An der frischen Luft mit....

Caro Reinerts Husky Phoenix sorgt richtig für Schwung

Sie sind seit über einem Jahr ein eingespieltes Team: Caro Reinert und ihre Husky-Hündin Phoenix, die die Runde um die Eschbach-Talsperre bei bestem Wetter genießen konnten. Foto: Peter Kuhlendahl
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Sie sind seit über einem Jahr ein eingespieltes Team: Caro Reinert und ihre Husky-Hündin Phoenix, die die Runde um die Eschbach-Talsperre bei bestem Wetter genießen konnten.
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An der frischen Luft mit . . . Caro Reinert – Die Rollhockey-Torhüterin hat in ihrer Karriere fast alles erreicht

Remscheid. Das nennt man Künstlerpech. Da zieht man in eine neue Stadt und dann ereilt einen – bis auf ein paar Wochen – ein fast einjähriger Lockdown in vielen Bereichen. So ist es Caro Reinert ergangen, die sich mit ihrer Husky-Hündin Phoenix im Frühjahr 2020 in Lüttringhausen niedergelassen hat. „Das war natürlich schon ein wenig unglücklich“, meint die Rollhockey-Trainerin und Torhüterin der Bundesliga-Frauen der IGR Remscheid.

Aus diesem Grund fällt ihr auch sofort ein Wunsch ein, den sich die 32-Jährige möglichst bald erfüllen möchte, wenn das Leben wieder halbwegs in normalen Bahnen weitergeht. „In eines der Restaurants gehen, von denen ich bisher das leckere Essen nur abholen konnte“, sagt sie mit einem Lachen. Und auch endlich die Stadt so richtig kennenlernen. Da gibt es bisher einzig zwei Fixpunkte: die Heimstätte der IGR in der Sporthalle Hackenberg und die Wiesen und Wälder rund um Lüttringhausen. „Da bin ich täglich mit Phoenix unterwegs“, erzählt Reinert. Die Eschbach-Talsperre ist für sie derweil völliges Neuland. „Aber hier kommen wir jetzt öfter hin. Ich mag es, am Wasser unterwegs zu sein“, sagt Reinert nach dem mehr als einstündigen Spaziergang um die Sperre. Wie der einjährige Husky übrigens auch, der auf der Runde viel zu entdecken hatte.

Im Homeoffice arbeitete die Rollhockeyspielerin schon vor der Pandemie

Auf den Hund gekommen ist Reinert durch ihren Ex-Freund. „Der Hund, den wir damals hatten, war aber ein echter Couch-Potato. Ich brauche einen richtig Aktiven, damit auch ich in Schwung bleibe“, verrät sie. Dass Phoenix viel Aufmerksamkeit braucht, war ihr also von Beginn an klar. Aber sie passt auch genau in ihre aktuellen Lebensumstände.

Die Sonne meinte es gut mit Caro Reinert und RGA-Sportredakteur Peter Kuhlendahl auf der Staumauer.

Reinert war von Wuppertal nach Remscheid gezogen, weil sie ihren Arbeitgeber gewechselt hatte und nicht mehr täglich nach Düsseldorf musste. Als studierte Medienwissenschaftlerin ist sie nun im Online-Marketing als Managerin für den Software-Entwickler Foxit tätig. Und das – auch schon, als den Begriff in der Berufswelt noch kaum einer kannte – ausschließlich im Homeoffice.

Und dann kam ihr auch noch ein Zufall zur Hilfe. „In dem Haus, in dem ich nun seit über einem Jahr wohne, wurde eine Wohnung frei. Mein Bruder Janis war gerade auf der Suche. Jetzt wohnen wir Tür an Tür“, berichtet Reinert, die sich neben der familiären Nähe auch über einen verlässlichen Hundesitter freuen kann.

Reinert holte ihren letzten Titel 2020 mit der IGR

Die Familie war und ist ihr immer wichtig. Die Reinerts wohnen in Hamm. Durch ihren Vater Andreas, der selbst Rollhockey gespielt hat und auch einige Zeit Trainer der IGR-Männer in der Bundesliga war, ist sie zum Rollsport gekommen. „Los ging es aber mit dem Rollkunstlauf.“ Bei ihrem Stammverein Germania Herringen hatte sie dann aber bald einen Schläger in der Hand.

Reinert wurde zur besten Torhüterin Deutschlands, die spontan auch gar nicht mehr zusammenbekommt, wie viele Deutsche Meisterschaften sie geholt hat. „Auch wenn es ein wenig arrogant klingen mag: Ich weiß es einfach nicht“, sagt sie ehrlich mit einem charmanten Lächeln. Ihren letzten Titel hat sie 2020 mit der IGR geholt.

