Analyse

Die Wertschätzung soll sich auszahlen

Bislang erfolgte die schmucke Präsentation durch Petra Schmidt und Klaus Dreikausen nur in kleinerem Umfeld. Foto: Jürgen König
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Bislang erfolgte die schmucke Präsentation durch Petra Schmidt und Klaus Dreikausen nur in kleinerem Umfeld.

Für wen könnte die eine Sportförderung in Remscheid in Frage kommen?

Von Andreas Dach und Jürgen König

Remscheid: Versuche einer seriösen Förderung von bergischen Spitzensportlern hat es in der Vergangenheit immer wieder mal gegeben. Mal in Remscheid, mal in Wuppertal, mal in Solingen, mal im gesamten Städtedreieck. Von Dauerhaftigkeit konnte aber nie wirklich die Rede sein. Oft genug sind gute Ideen über ein Anfangsstadium und ein Kennenlerntreffen nicht hinausgekommen. Das soll nachhaltig anders werden – und man darf gespannt sein. In Solingen treibt man die Sportförderung voran. Profitieren könnten (theoretisch) auch Remscheider und Wuppertaler Aktive.

Was hat es mit der sogenannten Bergischen Sportförderung auf sich?

Petra Schmidt, seit 2017 Geschäftsführerin der Leistungssport Solingen gGmbH, sagt: „Unsere Mission ist eine Herausforderung. Wir machen unseren Job ehrenamtlich und gemeinnützig. Ziel ist es, Sportlerinnen und Sportlern mit finanzieller Unterstützung das Miteinander von Studium und Ausbildung auf der einen Seite sowie dem Sport auf der anderen zu ermöglichen.“

Handelt es sich wirklich um einen bergischen Gedanken, den man dabei verfolgt?

Vertreter von Wirtschaft, Sportvereinen und NRW-Sportschule haben 2016 die Gesellschaft gegründet, die sich von Beginn an bergisch orientiert und der Stärkung der gesamten Region verschrieben hat, aber derzeit noch lediglich Aktive aus Solingen fördert. Unter anderem Leichtathleten, Fechter und Schützen.

Warum wird das schon länger bestehende Konzept gerade jetzt wieder ein Thema?

Eigentlich wollte man es bereits Anfang Dezember 2021 in einer großen Veranstaltung präsentieren und Werbung in eigener Sache machen. Mit hochkarätigen Referenten und Gästen wie Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann. Doch die nächste Coronawelle stoppte das Vorhaben. Es soll nunmehr im April/Mai in entsprechendem Rahmen der Öffentlichkeit nähergebracht werden. Vorweg hat man in einem Pressegespräch Details verraten.

Was hat sich gegenüber den Anfängen geändert?

Durch die Pandemie ist das gesamte Projekt ein wenig ins Stocken geraten. Seit der ersten großen Präsentation 2019, damals unter anderem auch mit der früheren Klasseleichtathletin und und heutigen Medizinerin Inga Hundeborn, hat man sich einer verbesserten Gestaltung des Produkts gewidmet.

Der Judosport steht in Remscheid beim RTV hoch im Kurs. Das könnte sich perspektivisch für hochtalentierte Sportler auszahlen.

Wie groß ist der (negative) Einfluss von Corona auf das Vorhaben?

Die Pandemie hat sich auf die möglichen Zuwendungen ausgewirkt. Es war nicht leicht, in Zeiten der wirtschaftlichen und sportlichen Nöte zusätzliche Förderer beziehungsweise Spenden zu akquirieren. Ursprünglich hatte man geplant, jedem Athleten 250 Euro pro Monat zukommen zu lassen, derzeit liegt man bei 150 Euro. Die Zusage gibt es für ein Jahr, grundsätzlich plant man bezüglich der Planungssicherheit aber für eine längerfristige Zusammenarbeit. Zumal die Kosten im Leistungssport ohne Ausnahme enorm sind. Man denke an Ausrüstung, an Material, an Kleidung.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Schulen?

Die Entwicklung der Aktiven von jüngstem Alter an haben die Verantwortlichen genau im Blick. Oft beginnt sie schon in entsprechend orientierten Kindergärten und setzt sich über Grundschulen und Vereine bis hin zu weiterführenden Schulen und zur NRW-Sportschule, in der auch das Pressegespräch stattfand, fort. In Remscheid könnte der Kontakt zum sehr sportorientierten Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (jetzt: Emma-Herwegh-Gymnasium) interessant werden. Noch ist die konkrete Zusammenarbeit mit den Schulen ein Zukunftsmodell. Leistungsorientierte Sportler könnten davon profitieren, wenn die Bergische Sportförderung nach dem Schulabschluss mit Tipps und finanziellen Hilfen als Kümmerer fungiert.

Gibt es in Remscheid überhaupt Sportler, die für eine solche Sportförderung entsprechend der Regularien in Frage kämen?

Klaus Dreikausen, Pressesprecher des Leistungssports an der Friedrich-Albert-Lange-Schule und des Fechtzentrums in Solingen, findet, dass „beispielsweise Judo in Remscheid förderungswürdig sei“. Was schon einmal ein Anfang wäre. Man darf gespannt sein, was bei der geplanten Präsentation in drei oder vier Monaten so alles auf den Tisch des Hauses kommt. Auf alle Fälle eine angemessene Wertschätzung für die Spitzensportler im Bergischen Land.

Hintergrund

Kriterien: Voraussetzungen für die Förderung sind der Kaderstatus in einer aktuellen Olympischen Sportart als Amateur sowie der Sitz in der Region (Sportler plus Verein). Der Registrierung folgt nach Erfüllung der Voraussetzungen und Abstimmung mit Verein/Trainer die Aufnahme in das Nachwuchs-Team.

Kontakt über www.bergische-sportfoerderung.de

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