Handball

Lust und Leidenschaft lodern in Marcel Mutz weiter

Panther-Trainer Marcel Mutz nimmt die noch sieben ausstehenden Spielen in die Saison in der 3. Liga sehr ernst, um nicht doch noch in die Abstiegsrunde zu müssen.
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Panther-Trainer Marcel Mutz nimmt die noch sieben ausstehenden Spielen in die Saison in der 3. Liga sehr ernst, um nicht doch noch in die Abstiegsrunde zu müssen.
  • Peter Kuhlendahl
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Marcel Mutz geht im Sommer in seine siebte Saison als Trainer beim Handball-Drittligisten Bergische Panther.

Das Gespräch führte Peter Kuhlendahl

Remscheid. Marcel Mutz geht im Sommer in seine siebte Saison als Trainer beim Handball-Drittligisten Bergische Panther. Im Interview spircht er über seine Karriere und die kommende Saison.

Bevor es ab diesem Freitag in die letzten Spiele in die 3. Liga geht, haben Sie im alten Jahr noch Ihren Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Dabei hatten Sie betont, dass Sie nach ein paar Tagen Bedenkzeit zugesagt hätten. Gab es große Bedenken?
Marcel Mutz: Im Grunde nicht. Die Panther sind eine Herzensangelegenheit für mich. Ich bin seit mehr als zehn Jahren dabei und habe den Verein von der Verbandsliga bis in die 3. Liga begleitet. Im Sommer gehe ich in die siebte Saison als Cheftrainer. Die Leidenschaft und Lust sind immer noch da. Und ich möchte das Team weiter führen. Kurz nachgedacht habe ich, weil es aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit natürlich sehr stressig ist.
Hatte es denn auch Angebote von anderen Vereinen gegeben?
Mutz: Das hat für mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise interessiert.
Welche Rolle hat Panther-Urgestein Hans-Jürgen Middendorf gespielt?
Mutz: Eine sehr große. Und vielleicht die wichtigste Rolle. Ich arbeite seit Anfang an vertrauensvoll mit ihm und möchte dies weiter fortführen.
Auch zu seiner Entlastung hat Middendorf als Manager Frank Lorenzet geholt.
Mutz: Lori ist ein unglaublicher Fachmann. Wir sind bei allen Dingen in einem sehr fruchtbaren und produktiven Austausch.
Es gibt in der 3. Liga durchaus Trainer, die hauptberuflich arbeiten. Sie haben zudem einen sehr verantwortungsvollen Job. Gibt es für Sie bei den Panthern bald auch eine Entlastung?
Mutz: Wenn alles auf Hochtouren läuft, kommt neben meiner Tätigkeit als Leiter der Filiale der Volksbank im Bergischen Land in Wermelskirchen natürlich einiges an Stunden zusammen. Es gibt Überlegungen, dass es einen weiteren Co-Trainer bei uns gibt.
Wird es aus personeller Sicht für die kommende Saison im Kader Bewegung geben?
Mutz: Es muss sich ja etwas tun. Allein schon weil Jens Reinarz bereits angekündigt hat, dass er seine aktive Karriere beenden wird. Die Aktivitäten laufen da auf Hochtouren.
Der Leichlinger TV hat in dieser Woche mitgeteilt, dass er sich sofort vom Spielbetrieb in der 3. Liga zurückzieht. Nach Alexander Kübler hatte nun auch Valdas Novickis seinen Wechsel nach Krefeld vermeldet und wird am Freitagabend gegen Ihr Team spielen. Werden sich auch die Panther noch beim LTV bedienen?
Mutz: Zunächst einmal ist es unglaublich schade und traurig, dass der Standort Leichlingen in der 3. Liga von der Landkarte verschwindet. Die Derbys mit ihren personellen Querverbindungen waren für alle Beteiligten immer sehr reizvoll und haben für volle Hallen gesorgt. Und bevor ich mit dem Bus eine dreistündige Anfahrt zu einem Spiel mache, war mir ein Kurztrip nach Leichlingen natürlich viel lieber. Aber zurück zur eigentlichen Frage. Unser aktueller Kader genießt mein volles Vertrauen. Aber es ist ja auch keinem verborgen geblieben, dass wir immer wieder personelle Probleme hatten. Aus diesem Grund könnte sich noch etwas tun.