Reinerts großes Ziel war es, diesen in ihrer neuen Rolle auch zu verteidigen. Gemeinsam mit Marcell Wienberg hatte sie das Traineramt von Markus Feldhoff übernommen, der derzeit als Coach in Spanien arbeitet. Doch die Pandemie und der Lockdown machten alle sportlichen Ziele und Wünsche zunichte. Feldhoff hatte sie auch überzeugt, nach Remscheid zu kommen. Das war 2017. „Er macht als Trainer eine super Arbeit. Und die Mannschaft war damals ganz jung. Da fühlte ich mich schon wie die Mutter der Kompanie“, denkt sie amüsiert zurück.

Caro Reinert studierte drei Monate lang in Kalifornien

Dabei hatte Caro Reinert eigentlich im Jahr 2013 mit dem Rollhockey gedanklich bereits abgeschlossen. Die damals 24-Jährige studierte da in Iserlohn und spielte auch für die dortige ERG. Dann ging es im Frühjahr für drei Monate vom Sauerland aus nach Kalifornien. Dort studierte sie an der US-amerikanischen Westküste in Riverside. Die USA hat es ihr auch ansonsten angetan. „Vielleicht liegt es an den klassischen US-Serien im Fernsehen, die ich mir immer gerne angeschaut habe“, sagt Reinert, die vor einigen Jahren auch in Chicago als Au-pair gearbeitet hatte.

Caro Reinert, die seit 2017 in Remscheid spielt, ist seit vielen Jahren die beste Rollhockey-Torhütern in Deutschland.

Als Reinert nach ihrem Studienaufenthalt aus den Staaten zurück war, spielte Rollhockey gar keine Rolle mehr. Dann überredete sie eine Freundin, in Herringen mit zum Training zu gehen. Und schon war sie wieder vom Rollhockey-Virus infiziert. Allerdings spielte sie dann nicht für die Germania, sondern für Darmstadt. An der dortigen Hochschule studierte sie von Oktober 2014 bis April 2015. Nach ihrer Rückkehr aus Hessen war sie dann für den RSC Cronenberg im Einsatz, bevor sie schließlich zur IGR nach Remscheid kann.

Bei der WM in China gewinnt Reinert die Bronzemedaille

Während ihrer langen sportlichen Laufbahn war sie zudem bei zahlreichen Welt- und Europameisterschaften im Tor. Mit dem deutschen Team gewann sie 2007 bei der EM den Titel. Zehn Jahre später holte sie bei der WM in China die Bronzemedaille. Der für sie persönlich größte Erfolg war allerdings der dritte Platz im Europapokal der Landesmeister im Jahr 2007 mit Herringen. An der Seite ihrer Schwester Lea bezwang sie in Spanien beim Endrunden-Turnier des CERH-Womens-European-Cup im entscheidenden Spiel die Gastgeber aus Voltrega. „Das war mit unserer Mannschaft einfach grandios und mit keiner anderen Meisterschaft zu vergleichen.“

Unklar ist aktuell allerdings, ob sie ihren vielen Titeln und Medaillen noch weitere hinzufügen wird. Im Augenblick ist Caro Reinert ein wenig mit sich im Unklaren, ob sie dem Rollhockey weiter treu bleibt. Dabei spielt die lange Pause durch die Pandemie eine große Rolle. „Aber gerade durch die Querelen auf der internationalen Ebene gibt das Rollhockey kein gutes Bild ab“, hat sie die Auseinandersetzung zwischen den Amateur- und den Profinationen verfolgt. „Das schadet unserem Sport, der eh schon genug Probleme hat“, betont Reinert, die damit auch darauf anspielt, dass es in den Bundesligateams immer schwieriger wird, Spielerinnen zu bekommen.

Caro Reinert, die seit 2017 in Remscheid spielt, ist seit vielen Jahren die beste Rollhockey-Torhütern in Deutschland.

Egal wie die Entscheidung auch ausfallen wird. Langeweile wird wie schon in den vergangenen Monaten keine aufkommen. Und auch über zu wenig Bewegung wird sich Reinert nicht beklagen können. Husky Phoenix wird sie in ihrer neuen Wahlheimat auf Trab halten und mit ihr gemeinsam die Stadt erkunden.

Serie

Seit Mitte November des vergangenen Jahres spazieren wir wöchentlich mit einem Sportler oder einer Sportlerin und auch Funktionären um die Eschbach-Talsperre in Remscheid. Bislang waren dabei Björn und Katrin Seide, Gerd Kentschke, Hans-Jürgen Middendorf, Hans-Werner und Christiane Baus, Horst Mettler, Yannick Peinke und Antonia Hoff, Frank Berghoff, Thomas Merten, Frank Alsdorf, Rainer Sondern, Knut Kolk, Dennis Bonna, Lars Althoff, Ines Neumann, Mike Kupfer, Bodo Monschau, Hartmut Behrensmeier, Inge Raabe, Desirée Blicke, Tiberius Jeck, Lothar Steinhauer, Jürgen Schmitz Anne Ueberholz, Henning Weber, Jörg Musset, Lena Henning, Stephanie Probst Ralf Hesse, Arnd Bader und nun Caro Reinert.

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