Handball

Panther sind erfinderisch, aber erfolglos

Marcel Mutz baute die Panther gleich nach dem Abpfiff wieder auf. Auch Torhüter Robert Franz (20) hörte ganz genau hin.
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Marcel Mutz baute die Panther gleich nach dem Abpfiff wieder auf. Auch Torhüter Robert Franz (20) hörte ganz genau hin.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Ein stark ersatzgeschwächter Drittligist verliert das Spitzenspiel bei der HSG Krefeld verdient.

Remscheid. Morgens hatte er in Cuxhaven noch gemütlich beim Frühstück gesessen. Abends feierte er sein Drittliga-Debüt im Tor der Bergischen Panther. Was für ein Tag für Robert Franz, der normalerweise in der 2. Mannschaft den Kasten hütet und die Rückreise aus dem Urlaub an der Nordsee erst für den späteren Samstag geplant hatte.

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Und die Not der Panther war nach einer beispiellosen Grippewelle riesig. Unter anderem auf der Torhüterposition. So stand Franz bei der 27:32 (12:17)-Niederlage im Spitzenspiel bei der HSG Krefeld in der ersten Hälfte für ein paar kurze Momente im Tor, später dann noch einmal bei einem Siebenmeter. Verhindern konnte er die verdiente Niederlage freilich nicht. Aber das hatte auch niemand von ihm erwartet.

Nachdem ein Anruf von Manager Frank Lorenzet (selbst auch krank) bei ihm eingegangen war, hatte er seine Sachen zusammengesucht und die Heimfahrt angetreten. Es reichte, um daheim dann die Sporttasche zu packen und sich von seinem Torwartpendant Robin Eigenbrod abholen zu lassen: „Ich habe Robert eingesammelt.“

Einem Fünf-Tore-Rückstand läuft man immer hinterher

Einen vergnüglichen Tag hatten die Schlussmänner eher nicht. Der Favorit ballerte aus jeder nur erdenklichen Situation und gewann ohne Zweifel verdient, dabei aber längst nicht so souverän, wie es manch ein Experte angesichts der Konstellation erwartet hätte. „Ich hätte gerne erlebt, wie es gelaufen wäre, wenn wir mit voller Kapelle angetreten wären“, sinnierte Trainer Marcel Mutz nach der Begegnung. Ja, was wäre gewesen, wenn nicht mit Max Weiß, Simon Schlösser und Max Conzen drei sehr wichtige Akteure ausgefallen wären? Möglicherweise wären die Panther dann nicht innerhalb kürzester Zeit mit 0:5 in Rückstand geraten. Letztlich eben genau der Tordifferenz, der man in der Folge immer nachlief. Mal erfolgreicher, mal weniger erfolgreich.

Wenn man dann noch an den rechten kleinen Finger von Simon Wolter denkt („Ich habe ihn selbst wieder eingerenkt“), der nach 20 Minuten keinen weiteren Einsatz des Halbrechten mehr zuließ, ist eigentlich alles zur personellen Misere gesagt. Hinzu kam, dass Abwehrkante Henning Padeken schon früh mit zwei Zeitstrafen belastet war.

Umso besser zogen sich die Panther nach Anlaufschwierigkeiten aus der Affäre. „Es ist kein Beinbruch, dass wir verloren haben“, sagte Mutz und richtete seine Jungs gleich nach Spielende wieder auf. Positiv ist, dass sich Spieler in den Vordergrund spielten, die man noch nicht unbedingt auf der Rechnung hatte. Wie Conner Schütte, der unter anderem im Innenblock seinen Mann stand („Es hat Bock gemacht gegen die Krefelder“). Oder wie Felix Korbmacher, dem seine vier Tore gutgetan haben dürften. Krefelds Torwarttrainer Uwe Tophoven, früher mal Torsteher bei der HGR, stellte heraus: „Durch die vielen Ausfälle der Panther ist uns Dreiviertel unserer Vorbereitung weggebrochen.“ Stimmt: Nordseeurlauber Robert Franz hat gewiss niemand auf der Rechnung gehabt . . .

Torschützen

Die Tore der Bergischen Panther verteilten sich auf neun Akteure. Am häufigsten traf der sehr agile Moritz Görgen (6/2). Justus Ueberholz (4) und Felix Korbmacher (4/1) waren ebenfalls treffsicher. Zudem erfolgreich: Jesussek, Heider (je 3), Wolter, Padeken, Elverfeld (je 2), Schütte (1).

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