Handball

Nora Becker: Handballerische Karriere ist bei den Eltern kein Wunder

Sie weiß, was sie will und geht ihren Weg: Nora Becker, hier bei einem Testspiel des TV Beyeröhde gegen Haan.
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Sie weiß, was sie will und geht ihren Weg: Nora Becker, hier bei einem Testspiel des TV Beyeröhde gegen Haan.
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Porträt: Die Lüttringhausenerin Nora Becker steht vor einer spannenden handballerischen Karriere.

Von Andreas Dach

Wenn die Mutter Basketball spielt und der Vater Handball – für welche Sportart entscheidet sich dann die Tochter? Nora Becker kam als kleines Mädchen gar nicht erst in einen Gewissenskonflikt. Ihr wurde die Entscheidung quasi abgenommen. „Im Basketball gab es für mich damals keine passende Altersgruppe“, sagt die heute 17-Jährige lächelnd. „Also bin ich Handballerin geworden.“

Strahlefrau: Nora Becker freut sich auf alles, was sportlich in nächster Zeit auf sie zukommt.

Um es vorwegzunehmen: eine gute Handballerin. Eine, die als Riesentalent gilt und vor einer spannenden Karriere steht. In der kommenden Saison wird die Schülerin des Leibniz-Gymnasiums, die mit ihrer Familie in Lüttringhausen lebt, sogar bei zwei Vereinen ihre Qualitäten unter Beweis stellen. Einmal bei der weiblichen A-Jugend des Bergischen HC, die in der Bundesliga und der Nordrheinliga spielt. Und ein weiteres Mal beim Drittligisten TV Beyeröhde, für den sie ein Zweitspielrecht besitzt. Während Nora Becker beim BHC fest für die Mittelposition vorgesehen ist, sieht man sie bei den Wuppertalerinnen auf Halblinks.

Die junge Sportlerin, die vor zehn Jahren beim Lüttringhauser TV erstmals mit dem Handball in Berührung gekommen ist, freut sich auf das, was kommt. Bescheiden sagt sie: „Ich möchte mich so gut wie möglich weiterentwickeln.“

Das sollte bei viermaligem Training pro Woche gelingen. Dreimal geht es an die Buschenburg nach Wuppertal-Langerfeld in die Halle. Dann ist meist Vater Michael der „Chauffeur“. Nach Solingen kommt sie ganz gut auch mit dem Zug oder aber als Teil einer Fahrgemeinschaft. Das ist jede Woche einmal der Fall. Dazu kommen die Testspiele.

„Beim Basketball gab es für mich keine passende Altersgruppe!“

Nora Becker, Handballerin

Erstmals ernst wird es am 4. September in der ersten Runde des DHB-Pokals. Dann hat sie mit dem TV Beyeröhde keine weite Auswärtsfahrt vor sich. Dann muss man zum Oberligisten TV Witzhelden. Eine Woche später geht es in der Meisterschaft zum TB Wülfrath. Becker wird alles dafür tun, dann in der Anfangsformation zu stehen. Mit knapp 1,70 Metern erinnert sie nicht auf den ersten Blick an eine wurfgewaltige Rückraumwerferin. Und doch ist genau dort, auf Halblinks, ihr Typ gefragt. „Ich komme eher über Tempo, Sprungkraft und Athletik“, sagt Nora Becker über sich selbst. Und sieht darin – mit Verweis auf die norwegische Nationalmannschaft – keinen großen Nachteil: „Dort gibt es auch viele eher kleinere Spielerinnen mit ähnlichen Vorzügen.“

Im kommenden Jahr steht für die Remscheiderin das Abitur auf dem Leibniz-Gymnasium an. Dort sind Deutsch und Sozialwissenschaften ihre Leistungskurse. Will sie beruflich einmal etwas in der Richtung machen? „Ich weiß es noch nicht“, gibt sie zu. Sie lässt die Dinge auf sich zukommen. Wie beim Handball.

Dabei mit einer gesunden Portion Ehrgeiz versehen. Und dabei Vater Michael und Mutter Petra an ihrer Seite wissend, welche die Entwicklung ihrer Tochter gleichermaßen liebevoll wie ausdauernd begleiten. Ein Spiel von Nora, welches sie sich nicht anschauen? Das gibt es bestenfalls in Ausnahmefällen. Beide wissen, wie Sport funktioniert. Michael Becker als langjähriger Handballer des Lüttringhauser TV, Mutter Petra als vereinstreue Basketballerin des Remscheider SV. „Nora ist wirklich sehr talentiert“, sagt Petra Becker. Ihrer Tochter scheint das fast ein wenig unangenehm zu sein.

Sie lässt am liebsten Taten sprechen. Schon in der frühesten Jugend beim LTV, wo sie teilweise zusammen mit Jungs spielte. Danach dann bei der HSG Radevormwald/Herbeck, wo gleich im ersten Jahr in der C-Jugend Verbandsligameister war. Dort war sie in einem Team mit Judith Bona, die heute bei Bayer Leverkusen spielt. Becker wurde Torschützenkönigin. Ja, und von dort aus ging es im Coronajahr 2020 zum Bergischen HC. Ein stetiger Prozess, der noch nicht abgeschlossen sein soll.

Sicher kein Nachteil, dass ihre Trainerin beim TV Beyeröhde Nicole Münch heißt. Die frühere Zweitligaspielerin der HG Remscheid hat ein gutes Händchen für junge Spielerinnen und sorgt maßgeblich mit dafür, dass sich (auch) Nora Becker sehr wohl fühlt. Diese sagt: „Die Mannschaft wächst immer besser zusammen, und wir tun alles dafür, dass wir die Klasse erhalten.“ Die Entwicklung soll ja schließlich weitergehen. Wo immer sie einmal enden wird . . .

Zur Person

Nora Becker, die am 24. Januar 2005 in Remscheid geboren wurde, lebt mit ihren Eltern in Lüttringhausen. Ganz m Gegensatz zu ihrer älteren Schwester Pia, die längst aus dem Haus ist und auch nicht Handball oder Basketball spielt. Sie setzt stattdessen lieber auf Fitness.

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