Handball

Handballerin hat ein Herz für Ghana

Bei ihrem Besuch in Ghana im Jahr 2019 machte Lidia Morante Maldonado unzählige bewegende Erfahrungen, die sie dazu bewogen, noch mehr helfen zu wollen. Foto: Bianca Erlinger
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Bei ihrem Besuch in Ghana im Jahr 2019 machte Lidia Morante Maldonado unzählige bewegende Erfahrungen, die sie dazu bewogen, noch mehr helfen zu wollen.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Lidia Morante Maldonado hat einen Verein gegründet, um Spenden zu sammeln

Remscheid/Ghana. Wenn andere weggucken, schaut sie hin. Wenn manch einer sich zurückzieht, geht sie darauf zu. Lidia Morante Maldonado, Wermelskirchener Handballerin und mittlerweile in Remscheid lebend, hat ein ganz besonderes soziales Gespür. „Das war schon immer so“, sagt die 20-Jährige. „Wenn ich helfen kann, packt mich die pure Leidenschaft.“

Seit anderthalb Jahren liegt Morante Maldonado das Land Ghana am Herzen. Und ganz speziell: das kleine Städtchen Walewale. Seitdem die Studentin der sozialen Arbeit in Düsseldorf im Rahmen ihres freiwilligen Dienstes einen Monat im Nordosten des westafrikanischen Küstenstaates verbracht hat, war ihr klar: „Ich will noch mehr helfen.“

Handballerin aus Remscheid initiiert Spendenlauf für Ghana

Zunächst sammelte sie Spenden, größtenteils auf privater Ebene, merkte aber, dass sie dort an bürokratische Grenzen stieß. Deswegen gründete die Remscheiderin im Januar 2020 den Verein „One change, on future“, um auch Spendenquittungen ausstellen zu können und noch mehr Unterstützer zu finden. „Das wollte ich immer schon machen“, sagt sie, „und habe mich gefragt: Warum nicht jetzt schon?“

Zuletzt spielte die Handballerin beim HCW bzw. WTV.

Der Zeitpunkt war goldrichtig, wie sich herausstellen sollte. Denn die Menschen in Walewale traf es vergangenes Jahr besonders hart. Zunächst hatten auch sie mit Corona zu kämpfen, weshalb Morante Maldonado an der Wermelskirchener Sekundarschule, an der sie drei Arbeitsgemeinschaften leitet und in der Mittagspausen-Betreuung arbeitet, einen Spendenlauf initiierte. Zwar konnte dieser pandemiebedingt nur virtuell und nicht wie geplant im großen Stil stattfinden, aber er brachte 3000 Euro ein.

Mit Masken, Wasserkanistern und Desinfektionsmitteln gegen Corona

Die Spenden flossen nach Ghana, wo so Aufklärungsplakate aufgehängt, Masken verteilt und Wasserkanister zum Händewaschen, Seife sowie Desinfektionsmittel installiert werden konnte. „Die Hilfe kam sehr gut an und hat auch super geholfen, denn es gab nach einer gewissen Zeit keinen Corona-Fall mehr in diesem Ort.“

Viel Freude bereitet Lidia Morante Maldonado ihr gemeinnütziger Verein, den sie vor einem Jahr gegründet hat.

Die Pandemie sorgte dafür auch, dass Morante Maldonado ein langfristiges Projekt erst einmal verschieben musste. „Normalerweise wäre ich gerade für ein Jahr in Ghana und hätte einen Sportplatz gebaut, um mit Kindern und Jugendlichen Sport auszuüben“, erzählt sie. Für weniger Tatendrang sorgte das bei ihr aber nicht. Im Gegenteil: Spätestens als Abraham, ihre Kontaktperson in Walewale, ihr im Oktober von einer „Riesenüberflutung wegen der Regenzeit“ berichtete und sie Videos sah, wie die Einheimischen ihre Häuser verloren, setzte die Rückraumspielerin wieder alle Hebel in Bewegung.

