Seine Liebe zur Insel wird nie vergehen

Remscheider Läufer erlebt Vulkanausbruch auf La Palma mit

Dieses Bild entstand im Jahr 2018, als Marcus Ehlich am Transvulcania teilgenommen hat. Drei Jahre später ist das Bild ein anderes. Foto: me
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Dieses Bild entstand im Jahr 2018, als Marcus Ehlich am Transvulcania teilgenommen hat. Drei Jahre später ist das Bild ein anderes.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Marcus Ehlich (LTV-Runners) wollte seine Brotzeit genießen als der Vulkan ausbrach und seinen Urlaub veränderte. So ist die Lage auf der Insel nun.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. In diesem sehr speziellen Fall hätte Marcus Ehlich sicher gerne drauf verzichtet, seine Urlaubserlebnisse in aller Ausführlichkeit kundzutun. Der Läufer des LTV-Running-Teams liebt die Kanareninsel La Palma, war schon mehr als 20-mal dort, um seine Ferien dort zu verbringen und zum Teil auch an Laufwettbewerben teilzunehmen. Die Menschen sind nett, das Klima ist überragend, die Natur bietet alles, was das Herz begehrt.

Was der Fachpfleger des Sana-Klinikums (Intensiv/Anästhesie) diesmal dort erlebte, hatte mit Erholung und Entspannung aber nur bedingt etwas zu tun. Und das ist schon sehr hochgegriffen. Seit Tagen sind Menschen auf der Flucht, sind Hunderte von Häusern in La Palma zerstört worden. Folge eines Vulkanausbruchs – der Cumbre Vieja hat seine ganze Kraft und Gewalt auf erschütternde Weise unter Beweis gestellt. „Ein Großteil der Infrastruktur ist hinüber“, berichtet der in Wuppertal-Ronsdorf wohnende Ehlich, der in diesen Tagen nach dreiwöchigem „Urlaub“ zurück in der Heimat erwartet wird.

„Das Feuer sieht man nur nachts!“

Marcus Ehlich auf La Palma

Den letzten Ausbruch des Vulkans hatte es vor 50 Jahren gegeben. Nun ist es erneut zu diesem Naturspektakel gekommen, auf welches die Menschen gerne verzichtet hätten. Lavamassen, die ins Meer laufen. Giftige Gase, die sich entwickeln. Immer wieder kleinere Erdbeben. Enorme Schäden. Wenn man überhaupt etwas Positives aus den vergangenen Tagen auf der spanischen Kanareninsel ziehen möchte, dann ist es die Tatsache, dass es keine Toten gegeben hat. „Während ich mit Euch telefoniere, kann ich den Vulkan sehen“, sagt Ehlich. „Dorthin sind es etwa fünf oder sechs Kilometer Luftlinie.“ Schwarzer Rauch steigt gerade auf: „Das Feuer sieht man nur nachts.“

Der Intensivpfleger saß sonntags gerade zu einer zünftigen Brotzeit mit seinen Freunden Sabine und Ralf zusammen, bei denen er immer wohnt und die eine kleine Appartementanlage betreiben. Da rief ein anderer Gast plötzlich: „Der Vulkan ist ausgebrochen.“

Seitdem befindet sich die Insel im Ausnahmezustand. Die Stimmung ist angespannt. Ein guter Freund hat La Palma verlassen. Er hat alles verloren, sein Haus existiert nicht mehr. Ab mit der Fähre nach Teneriffa. Nie mehr La Palma, nie mehr. Ehlich hat Bilder gesehen, auf denen die ganze Promenade schwarz ist, alles mit einem Ascheschleier bedeckt ist. Die gesamte Süd-West- Flanke bis zum Meer musste evakuiert werden.

Naturkatastrophen auf La Palma sind keine Seltenheit

Es hat die sonst so traumhaft schöne Insel böse getroffen. Obwohl man dort Naturkatastrophen kennt. Man denke nur an den Wüstenwind Calima, der bei Temperaturen von bis zu 45 Grad gerne mal dafür sorgt, dass sich kein einziges Blatt mehr an den Avocados befindet. Auch von Covid-19 war man arg betroffen. „Es gab“, schildert Ehlich, „einen kompletten Lockdown. Niemand durfte mehr raus.“

Er selbst hat in den letzten Tagen seines Urlaubs versucht, das Beste draus zu machen. Hat in sicherer Entfernung von den Lavaströmen viele Gespräche mit Freunden und Bekannten geführt, war auch mal Laufen oder Wandern. „Aber man hört ständig so ein Grundrauschen“, sagt er. „Das ist so ein Grummeln und hört sich ein bisschen an wie ein Bunsenbrenner.“ Auf der Nord-Ost-Seite besteht keine Gefahr. Das Laufen durch die Lorbeerwälder tut in diesen wahrlich aufgeheizten Zeiten gut.

Ehlich wird seine Liebe zur Kanareninsel nicht verlieren. Niemals. Er war auch schon mit Remscheider Freunden in La Palma. Mit Sascha Velten. Mit Dieter Kopp. Oder mit Dirk Rosenkranz. Hat 2018 am legendären Transvulcania teilgenommen, einem 74,3 Kilometer langen „Tanz über die Vulkane“. Er kennt beinahe jedes Sandkorn, jede Pinie. Jetzt auch den Ausbruch des Cumbre Vieja. Den wird er nicht vergessen.

Zur Person

Marcus Ehlich wurde am 26. Januar 1964 in Wuppertal geboren. Der Fachpfleger des Bereichs Intensiv/Anästhesie im Remscheider Sana-Klinikum lebt in Ronsdorf und ist seit Jahren ein begeisterter Langstreckenläufer mit Ultraerfahrung. Sein Verein ist der Lüttringhauser TV (LTV-Runners). Während des Vulkanausbruchs in La Palma hat er gerade auf der Kanareninsel Urlaub gemacht.

Inzwischen ist die Szenerie, gerade nachts, fast schon gespenstisch. Marcus Ehlich hat auch viele ähnlicher Bilder gemacht.

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