Fallschirmsport

Springer müssen am Boden bleiben

Aus dieser Punktlandung in Hackenberg wird in diesem Sommer nichts. Archivfoto: Holger Battefeld
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Aus dieser Punktlandung in Hackenberg wird in diesem Sommer nichts. Archivfoto: Holger Battefeld
  • Peter Kuhlendahl
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Fallschirmsport: Der FSC Remscheid ist zur Absage der Veranstaltung in Hackenberg gezwungen

Remscheid. Er ist ein Mann der Lüfte. Seit fast einem halben Jahrhundert lebt der Remscheider für seine großen Leidenschaften: den Fallschirmsport und den FSC Remscheid. In dieser Woche ist Klaus Mathies aber wie das legendäre HB-Männchen in die Luft gegangen. Der Grund: Seiner Fallschirm-Veranstaltung, die vom 18. bis 20. Juni auf der Sportanlage Hackenberg stattfinden sollte, ist von der Stadtverwaltung ein Riegel vorgeschoben worden. „Es ist für mich unerklärlich, wie die Verantwortlichen zu einer solch irren Entscheidung kommen können, die jeglichen Sachverstand vermissen lässt“, poltert der Vorsitzende los.

Die Fakten: An den drei Tagen im Juni sollte ein Tandemspringen im Mittelpunkt stehen. Mathies hatte einen Hubschrauber gechartert. Der sollte die Wagemutigen in die Luft bringen. Mit den Mastern des Tandem-Skydive-Teams aus Hamburg wäre es zurück auf die Erde gegangen. Außerdem hätten Profispringerinnen und auch -springer die Möglichkeit gehabt, Zielsprünge und auch Formationssprünge zu absolvieren.

Zwei Bescheinigungen lagen bereits auf dem Tisch

Dafür hatte Mathies seit Wochen und Monaten einige Hebel in Bewegung gesetzt. Bis Ende Mai hatte der Vorsitzende des FSC Remscheid dann auch zum einen die Erlaubnis des Deutschen Fallschirmsport-Verbandes für die sogenannte Außenlandung an den drei Tagen auf dem Tisch. Vom Fachdienst Bürger, Sicherheit und Ordnung der Stadt Remscheid gab es zudem die Unbedenklichkeitsbescheinigung für das Starten und Landen des Hubschraubers sowie das Fallschirmziel- und Tandemspringen. In dieser Bescheinigung gab es dann allerdings unter dem Punkt Auflage den Hinweis, dass die Unbedenklichkeitsbescheinigung nicht die Genehmigung des Grundstückseigentümers ersetzen würde.

Genau der lehnte dies am Ende dieser Woche nun ab. Das Gelände gehört der Stadt Remscheid. Zuständig für die Sportanlage ist der Fachdienst Sport und Freizeit der Stadt. Martin Sternkopf in seiner Funktion als Fachdienstleiter erteilte dem Ganzen schließlich eine Absage. Die derzeit gültige Coronaschutzverordnung würde eine Veranstaltung in dieser Dimension nicht zulassen.

Genau das bringt Mathies auf die Palme: „Es geht in erster Linie um das Springen. Um nichts anderes. In der ganzen Republik darf unter den Hygienebedingungen gesprungen werden.“

Angekündigtes Rahmenprogramm sorgt für Absage des Ordnungsamtes

Allerdings hatte der Fallschirmclub bei den ersten Ankündigungen der Veranstaltung auch davon gesprochen, mit einem Rahmenprogramm aufwarten zu wollen. Noch vor wenigen Tagen hatte Mathies angesichts aktuell sinkender Inzidenzzahlen in einer Pressemitteilung erklärt, dass es in einer Kooperation mit der Schule für Musik, Tanz und Theater in Lennep unter dem Motto „Sport trifft Kultur“ sowie mit der SG Hackenberg ein Bühnenprogramm für eine Abendveranstaltung und kulinarische Verköstigungen geben könnte.

„Das ist allerdings aktuell völlig ausgeschlossen“, erklärt Sternkopf, der sich in seiner Entscheidung auch eng mit Jürgen Beckmann, dem Leiter des Ordnungsamtes, abgestimmt hatte. „Es tut mir für alle Veranstaltungen sehr leid, die abgesagt werden müssen. Das Risiko wäre in meinen Augen aber zu groß gewesen, dass sich auch ohne Rahmenprogramm zu viele Menschen versammeln würden.“

Argumente, die den Kragen von Mathies endgültig zum Platzen bringen: „Das ist der absolute Blödsinn. Wir haben die entsprechenden Hygienekonzepte, die wir im vergangenen Sommer bei der Deutschen Meisterschaft in Bodenfelde erfolgreich angewendet haben.“ Das Konzept wird aber nun in der Schublade bleiben. Mathies: „Das Springen muss nun von uns auf unbestimmte Zeit verschoben werden.“

Deutschland-Cup

Die ganze Konzentration des FSC Remscheid und seines Bosses Klaus Mathies gilt nun der nächsten Großveranstaltung, die der Verein im niedersächsischen Bodenfelde ausrichtet. Dort soll vom 23. bis 25. Juli der Deutschland-Cup im Fallschirmzielspringen stattfinden. Auch sollen dort Tandemsprünge angeboten werden. In dem Ort im Weserbogen hat der FSC bereits im vergangenen Sommer unter den Corona-Hygienemaßnahmen eine ähnliche Veranstaltung erfolgreich über die Bühne gebracht.

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