Radfahren und Ausdauersport

Der Vergleich mit Joey Kelly hinkt nicht

Ein Gruß ins Publikum: Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2018, als Marc Droste auch als Einzelfahrer 16 Stunden lang unterwegs war.Foto: Roland Keusch
+
Ein Gruß ins Publikum: Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2018, als Marc Droste auch als Einzelfahrer 16 Stunden lang unterwegs war.Foto: Roland Keusch
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

Wenn es um Ausdauersport geht, eilt dem Rader Marc Droste der Ruf des Alles-Mitmachers voraus

Ihr Name fiel bei der Night on Bike in Radevormwald am Wochenende nicht nur einmal. Die Moderatoren schienen einen ziemlichen Narren an Ihnen gefressen zu haben. Grund genug, sich mal mit Ihnen zu unterhalten.

Marc Droste: Sven Schreiber und Christian Hens nennen mich spaßeshalber schon einmal Alles-Mitmacher. Ich unterstütze gerne lokale Sportveranstaltungen und finde es wichtig, sie zu schätzen und zu würdigen. Wie eben auch die Night on Bike, bei der ich diesmal wieder als Einzelfahrer über die 16 Stunden dabei war.

Alles-Mitmacher, ein schönes Stichwort. Klären Sie uns doch bitte auf, was dahinter steckt.

Droste: Ich probiere gerne immer wieder mal etwas Neues aus. Da hat er schon recht. Es macht mir halt Spaß, an meine Grenzen zu gehen. Wobei ich schon weiß, wo sie sind. Deshalb würde ich ohne Training niemals die 24 Stunden fahren. Ich sehe mich ein bisschen so wie ein Joey Kelly im Kleinen.

Sagen Sie bitte nicht, Sie haben nicht trainiert, bevor Sie am Samstagabend um 20 Uhr an den Start gegangen sind.

Droste: Genau so ist es aber. Ich trainiere so gut wie nie – das können Sie mir glauben. Meine Familie schüttelt auch immer mit dem Kopf und kann es nicht glauben. Dabei schwöre ich mir jedes Mal, wenn alles vorbei ist, dass ich beim nächsten Mal mehr tue, um weniger Schmerzen zu haben und weiter vorne zu landen.

Ursprünglich haben Sie sich mal dem Schwimmsport und dem Basketball zugewandt.

Droste: Ich habe den Schwimmnachwuchs beim TSV Rade trainiert, Kinder und Jugendliche. Bei den Basketballern des Rader TV war ich selbst aktiv, zudem Trainer und Schiedsrichter.

Wobei der Name Droste in Rade auch im Handballsport einen guten Klang hat.

Droste: Das hat aber weniger mit mir zu tun, sondern mit meinem Neffen Sebastian, der bei der HSG Radevormwald/Herbeck spielt.

Irgendwann bekam der Ausdauersport bei Ihnen Priorität. Mögen Sie ein paar Beispiele nennen, was Sie alles schon ausprobiert haben?

Droste: Mehrfach den Volkstriathlon in Hückeswagen, mit einer Ausnahme jährlich den Röntgenlauf auf diversen Distanzen, den Strongmanrun, Hindernisläufe in Wuppertaler Steinbrüchen und einige Marathons – laufend und auf dem Mountainbike.

Und Sie scheinen aus sportlicher Sicht nicht satt zu werden, wenn man an Ihr jüngstes Urlaubserlebnis denkt.

Droste: Da habe ich das Gleitschirmfliegen im Tandem ausprobiert. Vom Breitenberg in Pfronten im Allgäu aus ging es los. Vor drei Jahren habe ich bereits Erfahrungen mit dem Bungee Jumping gemacht. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob ich das noch einmal anstellen würde. Wenn ich auf einer Kirmes bin, suche ich mir immer das größte und spektakulärste Fahrgeschäft oder Karussell aus. So bin ich halt und werde wohl auch so bleiben.

Macht sich Ihre Familie eigentlich keine Sorgen, wenn Sie solche extremen Sportarten ausprobieren?

Droste: Sagen wir mal so: Die Eltern hören so etwas lieber erst hinterher. Meine Frau und meine Kinder waren in den Ferien ja an meiner Seite.

Gibt es noch irgendwelche sportlichen Dinge, welche Sie auf der Agenda haben?

Droste: Nach der Erfahrung mit dem Gleitschirmfliegen fände ich als Nächstes das Fallschirmspringen nicht uninteressant. Mal sehen. Manche Dinge ergeben sich einfach so.

Sie sind 45 Jahre und damit in der Mitte Ihres Lebens. Wie halten Sie sich fit, um all das zu schaffen?

Droste: Ich versuche, ein- bis zweimal pro Woche zu laufen. Mehr mache ich nicht. Und selbst das klappt nicht immer. Das können Sie mir glauben.

Also haben Sie gute Gene.

Droste: Da ist wohl etwas dran, zumal ich Süßem und Fast Food keinesfalls ablehnend gegenüberstehe.

Lassen Sie uns noch einmal auf die Night on Bike zurückkommen. Sind Sie im nächsten Jahr wieder dabei?

Droste: Nicht als Einzelfahrer über die 16 Stunden. Ich könnte mir vorstellen, im Team mitzumachen. Das hat ja auch einen großen Reiz, und da habe ich auch bereits Erfahrungen gesammelt. Für die Mannschaft zu fahren ist etwas Schönes. Wichtig ist mir, dass die Leute mit Spaß fahren und nicht so verbissen, wie ich es jetzt zum Teil wieder erlebt habe. Wenn mal etwas nicht so gut funktioniert, kann man doch mit einem Lächeln weiterfahren. Runde für Runde. Das würde ich gerne anderen näherbringen.

Gab es keinen toten Punkt?

Droste: Morgens gegen 7 Uhr. Da fragt man sich: Warum mache ich das eigentlich? Doch es geht weiter. Inzwischen ist mein Bike wieder sauber. Es muss nur mal in die Werkstatt, weil es 16 Stunden lang geknarrt hat. Das nervte.

Persönlich

Marc Droste wurde am 16. Oktober 1975 in Radevormwald geboren. Mit Ehefrau Andrea hat er zwei Kinder, Amanda und Clemens. Der leidenschaftliche Ausdauersportler, der gerade erst zum wiederholten Mal über die 16 Stunden als Einzelfahrer bei der Night on Bike dabei war, arbeitet beim Ev. Kirchenkreis Lennep. Als Fachbereichsleiter Bau und Liegenschaften sowie als Stellvertretender Verwaltungsleiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Remscheider Läufer erlebt Vulkanausbruch auf La Palma mit
Remscheider Läufer erlebt Vulkanausbruch auf La Palma mit
Remscheider Läufer erlebt Vulkanausbruch auf La Palma mit
Trio des EMA hat Berlin in den Fokus genommen
Trio des EMA hat Berlin in den Fokus genommen
Trio des EMA hat Berlin in den Fokus genommen
SV 09/35 hofft wieder auf ein tolles Los
SV 09/35 hofft wieder auf ein tolles Los
MTB-Cup: Feuerwehrmann wird zum Held des Tages
MTB-Cup: Feuerwehrmann wird zum Held des Tages
MTB-Cup: Feuerwehrmann wird zum Held des Tages

Kommentare