämpft hat.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Lenneper Nachwuchshandballerin spricht im Interview der Woche über ihr Erlebnis bei der U17-EM

Remscheid. Pia Terfloth eilt in ihrer Handballkarriere von einem Erfolg zum nächsten. Nachdem die 17-jährige Lenneperin in der vergangenen Saison ihre ersten Einsätze im Bundesligateam des TSV Bayer Leverkusen feiern konnte, gewann sie nun mit der U17-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im montenegrinischen Podgorica die Silbermedaille.

Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Hinter Ihnen liegen aufregende Wochen. Wie haben Sie die EM erlebt?

Pia Terfloth: Vielen Dank. Das ist unheimlich schwer in Worte zu fassen. Für mich war es schon toll, überhaupt dabei zu sein. Ich hatte zwar vorher ja bereits sechs Länderspiele gemacht, aber so ein Turnier ist dann noch mal etwas ganz Anderes. Dass es dann auch noch so gut läuft und wir es bis ins Finale geschafft haben, kann ich bis jetzt gar nicht richtig glauben.

Wie war denn vorher die Zielsetzung?

Terfloth: Bei aller Freude darüber, dabei zu sein, wollten wir schon etwas erreichen. Innerhalb der Mannschaft war deutlich zu spüren, wie sehr alle Lust auf diese EM hatten. Und in den Spielen hatten wir dann auch unfassbar viel Spaß.

In Vorrunde, Hauptrunde, Halbfinale und Finale gab es einige emotionale Achterbahnfahrten.

Terfloth: Nach Siegen in der Vorrunde gegen Tschechien (40:28) und Frankreich (33:26) sowie einer 24:27-Niederlage gegen Rumänien haben wir in der Hauptrunde Norwegen geschlagen (27:21), aber gegen Ungarn mit 24:31 verloren. Da waren wir schon sehr enttäuscht und waren praktisch draußen. Im Hotel haben wir dann aber kurz darauf erfahren, dass die Norwegerinnen gegen Rumänien gewonnen haben und wir doch noch ins Halbfinale eingezogen sind. Da sind wir aus den Zimmern gerannt und haben das ganze Hotel zusammengeschrieen. Das war großartig, ein absoluter Gänsehautmoment.

Bei diesem sollte es aber nicht bleiben. Denn dann kam das Halbfinale gegen Top-Favorit Russland. . .

Terfloth: Das war dramatisch. Die Russinnen hatten bis dahin alles gewonnen. Manch einer meinte, wir sollten einfach Spaß haben und sie ärgern. Wir wollten aber mehr. Obwohl wir zum Teil mit fünf Toren zurücklagen, haben wir am Ende doch noch gewonnen. Das war unglaublich. Als Mannschaft haben wir das Spiel gewonnen und Russland ganz schön überrascht.

Im Finale war Ungarn dann erneut zu stark, mit der deutschen Mannschaft unterlagen Sie mit 19:25. Oder woran lag es?

Terfloth: Die Ungarinnen waren schon extrem gut, sehr eingespielt und sind nur so durch das Turnier spaziert. Uns haben da auch ein wenig die Kräfte gefehlt. Und manchmal reicht es eben auch nicht.

Vieles von dem werden Sie sicherlich Ihr Leben lang nicht vergessen. Welche Erinnerungen in materieller Form konnten Sie behalten?

Terfloth: In erster Linie die Silbermedaille. Die gebe ich so schnell nicht mehr her. Außerdem durften wir je ein weißes und ein schwarzes Nationaltrikot behalten. Ich bin aber so, dass ich sogar das Flugticket und die Akkreditierung aufheben werde.

Emotional war sicherlich auch der Empfang in der Heimat.

Terfloth: Als wir am Flughafen in Dortmund angekommen sind, waren da unzählige Eltern, Freunde und Bekannte. Das war der Wahnsinn und ein Riesenlärm. Ich habe mich total gefreut, meine Eltern wieder in den Arm zu nehmen, die ich sehr vermisst hatte. Sie waren natürlich auch sehr glücklich und total stolz.

Wie würden Sie diesen Erfolg für sich selbst einordnen?

Terfloth: Das war sicherlich das Größte, was ich bisher erlebt habe. Natürlich waren das Bundesliga-Debüt oder auch die Deutsche Vize-Meisterschaft mit der A-Jugend tolle Erlebnisse. Aber die EM steht noch einmal da drüber.

Wie geht´s für Sie in der Nationalmannschaft jetzt weiter?

Terfloth: Mein großes Ziel ist die U17-Weltmeisterschaft nächstes Jahr im August in Georgien. Aber bis dahin muss sich jeder seinen Platz in der Mannschaft noch erkämpfen. Ab September beginnen die Lehrgänge.

Auf Vereinsebene geht es jetzt auch wieder los. Wie sind Ihre Perspektiven bei Bayer, auch mit Blick auf die Bundesligafrauen?

Terfloth: Nach der Europameisterschaft haben wir zunächst eine Woche frei bekommen, weil die Regeneration nach so einem Turnier natürlich sehr wichtig ist. Mittlerweile bin ich aber wieder ins Training eingestiegen. Mein Fokus liegt in der kommenden Saison aber voll und ganz auf der A-Jugend, mit der ich nächstes Jahr Deutscher Meister werden möchte, und der 2. Mannschaft in der 3. Liga. Ansonsten lasse ich alles, was die Zukunft bringt, auf mich zukommen. Aber klar, wenn ich in der Bundesliga gebraucht werde, stehe ich zur Verfügung.

Und dann wartet ja auch noch ein persönlich spannendes Ziel auf Sie.

Terfloth: Nächstes Jahr mache ich auf dem RöGy mein Abitur. Das in Einklang mit dem Sport zu bringen, wird eine Herausforderung. Aber zuletzt hatte ich auf dem Zeugnis einen Notendurchschnitt von 1,5. Daher mache ich mir keine großen Sorgen.

Zur Person

Pia Terfloth wurde am 26. April 2004 in Lennep geboren. Ab den Handball-Minis spielte die Rechtsaußen bei der HG Remscheid, von der sie kurze Zeit später zum HSV Gräfrath wechselte. Von dort wagte sie 2019 den Schritt zu Bayer Leverkusen. Über die Niederrheinauswahl erkämpfte sie sich parallel dazu ihren Platz in der U17-Nationalmannschaft.

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