Fußball

Jagd auf Schiedsrichter: Szenen werden drastisch bestraft

Neue Schiedsrichter braucht das Land. Foto: Holger Battefeld
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Ein Schiedsrichter wurde gejagt.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
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Kreissportgericht verhandelt Abbruch.

Remscheid. Eine Jagd auf den Schiedsrichter im Stadion Reinshagen. Dazu üble Beschimpfungen und der Versuch einer körperlichen Attacke gegen den Unparteiischen. Die Vorwürfe gegen drei Spieler des Fußball-A-Ligisten 1. Spvg. Remscheid, die sich am Donnerstagabend vor dem Sportgericht verantworten mussten, wogen schwer. Und nach einer fast zweieinhalbstündigen Verhandlung wurden Boris Yankov zu einer acht- und Sezer Kilic zu einer viermonatigen Sperre verurteilt. Weil Kilic für den Abbruch der Partie bei Türkiyemspor Remscheid verantwortlich gemacht wurde, muss er zudem 250 Euro Strafe zahlen. Arsijan Hasan wurde indes freigesprochen.

An der Verhandlung des Kreissportgerichts, das Frank Bruchertseifer, Özgür Keser, Helmut Liesch und Justin Mauren bildeten, nahm nur Kilic teil. Hasan fehlte entschuldigt. Yankov wurde von der Verhandlung ausgeschlossen, weil er die Vorgabe der 3G-Regel nicht erfüllen konnte.

Völlig unterschiedlich waren die Sichtweisen von Ayhan Aldemir, als offizieller Vertreter der 1. Spvg., und Fabian Stein, der am 17. Oktober die Partie auf dem alten Kunstrasenplatz in Reinshagen geleitet hatte. Aldemir betonte, dass es aus seiner Sicht grundsätzlich überhaupt keinen Grund für einen Abbruch gegeben habe. Dass sein Keeper Yankov, den er während der Verhandlung vertrat, hinter dem Schiedsrichter hergelaufen sei, bestätigte er: „Aber er wollte nur mit ihm reden“, sagte Aldemir, der jedoch keine Erklärung dafür hatte, warum sich Yankov zuvor sein Trikot ausgezogen hatte. Hasan habe er zudem losgeschickt, um Yankov vor Dummheiten zu bewahren.

Fabian Stein schilderte, warum er die Partie in der 55. Minute abgebrochen hatte. „Nachdem ich den zweiten Elfmeter gegen die 1. Spvg. gepfiffen hatte, wurde die Stimmung immer aggressiver.“ Besonders Kilic, der den Elfmeter verschuldet hatte, habe sich hervorgetan und ihn als „Spasti“ tituliert. Als er in seine Tasche gegriffen habe, um die rote Karte zu ziehen, sei der Satz aus der Rudelbildung gefallen: „Wenn du ihm jetzt Rot zeigst, bist du tot.“ Außerdem habe Kilic mit der Faust nach ihm ausgeholt, sei aber von einem Mitspieler gestoppt worden. Dies alles bestritt Kilic vehement: „Ich bin auf dem Platz zwar laut geworden. Spasti habe ich aber nicht gesagt, und schlagen wollte ich ihn auch nicht.“

Hacisalihoglu stoppt den Honsberger Keeper

Nach dem Abbruch habe Stein dann wahrgenommen, dass Spieler der Honsberger losgerannt seien. Er selbst habe dann auch die Beine in die Hand genommen. Dies bestätigte Schiedsrichter Isa Hacisalihoglu, der als Zuschauer auf der Anlage war: „Ich habe ihn zugerufen, er soll in die Kabine laufen und sich einschließen.“ Hacisalihoglu sei selbst auch losgerannt und habe Yankov vor dem Treppenabgang der Haupttribüne stoppen können. Wenig später sei die herbeigerufene Polizei vor Ort gewesen, die den Schiedsrichter aus dem Stadion geleitet habe.

Auch Zeugen von Türkiyemspor schilderten die Jagdszene so. Die Vorwürfe gegen Kilic wurden zum Teil bestätigt. Wobei die versuchte Tätlichkeit nicht direkt wahrgenommen wurde. Entsprechend fielen schließlich dann auch die Urteile aus, die die 1. Spvg. nicht hinnehmen will.

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