Fußball

Denis Petikic: Vom Knipser zum Knipser

Denis Petikic, der Fotograf: Mit seinem Hobby ist er dabei, sich ein zweites Standbein aufzubauen. Fotos: Petikic
+
Denis Petikic, der Fotograf: Mit seinem Hobby ist er dabei, sich ein zweites Standbein aufzubauen.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
    schließen

Der langjährige Hastener Fußballer hat das Fotografieren für sich entdeckt.

Denis Petikic, der Fußballer: Beim Hastener TV machte er sich einen Namen als Allzweckwaffe.

Remscheid. Beim Hastener TV gehörte Denis Petikic jahrelang zum Inventar. Aus der eigenen Jugend hervorgegangen, hatte der Remscheider großen Anteil an der Erfolgsgeschichte, die über mehrere Saisons am Stadtpark geschrieben wurde. 2012 der Aufstieg in die Bezirksliga, 2014 gelang dieses Kunststück erneut. Zwischendurch der Kreispokalsieg 2013 über Landesligist FC Remscheid und das anschließende Niederrheinpokalspiel gegen Regionalligist KFC Uerdingen im Röntgen-Stadion.

Petikic war eines der Gesichter dieser Höhepunkte, steuerte beispielsweise in der Kreisliga-A-Saison 2013/14 satte 25 Tore zum Aufstieg bei. Der Rechtsfuß war aber nicht nur ein klasse Knipser. „Unter Ramon (Trainer Jose-Ramon Florez, Anmerkung der Redaktion) habe ich alles gespielt“, erinnert er sich. Mal Außenverteidiger, mal im Mittelfeld. Aushilfsweise stand die Allzweckwaffe sogar im Tor.

Am 19. Oktober 2017 änderte sich all dies aber schlagartig. Im Pokalspiel in Dhünn verletzte sich Petikic schwer. „Im Knie war alles im Eimer“, erzählt der Remscheider, was für ihn einer Voll-Katastrophe glich. Denn: „Der Fußball ist alles für mich. Ein Leben ohne ihn kann ich mir nicht vorstellen.“ Also versuchte er es immer wieder, auf den Platz zurückzukehren. Es blieb aber bei Versuchen. Das Knie machte nicht mit, wurde immer wieder dick.

Durch das Fotografieren konnte ich zumindest beim Fußball bleiben.

Denis Petikic

Mit einem Abschied vom Fußball wollte sich der Vollblutkicker aber nicht so einfach abfinden und hatte die Idee, sich die Spiegelreflex-Kamera seines Schwagers auszuleihen und die Spiele des HTV zu fotografieren. „Dadurch konnte ich zumindest dabei bleiben.“ So wurde aus dem Knipser der Knipser, der daran immer mehr Spaß fand. Auch, weil er seinen Teamkollegen eine Freude machen konnte. „Ich wusste ja noch aus eigener Erfahrung, wie cool es ist, von sich selbst Fotos aus Spielen zu haben.“ Plötzlich entdeckte er seine Aufnahmen als Profilbilder seiner Mitspieler in den sozialen Netzwerken oder bei Whatsapp. Petikic: „Das war schon ein schönes Gefühl.“

Porträtfotografie machen dem Remscheider am meisten Spaß

Mehr und mehr entwickelte sich sein Hobby – und auch die Qualität der Fotos. „Man lernt ja immer dazu“, meint der 29-Jährige, der schnell nicht mehr nur die Hastener Spiele ins Visier nahm. Doch dann kam die Corona-Pandemie und damit das Ende der sonntäglichen Ausflüge auf die Fußballplätze der Region. Erneut war guter Rat teuer. Denis Petikic entschloss sich, sein Portfolio zu erweitern und sich an die Landschafts- oder auch Porträtfotografie heranzutasten. Wobei ihm Letztgenannte deutlich mehr zusagt. Denn: „Ich mag die Interaktion. Und die Blümchen reden eben einfach irgendwie nicht mit mir.“

Ehemalige Mitspieler wie Dustin Köhler (l.) oder Jonatan Garrido hatte Petikic schon vor der Linse.

Die ersten Motive waren auch schnell gefunden. Petikic schnappte sich zum Beispiel seinen Freund, früheren Mannschaftskollegen in Hasten und Nachbarn Dustin Köhler (heute beim Bezirksligisten Bergisch Born) oder auch Jonatan Garrido, mit dem er ebenfalls schon für den HTV aufgelaufen ist.

Es häuften sich die Aufträge, auch von Nicht-Sportlern. Mit jedem Shooting bekam Petikic ein besseres Gefühl für die Aufnahmen und eignete sich – learning by doing – mehr Fachkompetenz an. Außerdem bildete sich der Remscheider durch Lernvideos bei Youtube oder den Austausch mit erfahreneren Fotografen weiter. Auch die Ausrüstung – „Es ist schon ein teures Hobby“ – verbesserte sich. So entschloss sich „Peti“, wie ihn seine Freunde nennen, dazu, Anfang Februar ein Kleingewerbe anzumelden und sich neben dem Job als stellvertretender Marktleiter bei Rewe in Cronenberg ein zweites Standbein aufzubauen. Weitere Infos darüber und Kontakt:

www.petikic-photography.de

Familie

An Motiven mangelt es Petikic, dessen Mutter aus Frankreich und Vater aus Kroatien stammt, auch in den eigenen vier Wänden nicht. Neben Ehefrau Saskia zählt für ihn vor allem Töchterchen Mila dazu, die im Januar drei Jahre alt geworden ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen

Kommentare