Handball

Clubs sind im Wechselbad der Gefühle

Am Samstagabend in Langenfeld trug Kaan Taymaz zum ersten Mal wieder des Trikot des Handball-Regionalligisten HG Remscheid.
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Am Samstagabend in Langenfeld trug Kaan Taymaz zum ersten Mal wieder des Trikot des Handball-Regionalligisten HG Remscheid.
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Drittligist Panther ärgert sich über Pleite – Regionalligist HGR siegt ohne Mühe in Langenfeld.

Von Peter Kuhlendahl

Remscheid. Wer beim letzten Spiel der Bergischen Panther vor Weihnachten dabei war und dann am Freitagabend das erste Spiel des Drittligisten im neuen Jahr besuchte, hatte ein Déjà-vu-Erlebnis. Wie schon bei der 22:23-Niederlage in Köln waren die Panther bei der 27:28 (14:15)-Pleite gegen den Spitzenreiter HSG Krefeld Niederrhein (wie aktuell berichtet) mit dem nächsten Topteam auf Augenhöhe. „Aber das macht es umso bitterer, wenn man am Ende wieder mit leeren Händen dasteht“, lautete die Einschätzung von Trainer Marcel Mutz am späten Freitagabend.

Derweil ärgerte sich auch Panther-Urgestein Hans-Jürgen Middendorf über die Pleite, lobte aber sein Team in den höchsten Tönen. „Ich muss jetzt erst einmal runterkommen. Unsere Mannschaft hat wieder gezeigt, dass sie eine Familie ist. Sie hat gegen die Millionentruppe aus Krefeld grandios gespielt.“

Trainerfachgespräch am Freitagabend in Hilgen zwischen Maik Pallach (l.) und Marcel Mutz vor dem Spiel in der 3. Liga.

Warum es am Ende nicht reichte, hatte zwei Gründe. Da war zum einen in der entscheidenden Phase ein unglaubliches Pech. Beim 25:26-Zwischenstand in der 59. Minute setzte Panther-Rückraumspieler Simon Wolter den Ball an den Innenpfosten. Im Gegenzug erzielte Maik Schneider das 27:25 für Krefeld. Die Vorentscheidung. Einen weiteren Grund brachte Panther-Manager Frank Lorenzet an: „Was die Schiedsrichter gegen uns gepfiffen haben, war eine Frechheit.“ Besonders die vielen Siebenmeter-Entscheidungen der Unparteiischen Yannik Brandt und Hendrik Fleisch gegen die Panther sorgten für berechtige Empörung.

Dass sein Team noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen war, wusste auch Krefeld-Coach Maik Pallach: „Aber ich habe es ja am Vorfeld gesagt, wie schwierig es hier wird.“ Ein Grund, warum es so eng wurde, war für ihn, dass Panther-Keeper Max Conzen einen Sahnetag erwischt hatte. Pallach: „Er hat das Torhüterduell klar gewonnen.“ Derweil kam Panther-Neuzugang David Ferne nur bei einem Siebenmeter zwischen den Pfosten zum Zuge: „Ich stelle natürlich überhaupt keine Ansprüche“, erklärte Ferne, der nach dem Aus in Leichlingen auch weitere Angebote auf dem Tisch hatte. Bezüglich der neuen Saison sei derweil alles offen. Eine Entscheidung würde in den nächsten Wochen fallen.

HGR: Dominik Hertz führt sein Team in der Offensive

Eine gewisse Anspannung war allen Beteiligten der HG Remscheid am Samstagabend vor dem Regionalligaspiel bei der SG Langenfeld schon anzumerken. Doch gegen 20.30 Uhr blickte man nach dem 26:18 (14:7)-Sieg in entspannte und freudige Gesichter. „Das hat besonders in der ersten Halbzeit richtig Spaß gemacht“, betonte beispielsweise Dominik Hertz, der in der Offensive eine bärenstarke Vorstellung bot. Und dafür von seinem Trainer Alexander Zapf ein Sonderlob bekam: „Er hat von allen den größten Schritt gemacht und ist zu einem echten Leader geworden.“

Doch es gab noch einen entscheidenderen Grund, warum die Gastgeber, die trotz eines guten Kaders tief im Abstiegsstrudel stecken, kein Bein auf den Boden bekamen. Die Abwehr der Remscheider, und da insbesondere der Innenblock, war für die Langenfelder eine unüberwindbare Hürde. Hier leisteten Dominic Luciano und Sebastian Schön ganze Arbeit. Fast in jedem Angriff der Gäste zeigten die beiden Unparteiischen Zeitspiel an. Und falls doch mal ein Ball den Weg durch das Bollwerk in Richtung Tor fand, war da auch noch HGR-Keeper Linus Mattes, der erneut zeigte, dass er einer der stärksten Keeper der Liga ist.

Die Drei von der Torwartstelle der Bergischen Panther: David Ferne, Robin Eigenbrod und Max Conzen (v.l.) bilden das Gespann beim Drittligisten.

Da es in den vergangenen Wochen ob des Verlustes der Heimspielstätte nur beschränkte Trainingsmöglichkeiten gab, lief im Angriff nicht alles rund. So verpassten es die Gäste, mit einer noch deutlicheren Führung in die Pause zu gehen. Auch Neuzugang Kaan Taymaz merkte man die fehlende Bindung an. „Ich freue mich aber, dass ich wieder an meiner alten Wirkungsstätte bin. Ich habe immer betont, dass ich irgendwann nach Remscheid zurückkehre“, erklärte der Rückraumspieler.

Nur geringen Unterhaltungswert hatte dann die zweite Hälfte. Den Langenfeldern fiel in der Offensive weiter nur wenig ein. Bereits nach 50 Minuten gingen sie in eine offene Manndeckung über. Dabei blieb das Spielniveau so ziemlich auf der Strecke. „Aber hier muss man erst einmal einen so ungefährdeten Sieg einfahren“, war Zapf sehr zufrieden.

Tore: Hertz (9), P. Hinkelmann (5), Hermann (4), Pflüger, Schön (je 2), Luciano (2/1). Pütz, Taymaz (je 1).

So geht es weiter

3. Liga: Die Panther stehen bereits am Freitagabend (20 Uhr, Max-Siebold-Halle) vor einem im Kampf um den sechsten Platz vorentscheidenden Spiel. Zu Gast ist die 2. Mannschaft des VfL Gummersbach, die mit Verstärkung aus dem Zweitligateam anreisen dürfte.

Regionalliga: Ein ganz dicker Brocken wartet auf die HG Remscheid. Die muss am Samstagabend (19.30 Uhr) beim Tabellenführer TV Korschenbroich ran.

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