Fußball

Die Zukunft sieht wieder rosiger aus

Joachim Weber bekleidet das Amt des Vorsitzenden der SG Hackenberg seit 2009. Er möchte den Verein auch ins Jahr des 50. Geburtstags im Jahr 2023 führen. Foto: Peter Kuhlendahl
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Joachim Weber bekleidet das Amt des Vorsitzenden der SG Hackenberg seit 2009. Er möchte den Verein auch ins Jahr des 50. Geburtstags im Jahr 2023 führen.
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Joachim Weber, der Vorsitzende der Fußballer der SG Hackenberg, beackert derzeit einige Baustellen.

Sie haben Anfang der Woche publik gemacht, dass Landesligist FC Remscheid am vergangenen Wochenende trotz sportlichem Lockdown trainiert hätte. Hat es bei Ihnen darauf Reaktionen gegeben?

Joachim Weber (lacht): Reaktionen? Mein Handy hat nicht stillgestanden.

Und wie waren die Reaktionen?

Weber: Durch die Bank positiv. Allerdings haben sich ja auch nur Verantwortliche von den Vereinen gemeldet, die sich an die Spielregeln gehalten haben.

Das heißt, dass auch weitere Clubs sich nicht an die Auflagen gehalten haben?

Weber: So ist es. Und der Remscheider Sportdezernent Thomas Neuhaus hat dies ja auch in einer Stellungnahme zum Thema bestätigt.

Der Dezernent, der ja auch gleichzeitig Leiter des Krisenstabes in Remscheid ist, hatte allerdings betont, dass ihn verwundert hätte, dass die Vereine sich gegenseitig in die Pfanne hauen.

Weber: Hier geht es nicht um Petzen. Mir geht es einfach um Gerechtigkeit.

In dieser Woche reden alle wieder nur von einer weiteren Verschärfung des Lockdowns angesichts der exorbitant gestiegenen Inzidenzzahlen. In zwei Monaten ist schon Pfingsten. Wann muss die SG Hackenberg sein großes Jugendturnier absagen?

Joachim Weber: Absagen? Meine Vorstandskollegen und ich sind Realisten. Aber abgesagt haben wir es noch nicht. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass es stattfindet, immer kleiner wird.

Eine solche Großveranstaltung beinhaltet doch eine gewisse Logistik. Wann ist der Zeitplan so eng, dass Sie die Reißleine ziehen müssen.

Weber: Im Prinzip haben wir eine bis zwei Wochen vor Pfingsten Zeit. Dies haben wir allen Clubs, die ihre Teams gemeldet haben, von Anfang an kommuniziert. Wir wären übrigens ausgebucht, falls es stattfinden würde.

Wie groß ist das finanzielle Risiko?

Weber: Es gibt keins. Wir genießen bei unseren Lieferanten durch die vielen Jahre ein großes Vertrauen. Falls wir zum Beispiel Getränke und Essen brauchen, bekommen wir es. Wenn das Turnier ausfallen muss, eben nicht. Außerdem muss man unseren Sponsoren einen ganz großen Dank aussprechen. Die halten uns allen die Stange.

Der Verband könnte Ihnen bald einen endgültigen Strich durch die Rechnung machen. Es gibt bereits Bundesländer, in denen bis Ende Juni keine Turniere stattfinden dürfen.

Weber: Das wissen wir. Und wir hatten auch schon Anfragen eines Vereins aus der Nähe von Hannover, wo dies bereits seit Wochen gilt. Unser Verband hat noch gar nichts entschieden.

Bei einer Absage wäre es bereits zum zweiten Mal in Folge, dass das Turnier nicht stattfinden kann. Es war auch immer ein Geldsegen für die SGH. Können Sie einen erneuten Ausfall finanziell verkraften?

Weber: Auch wenn es sich jetzt eine wenig arrogant anhört – wir können uns auch eine zweite Absage leisten. Wir haben in der Vergangenheit sehr gut gewirtschaftet und Rücklagen gebildet.

An die müssen Sie bald aber ran. Nachdem der Bau des DOC auf dem Gelände des Röntgen-Stadions erst einmal auf Eis gelegt worden ist, ist dies auch nicht mehr mit dem Bau einer adäquaten neue Anlage in Hackenberg gekoppelt. Verwaltung und Politik haben theoretisch grünes Licht gegeben, dass dort ein Kunstrasen gebaut wird.

