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Kreispokalfinale: Zwei, die unbedingt den Cup wollen

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Redaktionsbesuch: Sebastian Pichura (SV 09/35) und Marcel Heinemann (FCR) sprechen über das Kreispokalfinale

Remscheid. Beide sind jung. Beide haben die längste Zeit ihres Trainerlebens noch vor sich, und beide möchten mit ihren Mannschaften am Sonntag im Röntgen-Stadion den Gewinn des Fußball-Kreispokals feiern. Marcel Heinemann (FC Remscheid) und Sebastian Pichura (SV 09/35 Wermelskirchen) bereiten ihre Teams akribisch auf das Traumfinale vor, das um 15.30 Uhr angepfiffen wird.

Bei einem Podcast standen sie uns Rede und Antwort. Das komplette Gespräch gibt es zum Nachhören auf gängigen Plattformen wie Spotify (Suchbegriff: Sportler sprechen), ITunes und Youtube sowie auf rga.de. Hier einige spannende Auszüge. Heinemann und Pichura über . . .

. . . die Bedeutung eines möglichen Pokalsiegs.

Heinemann: Das Ganze ist mit einem Derby behaftet. Insofern ist es für beide Mannschaften etwas Besonderes. Es ist mit dem Spiel der beiden Landesligisten des Kreises das Nonplusultra. Pichura: Wir haben den Pokal im vergangenen Jahr gewonnen und sind in den Niederrheinpokal eingezogen. Dort haben wir mit Rot-Weiss Essen einen attraktiven Gegner bekommen. Schade, dass uns die Pandemie ein bisschen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Sonst wären richtig viele Leute ins Eifgen gekommen. Jetzt gibt es keine besseren Vorzeichen – mit vielen Zuschauern, gutem Wetter und tollem Stadion. Ich hoffe auf ein Superfußballspiel für die Zuschauer, auf ein richtiges Spektakel. Mit besserem Ende für uns . . .

Podcast-Besuch beim RGA: die Trainer Sebastian Pichura (SV 09/35) und Marcel Heinemann (FCR, v.r.).Fotos: Roland Keusch

. . . mögliche Feierlichkeiten – geplant oder spontan.

Heinemann: Die sportlichen Belange sind für mich voll im Vordergrund und im Fokus. Alles Weitere sieht man dann im Anschluss. Pichura: Es gibt die eine oder andere Shisha-Bar, wo die Jungs gerne hingehen. Aber daran denken wir momentan nullkommanull.

. . . den Wert eines Erfolgs im Hinblick auf die am 18. August beginnende Spielzeit in der Landesliga.

Heinemann: Es ist immer sinnvoll mit einem Sieg am Sonntag in die nächste Woche zu starten. Ein Erfolg wäre sicherlich kein Nachteil.

. . . die vielen Querverbindungen.

Heinemann: Ganz ausblenden kann man die natürlich nicht. Ich glaube schon, ja, dass es ein heißes Derby sein wird. Gerade wenn man den anderen kennt, will man zeigen, dass man gut zocken kann und ein guter Kicker ist. Pichura: Alle sollten bis in die Spitzen motiviert sein, aber da ist natürlich auch ein schmaler Grat, nicht übermotiviert zu sein. So was muss man von außen sehen und muss dann reagieren. Aber so weit denke ich nicht.

. . . die Favoritenrolle, den Vorteil des Heimrechts und den Naturrasen.

Heinemann: Wir haben ein Ziel, wir wollen gewinnen. Wir wissen aber auch, wie schwer das wird. Auch in Wermelskirchen wird richtig gute Arbeit geleistet. Pichura: Wir haben eine Anfrage an das Sportamt in Remscheid gestellt und haben am Montag die Bestätigung bekommen, dass wir am Donnerstag von 19 bis 20.30 Uhr im Röntgen-Stadion trainieren dürfen. Nun gab es eine Rolle rückwärts, ich kann absolut nicht sagen warum. In einer mündlichen Stellungnahme hieß es, die Belastung sei für den Rasen nach den Regenfällen zu hoch. Ich halte das schon für einen kleinen Vorteil für den FCR, weil Naturrasen noch einmal etwas was ganz anderes ist als ein Kunstrasen. Wir werden da aber keine Ausreden suchen.

. . . die Fankultur.

Heinemann: Die Fans sind für uns der zwölfte Mann, ich halte sie für sehr wichtig. Sie peitschen uns positiv nach vorne. Ich bin mir sicher, dass am Sonntag viele Fans den Weg ins Röntgen-Stadion finden werden. Ganz besonders unsere. Wir hatten das Spiel vor zwei Jahren in der Meisterschaft schon einmal unter der Woche, wo die Zuschauerzahl vierstellig war. Das würde ich mir auch fürs Pokalendspiel wünschen. Pichura: Natürlich mag ich es, angefeuert zu werden. Für mich war es aber auch immer ein Anreiz, wenn auf einmal ein paar Hundert Leute gegen Dich waren. Am Sonntag halte ich eine vierstellige Zuschauerzahl für möglich. 600 bis 700 fände ich aber auch schon gut.

. . . das Rahmenprogramm. Beim Testspiel des FCR gegen Hohenlimburg gab es zuletzt Biermangel und einen Flitzer.

Heinemann: Der eine oder andere wird mit Sicherheit ein bisschen Durst mitbringen. Wir sind vorbereitet. Zum Thema Flitzer im Spiel gegen Hohenlimburg am vergangenen Samstag - ich konnte ihn nicht identifizieren, weil er kaum etwas anhatte. Also weiß ich nicht, ob er dem FCR- oder dem Gästelager zuzuordnen war.