Das gespendete Geld geht komplett an die Menschen, die es benötigen.

Lidia Morante Maldonado, Handballerin mit Herz

Sie startete einen erneuten Spendenaufruf und überlegte sich, wie sie weitere finanzielle Unterstützung generieren könnte. So versuchte sich Morante Maldonado als Künstlerin, entwarf unter anderem Karten, Schlüsselanhänger, Untersetzer oder Kalender und verkaufte diese über ihre Internetplattformen (siehe Zusatzinfo). „Der Erlös geht zu 100 Prozent in die Hilfsprojekte. Die Materialkosten zahle ich von meinem eigenen privaten Geld.“ Gleiches gilt für die Spenden, wie sie betont: „Wenn es um Sachen geht, die nichts mit den Hilfsprojekten zu tun haben, wie Flyer, Grafikdesigner und so weiter, zahle ich die aus meiner eigenen Tasche. Das gespendete Geld geht komplett an die Menschen, die es brauchen.“

300 Euro Spenden fehlen in Ghana nach Umweltkatastophe - Remscheiderin gibt nicht auf

Nach der Umweltkatastrophe in Ghana hörte Morante Maldonado zunächst weitere Schreckensmeldungen aus der ihr ans Herz gewachsenen Stadt. „Viele Familien mit Kindern sind obdachlos, und von der Regierung kommt keinerlei Unterstützung. Viele Hilfsorganisationen waren vor Ort, doch keiner hat ihnen letztendlich geholfen.“ Um so glücklicher ist die Remscheiderin, dass sie schon einiges bewegen konnte. „Mit den ersten 2400 Euro konnten wir schon vier Unterkünfte bauen“, erzählt sie stolz. Zehn weitere sollen es nach ihrem Geschmack aber sein, weshalb sie weiter für Spenden trommelt. Morante Maldonado: „Den Großteil haben wir schon. Es fehlen nur noch 300 Euro.“

Um das Geld zusammenzubekommen, muss die Handballerin mit dem großen Herz viele Klinken putzen und eine Menge Überzeugungskraft einsetzen. Doch nicht nur das. „Es ist super schwierig, das Geld nach Ghana zu schicken“, erzählt Lidia Morante Maldonado, die sogar von einer Bank gesperrt worden ist. Sie gibt sich aber trotz aller zusätzlicher Hindernisse kämpferisch und sagt voller Überzeugung: „Wir geben nie auf!“ So fand sie in Zusammenarbeit mit Kontaktmann Abraham ein neues Geldinstitut, das ihr keine weiteren Steine in den Weg warf. So konnte die Remscheiderin sich weiter für die Hilfsbedürftigen engagieren und ihrer sozialen Leidenschaft freien Lauf lassen.

Lidia Morante Maldonado

Handball: Die jüngere Schwester von TuSEM Essens Profi Eloy Morante Maldonado hat ebenfalls in Wermelskirchen, genauer gesagt beim JHC, mit dem Handballspielen begonnen. In der C-Jugend wechselte sie zum HSV Gräfrath, wo sie zum Ende hin in der 2. Mannschaft spielte und dem erweiterten Kader der Ersten angehörte. Im Januar 2019 wechselte sie zum Verbandsligisten HC Wermelskirchen – und nun zum Oberligisten Bergische Panther.

Ein Herz und eine Seele: Lidia und Eloy Morante Maldonado.

Homepage: Alles Wissenswerte über ihre Projekte gibt es im Internet auf: www.onechangeonefuture.de

Social Media: Auf verschiedenen Plattformen wirbt sie um Spenden für den guten Zweck und nutzt dabei auch die Bekanntheit, die sie als erfolgreiche Poetry-Slamerin erlang hat. So hat sie auf Tik Tok beispielsweise schon über 36 000 Abonnenten. Zu finden unter: instagram.com/lidia.morante, instagram.com/gedankenchaos, tiktok.com/@gedankenchaos_

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