Weber: Wie andere Vereine in Remscheid, deren Anlagen von Asche- zu Kunstrasenplätzen umgebaut wurden, müssen auch wir uns finanziell an den Kosten beteiligen. Die 50 000 Euro dafür liegen bereit.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Weber: Wenn alles gut läuft, könnte es im August grünes Licht aus Düsseldorf bezüglich der Finanzierung geben. Und dann könnten wir das Pfingstturnier 2022 auf dem neuen Kunstrasen austragen.

Bei alldem klingt bei Ihnen wesentlich mehr Optimismus durch, als noch im Herbst letzten Jahres. Da sah es, als noch völlig unklar war, was aus dem alten Platz wird, um den ganzen Verein nicht rosig aus.

Weber: Wir sind in der Tat jetzt wieder viel optimistischer. Und blicken nun auch entspannter in die Zukunft.

Ein großes Problem vor einem halben Jahr war, dass Sie einen großen Mitgliederschwund beklagten. Konnte der Exodus halbwegs gestoppt werden?

Weber: Nicht nur gestoppt. Wir freuen uns mittlerweile auch wieder über Neuanmeldungen im Nachwuchsbereich. Die Eltern setzen scheinbar darauf, dass wir einen neuen Platz bekommen. Wir werden in der neuen Saison von den Bambini bis zu den A-Junioren alle Jahrgänge besetzt haben. In der Zukunft wollen wir mit einzelnen Teams auch wieder in der Niederrheinliga spielen.

Mit der Verpflichtung von Matthias Winkler als neuen Coach der 1. Mannschaft wird deutlich, dass Sie auch im Seniorenbereich weiter Gas geben wollen. Peilt man mittelfristig die Bezirksliga an?

Weber: Natürlich wäre es schön, wenn wir im Jahr 2023 zum 50. Geburtstag der SGH auf einem Kunstrasenplatz in der Bezirksliga spielen könnten. Und es ist doch auch positiv, solche Ziele zu haben. Aber wer uns kennt, weiß, dass wir dies alles mit Augenmaß machen. In der kommenden Saison werden wir zudem auf alle Fälle mit einer 2. Mannschaft antreten. Trainer der Mannschaft wird Thorsten Döge. Wir haben aktuell rund 40 Spieler im Seniorenbereich.

Ihr Sohn Sebastian ist vor wenigen Wochen vom Bezirksligisten SC 08 Radevormwald zum Landesligisten SV 09/35 Wermelskirchen gewechselt und wird dort im Tor stehen. Werden Sie dann öfter im Eifgen-Stadion zu Gast sein?

Weber: Wenn es zeitlich passt. Aber im Grunde sehe ich das mehr mit einem weinenden als mit einem lachenden Auge. Sebastian ist sehr ehrgeizig, und es ist toll, dass er es in die Landesliga geschafft hat. Aber schöner wäre es, wenn er die SGH nie verlassen hätte.

Sie sind seit vielen Jahren 1. Vorsitzender des Vereins. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung stehen Wahlen des Vorstands an . . .

Weber: Die Versammlung hätte schon im letzten Jahr stattfinden müssen. Sie musste pandemiebedingt abgesagt werden. Wie jetzt auch im März auch wieder. Unsere Vorstandsmannschaft ist aktuell kommissarisch im Amt.

Stellen Sie sich denn einer Wiederwahl? Zumal Sie ja sicher auch die Früchte des Kunstrasenplatzes, um den Sie lange gekämpft haben, ernten wollen.

Weber: Da geht es bei mir weniger um das Ernten von Früchten. Für mich ist es wichtiger, mit dem ganzen Team weiterzumachen. Und bei mir gilt mittlerweile: Einmal Hackenberg, immer Hackenberg.

Zur Person

Joachim Weber wurde am 24. Juni 1962 in Oberschlesien geboren. Seit 1977 lebt er in Remscheid. Weber ist verheiratet und hat mit seiner Ehefrau zwei Kinder. Bei der Firma Härke in Remscheid, die Kanal- und Rohrabsperrtechnik herstellt, ist er als Betriebsleiter tätig. Weber hat selbst beim Remscheider TV Volleyball gespielt. Bei einem Pfingstturnier wurde der Kontakt zur SG Hackenberg geknüpft. Deren Vorsitzender ist er seit 2009.

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