. . . Spieler, die plötzlich besonders im Fokus stehen. Wie Abdoul Morou beim FCR oder Yannick Wylezol beim SV 09/35.

Heinemann: Abdoul Morou ist aus der eigenen Jugend hochgekommen. Ich hatte ihn letztes Jahr auch schon immer mal im Training dabei. Das ist ein ganz, ganz lieber Mensch, der eine schwere Vergangenheit hinter sich hat – da möchte ich nicht näher im Detail drauf eingehen. Wie er sich einbringt und wie die Jungs ihn aufgenommen haben, das ist große Klasse. Da sieht man auch wieder, dass Fußball die Menschen verbindet. Dass er athletisch ist, hat er durch seine artistischen Künste gezeigt. Zum Thema Salto und ob er auch von anderen unserer Spieler beherrscht wird – jeder besinnt sich bei uns auf seine Stärken. Pichura: Yannick Wylezol mal auf die Sechs zu stellen, hatte mit der Überlegung zu tun, durch ihn dort eine Option mehr zu haben. Der Junge hat sich dort super gemacht. Ich könnte aber noch den einen oder anderen mehr aufzählen, der eine gute Entwicklung genommen hat.

. . . die Live-Pokalauslosung in den Räumen des RGA.

Heinemann: Ich fand es richtig cool, dass ihr das so gemacht habt. Das ist sehr zeitgemäß. Ich leider habe es nicht verfolgt, aber mein Co-Trainer Mike Kupfer. Er hat mich sofort mit WhatsApp-Nachrichten versorgt, sodass ich genau wusste, was Sache ist. Pichura: Das darf mein Arbeitgeber nicht hören, aber, ja, ich habe es verfolgt. Vor allem das Halbfinale und dann auch, wo das Endspiel ausgetragen wird.

Angenehme Gesprächsrunde: Die Trainer Sebastian Pichura (SV 09/35), Marcel Heinemann (FCR), Valeria Schulte-Niermann (RGA-Volontärin) und die RGA-Sportredakteure Peter Kuhlendahl und Andreas Dach (v.l.).

. . . das Frauenpokalfinale zwischen Hilgen und Rade, das um 12.15 Uhr im Stadion angepfiffen wird.

Heinemann: Ich glaube, dass man gerade am Sonntag in solch einem Tunnel ist und an sein eigenes Spiel denkt. Wenn man noch Zeit findet, einen Blick auf das Spielfeld zu verwerfen, macht man das sicherlich. Ansonsten möchte ich die Zeit mit der Mannschaft verbringen, um vielleicht noch gezielt auf Sachen einzugehen. Pichura: Das Problem ist, da hatten wir auch ein bisschen mit zu kämpfen, dass wir wahrscheinlich erst eine Stunde vor Spielbeginn die Kabine bekommen. So war die E-Mail vom FCR, sodass wir jetzt umplanen müssen. Wahrscheinlich werden wir die Besprechung vorher im Eifgen machen, aber auch da wollen wir nicht rummeckern. Wir nehmen das so in Kauf und werden kreativ sein.

. . . die Meisterschaft und die jeweiligen Ziele.

Heinemann: Unser Ziel ist es, im gesicherten Mittelfeld einen guten Platz zu haben. Wir haben weiterhin eine sehr junge Truppe, da muss sich alles noch etwas finden, und wir haben ja einen langfristigen Plan. Wir werden ein ekliger Gegner sein und werden uns voll reinhauen. Pichura: Wir möchten einen einstelligen Tabellenplatz haben. Das ist unser Ziel. Wir haben auch noch eine sehr, sehr junge Truppe. Andere Mannschaften haben sich enorm verstärkt. Wir haben aber auch gute Verpflichtungen getätigt, deshalb bin ich optimistisch, dass wir das hinbekommen. Verstecken brauchen wir uns definitiv vor niemandem. Ich habe eine gute Mannschaft zusammen, wo der Verein und vor allem Acar Sar mit seinen Kontakten mir sehr geholfen haben, sie zusammenzustellen. Der Kader ist nicht nur qualitativ, sondern auch in der Breite stärker geworden.

. . . die am Freitag startende Bundesligasaison.

Heinemann: Ich bin ja Bayern-München-Sympathisant. Fan wäre übertrieben. Ich freue mich, wenn Bayern gewinnt und ärgere mich nicht, wenn die Münchener verlieren. Das kommt ja auch nicht so häufig vor. Von daher ist meine Einschätzung, wer Deutscher Meister, wird klar. Pichura: Ich möchte nicht nachsprechen, aber ich bin tatsächlich auch Bayern-Sympathisant, kein Fan. Wenn sie schlecht spielen, sollen sie auch verlieren. Aber grundsätzlich sind sie in Deutschland die Besten und deshalb gehe ich auch davon aus, dass es auch in diesem Jahr wieder so kommen wird, dass Bayern Meister wird.

Der Podcast

In unregelmäßigen Abständen lädt die Sportredaktion des RGA in den kommenden Wochen und Monaten Gäste zu sich ein, die etwas zu sagen haben. Den Auftakt unserer Podcast-Reihe machen, passend zum bevorstehenden Pokalfinale, die Trainer Marcel Heinemann (FC Remscheid) und Sebastian Pichura (SV 09/35 Wermelskirchen).

Rubriklistenbild: © Roland Keusch

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