Radsport

Nur Jörg Herrmann wird sehr schmerzlich vermisst

Kein Jörg Herrmann und auch kein Asphalt auf der Strecke: Diesmal war so manches anders bei der Night on Bike. Archiv-Foto: Roland Keusch
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Kein Jörg Herrmann und auch kein Asphalt auf der Strecke: Diesmal war so manches anders bei der Night on Bike. Archiv-Foto: Roland Keusch
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Der Abo-Sieger kann wegen einer Erkrankung nicht an der Night on Bike 2021 teilnehmen

Remscheid. Wie gerne wäre er bei der Night on Bike dabei gewesen. Und wie gerne wäre er zum dritten Mal in Folge Gewinner der Königsdisziplin geworden. Es war Jörg Herrmann nicht vergönnt, das 24-Stunden-Einzelrennen mit seiner sportlichen Klasse zu bereichern. Der Mann aus dem Schwabenländle, der in der Vergangenheit bereits an der magischen 500-Kilometer-Marke gekratzt hat, musste sein Mitwirken auf dem schwierigen Rundkurs absagen.

Ein Virus hat den Ausdauermann umgehauen – von seinem Doc hat es ein Sportverbot gegeben. Nachzulesen auf der Facebookseite des Radsportlers, der aus der Ferne mitfieberte und keinen Zweifel daran ließ, dass er sich liebend gerne auf sein Mountainbike geschwungen hätte. Unter anderem schrieb er: „Ich wäre gerne direkt vor Ort bei Euch, aber ich konzentriere mich nun erst einmal auf meine Gesundheit.“ Mehr als nachvollziehbar, auch wenn dieser supersympathische Sportler noch perfekt zur gelungenen Veranstaltung gepasst hätte. Aus sportlichen und menschlichen Gründen.

Bestimmt hätte sich Hermann mit seinem Nachfolger auf dem Radevormwalder Radsport-Thron ein großartiges Duell geliefert. Benjamin Nowak vom MBC Bochum fuhr 72 Runden und damit 468 Kilometer. Was Veranstalter Sven Schreiber kurz und prägnant als „gigantisch“ bezeichnete. Zwar waren die Runden mit gut sechs Kilometern kürzer, aber die einzelnen Passagen hatten es in sich. Man denke nur an den 1,1 Kilometer langen Anstieg in Richtung Espert. Oder den legendären Schweineberg, der durch einen Hohlweg zurück ins Fahrerlager führte. 140 Höhenmeter pro Runde – puuuh!

Der Materialverschleiß ist immens hoch

Umso erstaunlicher, mit welch guter Laune die Aktiven den schweren Beinen trotzten. Tagsüber und in der Nacht. Es gab einige Stürze, es gab gebrochene Rahmen, es gab einen enormen Materialverschleiß. Mit Ausnahme als Folge eines Schlüsselbeinbruchs bei einem Fahrer mussten sich aber keine Sorgenfalten in die Gesichter der veranstaltenden Personen eingraben.

Alles war fröhlich, war bunt, war herzlich. Und lebte von Typen. Wie von Oldie Hans-Georg Peppinghaus aus Hückeswagen. Der frühere international renommierte Gespannfahrer kratzt altersmäßig an der 80. Und fuhr nun mit seinem Bike ebensoviele Kilometer. Ein Wahnsinnskerl. Oder wie Marc Droste. Gibt es eigentlich eine Ausdauersportart, welche der Radevormwalder nicht beherrscht? Beim 16-Stunden-Einzelrennen fuhr er 234 Kilometer, wurde Sechster. Jörg Schuschke (Rade, 10.) landete nicht weit dahinter. Wie auch nicht Jens Friedrich (Hückeswagen, 12.).

Supertypen wie Hans-Georg Peppinghaus prägten die Veranstaltung. Der frühere Motorsportler bei der Zieleinfahrt.

Ach, es war einfach ein herrliches Miteinander. Jeder unterstützte jeden, und der Teamgedanke wurde großgeschrieben. Schon am Freitagmorgen um 9 Uhr begehrten die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einlass ins Fahrerlager. Möglich war es erst um 12 Uhr. Sven Schreiber: „Es hatte fast ein wenig Festival-Charakter.“

Im nächsten Jahr will man wieder am großen Rad drehen. Dann soll auch die Innenstadt in die Strecke einbezogen werden. Sicher zur Freude der Pembaurs, Küppers, Brockmanns, Freunds und wie die Lokalmatadoren alle heißen. Und vielleicht auch zu der von Jörg Herrmann . . . Wir drücken die Daumen.

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