War dies auch der Grund für Niederlagenserie im vergangenen Herbst?
Mutz: Das ist in meinen Augen der Hauptgrund dafür. Wir hatten ja nicht nur in den Spielen immer wieder personelle Probleme. Auch in den Trainingseinheiten konnten wir oft nicht so arbeiten, wie man es eigentlich machen müsste.
Die letzten Auftritte vor der Weihnachtspause waren dann aber erfolgreich. Auch wenn es im letzten Spiel in Köln beim Longericher SC eine knappe Niederlage gab.
Mutz: Da fehlten bekanntlich wieder erkrankte oder verletzte Spieler.
Dennoch stehen die Panther nun unter den ersten sechs Teams. Was bedeutet, dass Sie mit der unwägbaren Abstiegsrunde nichts zu tun hätten.
Mutz: Und diese Platzierung ist und bleibt auch in den nun sieben noch ausstehenden Spielen unser Ziel. Eins muss allen klar sein: Jede Partie ist ab sofort ein Endspiel.
In das Sie am Freitagabend um 20 Uhr gegen das Spitzenteam aus Krefeld aber als Außenseiter gehen werden, oder?
Mutz: Krefeld ist eine bärenstarke Truppe, in der viele ehemalige Zweitligaspieler stehen. Da muss bei uns schon alles zusammenpassen. Insbesondere der Verbund der Abwehr mit unseren Torhütern. Dann sind wir auch nicht chancenlos. Der Druck ist auf den Seiten der Gäste, die sich mit diesem Kader natürlich für die Aufstiegsrunde in die 2. Bundesliga qualifizieren müssen.
Wie ist Ihre Mannschaft durch die Weihnachtspause gekommen? Passen alle Trikots noch?
Mutz (lacht): Alle sind im Grunde prima durch die Pause gekommen und sind fit. Wir sind auch seit dem 4. Januar wieder im Training.
Können Sie am Freitagabend denn endlich mal in Bestbesetzung antreten?
Mutz: Leider weiter nicht. Conner Schütte ist krank und fällt aus. Hinter dem Einsatz von Justus Ueberholz steht ein ganz großes Fragezeichen. Er hat weiter große Schulterprobleme.
Bei den Krefeldern sitzt mit Maik Pallach ein ehemaliger Wermelskirchener Spieler als Trainer auf der Bank. Haben oder hatten Sie Kontakt?
Mutz: Wir haben in dieser Woche noch telefoniert. Was wir regelmäßig machen. Wir haben einen guten Draht und tauschen uns regelmäßig aus. Sportlich haben wir nie zusammengearbeitet. Nach seiner Zeit in Wermelskirchen war er ja unter anderem beim VfL Gummersbach und beim TV Großwallstadt in verschiedenen Positionen aktiv.
Apropos Gummersbach. Am Freitag in einer Woche steht das nächste Heimspiel an. Dann ist die 2. Mannschaft des Tabellenführers der 2. Bundesliga bei Ihnen zu Gast.
Mutz: Diese und die Aufgabe eine Woche später in Baunatal sind gegen die direkten Konkurrenten um den sechsten Platz unglaublich wichtig. Und gerade gegen die Oberbergischen wird es sehr schwierig. Wegen der Europameisterschaft pausiert ja auch die 2. Liga. Und da gibt es bestimmt Verstärkung aus der 1. Mannschaft.
Anfang März ist die Saison bereits beendet, da die Staffel ja nur aus zwölf Teams, von denen nach dem Leichlinger Rückzug elf ins Ziel kommen, besteht. Der Erst- und Zweitplatzierte kann an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Vom Platz sieben abwärts geht es in einer neuen Runde um den Klassenerhalt. Und um was geht für den Rest?
Mutz: Das bewerten wir erst, wenn wir über dem Strich ins Ziel kommen. Es war ja angedacht noch etwas mit Teams aus anderen Staffeln auszuspielen. Allerdings auf freiwilliger Basis. Und über eine Teilnahme machen wir uns eben erst dann Gedanken, wenn es soweit sein sollte.

Zur Person

Marcel Mutz wurde am 7. Mai 1987 in Leverkusen geboren. Der Trainer der Bergischen Panther wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Wermelskirchen. Dort leitet er die Filiale der Volksbank im Bergischen Land. Mutz hat beim CVJM Wermelskirchen aktiv mit dem Handball begonnen. Mit dem HC Wermelskirchen ist er in die Verbandsliga aufgestiegen. Vor elf Jahren hat er sich den Panthern angeschlossen.

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